Damals noch für den eigenen Musikblog geschrieben, entschied sich Maik 2015 bei MoreCore anzuheuern und nahm unseren Jonas gleich mit. Mittlerweile kümmert er sich als Redakteur um den Bereich "Features und Interviews", legt auf unseren MoreCore Partys auf, betreibt mit Linn unseren Podcast "Kerngeschäft" und ist auch immer mal wieder vor der Kamera bei MCTV zu sehen. Im Team gilt er insgeheim als das sympathische Multitalent. In seiner Freizeit sammelt er Schallplatten, schaut so ziemlich jedes Fußballspiel und isst für sein Leben gerne Pizza.
Hatten die Deftones ihre Fans mit dem starken “Ohms” schon verwöhnt, so folgt mit “Black Stallion”, dem Remix-Album von “White Pony”, das als Teil der Anniversary Edition erschien, ein weiteres Schmankerl. Zugegeben: Das Terrain der Remix-Platten ist ein eher schwieriges, gerade im Gitarren-Genre, sodass Fans und Kritiker regelmäßig skeptisch reagieren, wenn ein entsprechendes Special angekündigt wird.
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Doch nicht jeder Versuch greift ins Klo, wie bei Limp Bizkit oder La Dispute, und so gibt es auch Beispiele, wie “The Mindsweep: Hospitalised” (Enter Shikari), “Re-Animation” (Linkin Park) und “aMotion” (A Perfect Circle), die durchaus überzeugen konnten. Wo sich “Black Stallion” wohl einreihen wird?
Deftones: Traum mit Black Stallion erfüllt
2020 ist für die meisten nicht nur ein Jahr zum Vergessen, sondern auch zum Erinnern: 20 Jahre ist es her, dass die Deftones mit “White Pony” nicht nur eines ihrer wichtigsten, sondern möglicherweise auch eines der besten Rock-Alben im 21. Jahrhundert veröffentlicht haben. Im Sommer kündigte die Band, neben einer Reissue der Platte, auch ein Remix-Album an, mit dem sich ein Traum erfüllt wurde: “Black Stallion”.
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So erzählten Chino Moreno und seine Kollegen im Presse-Termin, dass sie schon kurz vor dem Release von “White Pony” bei Trip Hop Produzent DJ Shadow anfragten, ob dieser nicht Lust hätte sich diesem anzunehmen. 20 Jahre später ist es dann soweit und nicht nur DJ Shadow, sondern auch prominente Namen wie Robert Smith (The Cure) oder Mike Shinoda (Linkin Park) durfte je einem Song ihren Stempel aufdrücken.
White Pony im neuen Gewand
Ist der erste Durchlauf noch recht gewöhnungsbedürftig, so entfalten die einzelnen Interpretationen von “White Pony” ihre ganz eigene Magie nach und nach. So beginnt “Feiticeira” (Clams Casino) mit dem prägnanten Riffing von Stephen Carpenter, um dann in weite Ferne zu verschwinden und gegen eine synthetische Klangwelt ausgetauscht zu werden. Dass lyrisch lediglich “soon I’ll let you go” übrig bleibt, fördert die bizarre Atmosphäre nur. DJ Shadow entzieht “Digital Bath” sowohl seinem ikonischen Riffing als auch den Drums und lässt Morenos Stimme in einem reduzierten Gewand zurück, bevor “Elite” von Blanck Mass ein Industrial Gewitter entfacht.
Es sind diese Momente, die Fans auf dem ersten Blick einiges abverlangen, doch je öfter man sich “Black Stallion” hingibt, desto mehr weiß man dieses zu schätzen. So verwandelt Phantogram “Street Carp” in eine chillige Synthwave-Nummer, während Robert Smith das im Original ohnehin schon elektronische “Teenager” noch weiter reduziert und in einen intimen und friedlichen Lo Fi Song verwandelt – und dabei auch seine Stimme leiht.
“Knife Prty” vom kanadischen Elektropop-Duo Purity Ring wird zu einem ungewohnt unaufgeregten Tagtraum und Mike Shinoda gelingt mit seiner Version von “Passenger” ein absolutes Glanzstück, wenn er gegen Maynard James Keenans Refrain (Tool, A Perfect Circle) förmlich ankämpft und ihn durch einen unerwarteten Drop zurückweist, um ihn dann doch gewähren zu lassen. Wahnsinn!
Alles in Allem ist “Black Stallion” in einer Gesamtheit sehr gelungen. Songs greifen überraschend gut ineinander, sodass man fast den Eindruck bekommt, dass die einzelnen Künstler eben das große Ganze stets im Blick gehabt hätten, auch wenn die zweite Hälfte die stärkere von beiden ist.
Credit: James Minchin III / Offizielles Pressebild (2000)
Fazit
"Black Stallion" ist nicht für jedermann, doch die, die sich darauf einlassen können, werden es sicherlich häufiger anspielen. Gerade Robert Smith und Mike Shinoda machen ihren Job äußerst gut und zollen dem ohnehin fantastischen "White Pony" Tribut.

▶Tracklist 12 Songs
- 1Back to School (Mini Maggit)
- 2Feiticeira
- 3Digital Bath
- 4Elite
- 5Rx Queen
- 6Street Carp
- 7Teenager
- 8Knife Prty
- 9Korea
- 10Passenger
- 11Change (In the House of Flies)
- 12Pink Maggit


