
Die junge Berlinerin ist buchstäblich in die Musikindustrie hineingeboren worden. Wenn sie nicht selbst mit verschiedensten Bands auf der Bühne steht, schreibt und interviewt sie mit Freude für uns als Redakteurin. Sie singt in Bands von Indiepop bis Rockabilly und spielt momentan Bass in einer Berliner Deathcoreband. Neben ihrer Ausbildung bei einem Indielabel geht sie normalerweise wöchentlich auf Konzerte und Festivals und möchte auch ihre Zukunft der Musikbranche verschreiben. So nahm sie vor einiger Zeit selbst das Zepter in die Hand und ist seitdem als Bookerin und Bandmanagerin tätig. Falls sie gerade nicht im Pit steht, findet man sie in der Hauptstadt vor und hinter der Bar oder am Adriatischen Meer als Reiseleiterin. Die kühle Blonde greift am Wochenende zum Gin Tonic und im Plattenregal nach Thornhill, Malevolence, Parkway Drive und Deez Nuts.
Zusammenarbeit frei nach dem Motto „geteiltes Glück ist doppeltes Glück“. Das dachten sich wohl auch die Mitglieder von Mrs Goat und Avalanche. Die beiden deutschen Post-Hardcore-Bands aus Berlin und Essen veröffentlichen nun ihre erste gemeinsame Split-EP namens „Isolate / Integrate“.
Nach einigen Jahren der Zusammenarbeit konnten sie nun endlich ein gemeinsames Projekt verwirklichen und präsentieren uns ihre Version von Wut, Verzweiflung und Sehnsucht.
Avalanche und Mrs Goat verwirklichen sich einen kleinen Traum
Die EP startet mit einem Song von Avalanche. Gedämpfte Gitarren- und Schlagzeugsounds dringen wie durch eine Kellertür in unsere Ohren und eröffnen so „Beneath the Surface“. Die bereits im Vorfeld erschienene Single mit düsteren Zeilen formt sich durch klassische Gitarren- und Bassspiele, einem satten Schlagzeug und guten Breaks und Breakdown. Sänger Nic screamt den Hauptteil des Songs – alles bis auf den Refrain, der mit Untermalung durch Backingscreams sehr clean und klar gesungen wird.
„Get out“ flüstert uns dann Gerrit, Sänger und Gitarrist der Berliner Band Mrs Goat, entgegen. Noch bevor wir uns fragen können, wohin oder woher überhaupt, reißen uns die Gitarren auch schon mit. „Sabretooth“ handelt, so die Band, von Misskommunikation, Deadlines und Leistungsdruck. Themen, die uns so gut wie alle umgeben. Gesanglich erinnert es immer wieder an Rockgrößen unserer Zeit und auch sonst kann ich mir den Song jetzt schon auf dem nächsten Festival vorstellen. Auch endet der Titel mit Gerrits „Get out“. wer aber wissen will, wo heraus, sollte die EP dann einfach selbst auschecken…
Lyrics mit Bedeutung
Avalanche legen nach: „Your Smile“. Was zuerst eher kitschig klingt, entpuppt sich als textlicher Hilferuf. Der Wunsch nach Lebenswertem und in diesem Fall nach diesem einen Lächeln. Musikalisch schon Richtung Pop-Punk verpackt, versteckt die Melodie des Songs seine tiefe Bedeutung. Genaues Hinhören lohnt also, wie so oft. Gen Ende fließen dann noch einmal härtere, sowie auch softere Klänge ein und runden Avalanches Teil der Split-EP ab.
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Der vierte und letzte Track im Bunde wird dann wieder von Mrs Goat geliefert: „Better Times“ handelt von persönlichen Erfahrungen mit Themen wie Depression und Weltschmerz. Ein Abschluss, der nochmal zum Headbangen veranlasst: Nachdem uns Gerrit wieder etwas ins Ohr wispert, erleben wir nochmal einen saftigen Breakdown. Sehr leidenschaftlich klingen Melodik wie Gesang und machen Lust auf mehr.
Schade, dass die Split-EP nur aus vier Songs besteht. So ist sie, auch durch die alternierenden Interpreten, eine erfrischende Abwechslung in der teils gleichförmigen EP-Welt. Wie variabel auch Genres in sich sein können, zeigen uns beide Bands hier mit verschiedenen Interpretationen des Post-Hardcore. Da bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens kleine Bühnen im Sommer wieder bespielbar sind.
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Obwohl beide Bands eher noch als Newcomer gelten, ist dieser Release bei weitem nicht der Erste beider Bands. So können sowohl Avalanche als auch Mrs Goat auf eine mehrteilige EP-Diskografie zurückblicken, die es lohnt, entdeckt zu werden.
Bild: Offizielles Artwork zu „Isolate / Integrate“ von Mrs Goat und Avalanche
Fazit
Kurz und knackig, eine schöne Abwechslung sowohl in sich, als auch auf den Ohren. Immer wieder schön zu sehen, dass es noch talentierten Nachwuchs gibt. Es passieren natürlich keine großen Überraschungen, aber ich freue mich mitzuerleben, wie Sound und Qualität stetig professioneller werden. Nächstes Mal gerne mehr, wir sehen uns in der Linse.

Isolate / Integrate
Album
VÖ
cd
▶Tracklist 4 Songs
- 1Beneath The Surface
- 2Sabretooth
- 3Your Smile
- 4Better Times