Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
„Nur wer vergessen wird, ist tot!“ ein Satz, den die Hafensaengers zu ihrem persönlichen Motto gemacht haben. Das neue Album „Sehnsucht gedeiht im Dreck“, welches am 02. Juni 2023 veröffentlicht wird, hat genau diesen Anspruch, die Band unsterblich zu machen. Ob es den Hamburger Jungs mit der zwölf Song starken Platte gelingt, erfahrt ihr in unserer Rezension.
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Die Hafensaengers greifen auf einen großen Erfahrungsschatz zurück
Musikalisch ist das Duo Hafensaengers keineswegs ein unbeschriebenes Blatt. So besitzen beide Bandmitglieder ihre Wurzeln im Hardcore. Sänger Thomas musizierte zuvor ind er Band Light Your Anchor, während Drummer Max Teil von Modern Vision war. Sicherlich ist die Herkunft der Band auch ein Punkt für den starken DIY-Gedanken der Band. So wird „Sehnsucht gedeiht im Dreck“ in Eigenregie produziert und über das bandeigene Label Waterkant Records veröffentlicht.
Im Vorfeld zum Release von „Sehnsucht gedeiht im Dreck“ veröffentlichten die Hafensaengers bereits acht der zwölf Tracks als Single. Darin beweist die Band in Songs wie „Für Elise“, „Altes Herz“, oder „So was wie Stars“, dass der Hardcore nicht ganz aus den Köpfen der Jungs entglitten ist. Die Stücke sind eingängig, thematisieren persönlich wirkende Erfahrungen und sind lyrisch sehr gradlinig geschrieben, was Hand in Hand mit der Musik geht.
Abseits dessen schaffen es die Hafensaengers richtige Ohrwürmer zu schreiben. So besitzen Tracks, wie „Die Stille Zuhaus“, oder „Gewinner“ definitiv das Potenzial, sich langfristig in den Gehörgängen festzusetzen. Auch hier spielt der Band der gradlinige musikalische Aufbau sowie eine eingängige Stimmführung in die Karten. Dabei kombiniert das Duo Elemente aus Hardcore und Punk mit einer tief gehenden Schwere und Melancholie, die man eventuell mit der Vielfalt von Bands, wie Malevolence vergleichen kann (was nicht bedeutet, dass die Bands ähnlich klingen, es geht hierbei um den Mix der unterschiedlichen Einflüsse).
Kann ein Album zu viel des Guten sein?
Es gibt jedoch auch kritisches Zum Album der Hafensaengers zu sagen. Hat man einmal ein Gespür für die Songstruktur der Band entwickelt, so bietet „Sehnsucht gedeiht im Dreck“ eine geringe Varianz. Auch die Lyrics geben in Songs, wie „Gedeiht im Dreck“, oder „Dunkelfarben“ wenig Tiefe mit sich und es scheint beinahe so, als wäre das Album eher eine Compilation aus einzelnen Singles, die in der Masse die Zuhörenden übersättigen.
Durch die Vielzahl an Vorabveröffentlichungen birgt „Sehnsucht gedeiht im Dreck“ nur wenige Überraschungen. Hier sticht „Vergiss’ mein nicht“ mit seinen Chor-Samples heraus, die den angespielten Break deutlich voller erklingen lässt. Ein Stilmittel, von dem man sich durchaus mehr wünschen könnte. Wer weiß, ob uns die Hafensaengers diesen Gefallen in Zukunft machen. Es bleibt spannend.
Foto: Hafensaengers / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem neuen Album „Sehnsucht gedeiht im Dreck“ liefern die Hafensaengers ihr lange angekündigtes Album in DIY-Manier. Darin verarbeitet das Hamburger Duo persönliche Gedanken und Momente, umwickelt mit einer Mischung aus Punk, Hardcore und melancholischer Schwere. Durch die große Anzahl an Vorabveröffentlichungen scheint es allerdings so, als hielte das Album keine großen Überraschungen mehr bereit. Darüber hinaus wirken die Songs am Stück gehört recht ähnlich. Zwar gibt es viele berechtigte Stimmen, die sagen, dass ein Album mit vielen Single-Auskopplungen immer noch Mehrwert besitzt, in diesem Falle übersättigen die Songs in ihrer Reihenfolge allerdings das Hörgefühl.

Sehnsucht gedeiht im Dreck
Album
VÖ
cd · vinyl
