
Kevin stellt den nördlichen Teil von MoreCore dar. Seitdem er zum Team gestoßen ist, ist er fester Teil der Redaktion und wird liebevoll "Redaktionsrambo" genannt, da er einfach überall am Start ist. Seien es Reviews, Konzert-Berichte, Interviews oder Unterstützung im MoreCore.TV Team, Kevin ist gerne dabei. Ursprünglich im Hardcore und Punkrock zu Hause, interessiert er sich für die unterschiedlichsten Genre und entdeckt gerne neue Künstler. Wenn es für MoreCore gerade einmal nichts zu tippen gibt, nimmt er auch selbst die Gitarre in die Hand und schrammelt etwas vor sich hin. Neben der Musik, Festivals und Konzerten begeistert Kevin sich für American Football und schlägt sich dafür mit Freude die ein oder andere Nacht um die Ohren.
Im Jahre 2018 schlug mit „Mark Of Rot“ die große Stunde für die Dänen von Cabal. Der Startschuss für einen energetischen und diabolischen Sound. Mit ihrem dritten Studio-Album „Magno Interitus“ möchte die Band nun den nächsten Schritt ihrer Karriere wagen. Das Album, das an diesem Freitag via Nuclear Blast erscheint, kommt mit elf Songs um die Ecke. Stücke, die wir für euch in unserer Review schon einmal auf Herz und Nieren getestet haben.
Instagram Post
Das dritte Album einer Band stellt oft ein besonderes Momentum dar, da es nach den ersten beiden Releases die zukünftige Marschrichtung vorgibt. So kann bei der Kopenhagener Band Cabal definitiv davon gesprochen werden, dass sie ihrem Sound im Großen und Ganzen treu geblieben sind, es darüber hinaus allerdings geschafft haben, diesen weiterzuentwickeln.
Wenn „Magno Interitus“ eines ist, dann kompromisslos! Das wird gleich mit dem ersten Song „If I Hang, Let Me Swing“ deutlich. Fans erwartet ein einnehmender, doomiger Sound, der eine schaurige Grundstimmung verbreitet und durch variantenreiche Screams und Growls von Frontmann Andreas Paarup ergänzt wird.
Und „ergänzen“ ist an dieser Stelle genau der richtige Ausdruck, denn Cabal schaffen es, die Vocals im Gesamtsong versinken zu lassen. Auf der einen Seite ist es das Spiel mit einer Vielzahl unterschiedlicher Soundlayer und Instrumentals – wie im Titeltrack oder auch im Song „Like Vultures“ zu hören – die sehr einnehmend sind. So einnehmend, dass der Gesang teilweise eher dezent wirkt und nicht im Mittelpunkt steht. So würde man es von anderen modernen Produktionen erwarten.
Zum anderen ist es, wie bereits bei den Vorgänger-Platten, das Spiel mit dem Krach, das Cabal nahezu perfektioniert haben. Stücke wie „Existence Ensnared“ oder „Blod af Mit“ verwenden dieses Element und sorgen damit für einen ungehaltenen Sound, der durchaus fordernd sein kann und definitiv nicht für jeden Höranlass gedacht ist.
Cabal liefern Drums ohne Ende!
Definitiv eine Bereicherung von Cabals neustem Album sind die Drums. Vielseitig, kraftvoll und mit der richtigen Dosierung verspielt, bilden sie den roten Faden, der sich durch das Album zieht. Seien es intensive Blastbeats, wie in „Insidious“, die dem Song einen Black Metal-Charme verleihen, oder der Breakdown straight outta hell in „Insatiable“, der definitiv das Highlight eines sonst zu Teilen eher zähen Songs darstellt – die Kreativität der Drums bringt Freude.
In Summe gibt es jedoch den ein oder anderen Punkt, den man „Magno Interitus“ zu Lasten legen muss. So wäre im Gesamtkonzept etwas mehr Abwechslung in der Ausgestaltung der Songs wünschenswert. Dabei wäre es vermessen, eine stilistische Diversität zu erwarten, vielmehr sind es die einzelnen musikalischen Themen und Elemente, die Variation vertragen könnten. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass beinahe jeder zweite Song einen horroresken Keyboard-Akkord aufweist. Ein Element, das definitiv Charme besitzt, jedoch in Maßen eingesetzt werden sollte.
Ein Finale mit Luft nach oben
Ein weiterer Punkt ist das recht kurzlebige Ende des neuen Cabal-Albums. Während „Exsanguination“ durch einen besonders runden Refrain überzeugt, der durch den Background seinen finalen Schliff verliehen bekommt, ist „Plague Bringer“ zwar ein solider und grooviger Song, der jedoch insgesamt eher weniger auffällt.
Hier hätte man sich andere Stücke wie „Exit Wound“ sehr gut vorstellen können. Dieser Track bringt insgesamt durch seine gradlinige Struktur etwas Ruhe in ein sonst sehr vollgeladenes Songkonstrukt und hätte damit „Magno Interitus“ gelungen abgerundet.
Foto: Christoffer Rosenfeldt / Offizielles Pressebild
Fazit
Mit ihrem neuen Album „Magno Interitus“ bringen Cabal ihren Sound auf das nächste Level. Es ist eine spürbare Weiterentwicklung festzustellen, die ganz im Stile der Band verbleibt. Darüber hinaus wären weitere kreative Ausflüchte von musikalischer Seite sowie eine intensivere Dramaturgie in der Albumstruktur wünschenswert.

▶Tracklist 11 Songs
- 1If I Hang, Let Me Swing
- 2Insidious
- 3Magno Interitus
- 4Existence Ensnared
- 5Insatiable
- 6Blod af Mit
- 7Exit Wound
- 8Violent Ends
- 9Like Vultures
- 10Exsanguination
- 11Plague Bringer

