
System Of A Down: Warum sich Serj Tankian während der letzten Alben „emotional entfernt“ hat
„Es war eine seltsame Phase.“
Als Redakteurin bei MoreCore.de versorgt Laura ihre Leser:innen mit den heißesten News aus der alternativen Musikszene. Sie hat ein besonderes Faible für Deathcore, aber ihre Liebe zur Musik erstreckt sich über eine breite Palette von Genres. Seit neuestem versucht sich Laura am Schlagzeug – und geht dabei ihren Nachbar:innen gehörig auf den Keks. Immerhin geht es ab und zu auch etwas ruhiger zu, denn neben der Musik zählt Gaming zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Von Baldur's Gate 3 kommt sie seit Monaten nicht los…
Die „aktuellen“ Longplayer von System Of A Down liegen mittlerweile fast zwei Jahrzehnte zurück. Frontmann Serj Tankian offenbart nun in einem Interview, dass er bereits während der Arbeiten an „Mezmerize“ und „Hypnotize“ (beide 2005) innerlich nicht mehr vollständig bei der Band war.
Tankians zunehmende Entfremdung von seinen Bandkollegen in dieser Phase ist kein Geheimnis, darüber sprach er schon häufiger. Doch im Gespräch mit Metal Hammer gewährt er nun weitere Einblicke in die Spannungen, die letztlich zur längeren Auszeit der Band zwischen 2006 und 2010 führten.
System Of A Down: Serj Tankian hat sich „emotional entfernt“
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„Ich hatte eine ganz besondere Beziehung zu den letzten paar Platten, weil ich mich während der Aufnahme bis zu einem gewissen Grad emotional von der Band entfernt hatte“, reflektiert Tankian. „Durch das ganze Push and Pull wurde ich sehr passiv. Es gab Musik, die ich einbringen wollte, aber ich hatte das Gefühl, dass ich es nicht konnte… Ich war an einem seltsamen Ort. Ich habe einen kreativen Beitrag geleistet, aber ich habe nicht … ich weiß es nicht. Ich brauchte Sauerstoff – ich hatte das Gefühl, dass zu viel los war.“
Trotzdem bezeichnet Tankian die Songs auf „Mezmerize“ und „Hypnotize“ immer noch als „großartig“, auch wenn es eine „seltsame Phase“ war, in der sie entstanden.
Obwohl wir seitdem zwar kein neues System Of A Down-Album bekommen haben, kam die Band 2020 immerhin für die beiden Singles „Protect the Land“ und „Genocidal Humanoidz“ zusammen, um Spenden für Arzach und Armenien zu sammeln, als diese von Aserbaidschan und der Türkei angegriffen wurden.
Falls System Of A Down je wieder ein Album in Angriff nehmen, müsste es laut Tankian ein „völliger Neuanfang“ sein, wie er kürzlich im Gespräch mit The Sun erklärte.
Derzeit treten System Of A Down gelegentlich live auf. Abseits der Band veröffentlichte Tankian im September seine Solo-EP „Foundations“ und brachte in diesem Jahr zudem seine Autobiografie „Down With The System“ auf den Markt.
Foto: Travis Shinn / Offizielles Pressebild



