
Slam Dunk Gründer wird sexueller Missbrauch vorgeworfen
Schwere Anschuldigungen gegen den Slam Dunk Gründer. Das Festival veröffentlicht Statement.
Helene Oelerich
Disclaimer: Der folgende Artikel enthält Schilderungen und Zitate im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt sowie Drogenkonsum. Die beschriebenen Inhalte können für einige Leser*innen belastend oder retraumatisierend sein. Bitte lest entsprechend achtsam. Hilfsangebote findet ihr am Ende des Artikels.
Hinweis in eigener Sache: MoreCore ist Präsentator des Slam Dunk Germany 2026. Eine kommerzielle Partnerschaft beeinflusst unsere redaktionelle Berichterstattung nicht. Aus Gründen der Transparenz weisen wir hier explizit darauf hin. Wir sind mit den Veranstaltern im Kontakt und beobachten die Entwicklungen.
Die britische Schauspielerin und Showgirl Jenny Miller hat über die sozialen Medien schwere Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen Ben Ray, den Gründer des Slam Dunk Festivals, öffentlich gemacht. Ray weist die Anschuldigungen über ein Statement des Festivals entschieden zurück, hat sich aber zunächst aus den operativen Abläufen zurückgezogen.
Slam Dunk-Gründer wird sexueller Missbrauch vorgeworfen
Am 23. April 2026 veröffentlichte Jenny Miller jeweils einen Beitrag auf ihrem Facebook- und Instagram-Account. Darin wirft sie Ray vor, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Sie schreibt, dass der Slam Dunk-Gründer und sie befreundet gewesen seien. Außerdem habe sie gelegentlich für ihn gestrippt – mit der strengen Regel, dass Ray sie nicht berühren dürfe.
Bei einem privaten Treffen soll Ray laut Miller Drogen mitgebracht und ihr verabreicht haben. Nachdem sie die Drogen konsumiert hatte, sei es zu sexuellen Handlungen ohne ihre Einwilligung gekommen. Auch als sie versucht habe, sich zu wehren, habe Ray nicht von ihr abgelassen. Ergänzend zu ihrem Statement teilte Miller Screenshots, die einen Textnachrichten-Verlauf zwischen ihr und Ray zeigen sollen. Eine unabhängige Bestätigung der Echtheit dieser Nachrichten liegt nicht vor.
Das Statement von Jenny Miller
In ihren mittlerweile gelöschten Social-Media-Posts schrieb Miller (Übersetzung, Auszug):
„Dieser Mann hat mich mehrfach sexuell missbraucht und mich vergewaltigt, als ich von dem Kokain, das er mir gegeben hatte, das Bewusstsein verlor. Ich bin dabei, Anzeige gegen ihn zu erstatten – aufgrund all des Traumas, das er mir zugefügt hat. Er war mein Freund, und ich habe ihm vertraut. Er hat mich dafür bezahlt, für ihn zu tanzen, weil er von Stripperinnen besessen war und ich Geld brauchte – aber die klare Regel war: Er darf mich niemals anfassen."
Miller schildert in ihrem Posting weiter, wie es bei dem Treffen trotz dieser Regel zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll, gegen die sie sich nicht habe wehren können. Aus Rücksicht auf Miller, die ihr Statement inzwischen gelöscht hat, verzichten wir auf die Wiedergabe der detaillierten Schilderungen.
Zum Hintergrund schreibt Miller, sie habe Ray in einem Stripclub kennengelernt und sich mit ihm angefreundet, weil er ihr einen Job als Tänzerin im VIP-Bereich seines Festivals angeboten habe. Auch von einem geplanten eigenen Stripclub sei die Rede gewesen. Die Bekanntschaft mit gemeinsamen Freunden aus dem Band-Umfeld habe das Vertrauen aus ihrer Sicht zusätzlich gestützt.
Mittlerweile sind die Postings von Jenny Miller online nicht mehr verfügbar. In einer Instagram-Story erklärte sie, die Polizei habe ihr zum Löschen geraten — sie habe dies nur ungern getan, da sie weiter auf den Missbrauch aufmerksam machen wolle. Für den Support, den sie erhalten habe, bedankte sie sich.
Slam Dunk Festival reagiert auf die Vorwürfe
Am Freitag, 24. April 2026, also einen Tag nach Millers Posts, reagierte das Slam Dunk Festival mit einem öffentlichen Statement. Darin heißt es, dass sich einer der Geschäftsführer aus den Festival-Aktivitäten zurückziehen werde. Als Grund werden die „gestrigen Anschuldigungen" genannt. Auch wenn das Slam Dunk keine Namen nennt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Ben Ray handelt. Im Statement heißt es:
„Wir sind uns der gestern veröffentlichten Vorwürfe gegen einen unserer Direktoren bewusst. Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und verstehen, dass sie für unsere Community belastend und schwer zu verarbeiten sein können.
Unsere Slam-Dunk-Fans, Mitarbeitenden und Künstler haben wie immer oberste Priorität. Obwohl der Betroffene die Vorwürfe entschieden zurückweist, hat der betreffende Direktor sich in Abstimmung mit dem Vorstand dazu bereit erklärt, sich während der laufenden Angelegenheit aus den operativen Abläufen von Slam Dunk zurückzuziehen.
Slam Dunk bleibt weiterhin verpflichtet, ein sicheres, respektvolles und inklusives Umfeld für alle Mitarbeitenden, Partner und Kunden zu gewährleisten. Unsere Werte und unsere Unternehmenskultur sind grundlegend für unser Handeln, und wir setzen uns dafür ein, diese einzuhalten.
Es wäre unangemessen, sich zu einem laufenden rechtlichen Verfahren weiter zu äußern. Wir versprechen unserer Slam-Dunk-Community jedoch Transparenz und Ehrlichkeit und werden zu gegebener Zeit weitere Informationen bereitstellen."
Instagram Post
Ben Ray selbst hat sich öffentlich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht über die Sache entschieden hat.
Slam Dunk Germany feiert dieses Jahr Premiere
Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen läuft die Vorbereitung des Slam Dunk Germany weiter. Dieses Jahr findet das Festival erstmalig in Deutschland statt: Am 29. Mai 2026 feiert es in der Turbinenhalle in Oberhausen seine Premiere. Das Debüt-Lineup besteht aus Knocked Loose, Paleface Swiss, Stand Atlantic, Boston Manor, Hawthorne Heights und vielen mehr.
Hilfe und Unterstützung: Wer von sexualisierter Gewalt betroffen ist, findet kostenlos und anonym Hilfe beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016, rund um die Uhr) sowie beim Hilfetelefon „Sexueller Missbrauch" (0800 22 55 530). Beratung und Unterstützung gibt es auch bei weisser-ring.de.


