
Kritik: Sevendust – All I See Is War
Was passiert, wenn man eigentlich in alten Boxen wühlt? Also...
Julian ist bei uns immer der Mensch, der anfängt zu wirbeln, wenn viele Projekte aufblühen; hier mal eine Review, da mal ein Live-Bericht, dann wird da mal der Rock am Ring Content geplant und jetzt, zu guter Letzt, die MoreCare-Woche, unsere Initiative zur Mental Health Awareness. Wenn er mal nicht selber hinterm Schlagzeug sitzt oder sich mit Musik beschäftigt, ist Julian mit unserem guten Philip und unserer Julia am Rodarock beteiligt oder in sozialen Projekten und Beratungen in Aachen und Umgebung beschäftigt. Womit ihr ihn immer gut abfangen könnt? ‘ner guten Nudelsuppe! Falls er also mal wegen eines Interviews in einer eurer Städte ist, nennt ihm eure Hotspots!
Was passiert, wenn man eigentlich in alten Boxen wühlt? Also abgesehen davon, dass man unliebsame Fotos findet ala “Oh Gott, so sah ich damals ohne Bart aus?”. Man findet immer wieder alte Alben von Knallern wie Sevendust, die eine massive Diskographie aufweisen können. Die letzten Scheiben wurden mit der Zeit nicht immer positiv aufgenommen, aber dieses Mal haben sie es mit Rise Records neu gewagt uuuuuund… “Ja? Ja? Gut? Schlecht? Erzähl!”
Mache ich liebend gern! Mit einem langen Fade-In geht’s in den uns schon bekannten Song “Dirty”, der mit einem treibenden Beat uns direkt wachscheppert. Besonders gut gefallen mir auch dort die etwas “klassischen” Fills des Drummers, sowie auch der gesamte alte “Skater”-Flair, nur aufgepeppt!
Weiter geht’s mit dem Song “God Bites His Tongue”, bei dem wieder ein kleines Intro zu Beginn startet und dann mit einer breiten und mächtigen Gitarren-Einlage weitergeht. Danach kommt ein sehr grooviger Strophenteil, der mich irgendwie an “alte” Metal-Zeiten erinnert, aber dadurch absoluten Nostalgie-Wert hat. Schlecht klingt das aber absolut nicht, da die Produktion alles sehr modern und fett klingen lässt.
Auch der nächste Song, “Medicated”, wurde zuvor veröffentlicht, aber holla. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut bei diesem unglaublich gefühlvollem Refrain. Witherspoons Stimme fährt gerade in diesem Song in einer unglaublichen Breite ins Gehör und will quasi, dass man mitsingt. Wahnsinn!
Überspringen wir mal einen und gehen zum Song “Sickness”, dem nächsten Gefühlsbolzen, der dazu mit mächtigen Instrumental-Parts daherkommt. Es ist so, als ob die Metal-Giganten als Creed & Disturbed ein Kind in die Zukunft geschickt hätten und es modernisiert hätten. Quasi ein sehr geil singender Terminator.
Wo wir gerade bei Terminator sind; härtere Songs? Die gibt e.! “Risen” ist dafür ein super Beispiel. Die Gitarren brettern in den Strophen schnelle Stakkato-Parts, die von groovigen Takten unterbrochen werden. Ein super ausgeglichenes Hin und Her, das wieder von einem brachialem Refrain beendet wird. Gefällt!
Direkt danach kommt mein persönlicher 2000er-Moment namens “Moments”. Klavier, Tom-Beats auf dem Drumset, 6/4 Takt. Es ist soweit, packt Need for Speed: Underground wieder aus und lasst den Track im Hintergrund laufen. Mega.
Bespreche ich die weiteren Songs? Nö. Stört das für den Eindruck? Genauso wenig! Die Produktion des Albums ist durchweg solide, die Gitarren drücken ordentlich, die Drums klingen super ordentlich, aber nicht zu „compressed“ und Witherspoon ist in jedem Song die Kirsche obendrauf. Ein tolles Sommeralbum mit (fast) nur richtig guten Songs! Die “neue” Sevendust-Formel, brachiale Refrains in jeden Song zu packen, geht super auf und macht besonders im Auto gute Laune.
Wertung: 8/10
Band: Sevendust


