
Polizei nimmt Fans bei Pop-Punk-Show in den USA fest… weil sie moshen und stagediven
Wait. What?
Julia L. ist die zweite Julia im MoreCore-Bunde und ergänzt das Team gerne mit Rezensionen, News, Live-Berichten sowie kleineren und größeren Schreibarbeiten. Als Germanistin aus dem schönen Hessen ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen “da ist ein grammatikalischer Fehler im Satz!” und “am liebste tät isch de ganze Tach nur hessisch babbele”. Tippt sie nicht gerade wie wild auf der Tastatur rum, um irgendetwas zu Papier zu bringen, findet man sie gerne mit ihrem Hund im Feld oder auf Shows und Konzerten im Rhein-Main-Gebiet. Für einige Bands fährt sie aber auch gerne mal nach NRW, Rheinland-Pfalz, Bayern oder Baden-Württemberg. Autofahren tut sie auch besonders gerne und hat dabei am liebsten gute Musik laufen. Leider will wegen der bei ihren Freunden verhassten “Schreimusik” kaum jemand mitfahren. Umso besser, denn dann hört niemand, wie schief sie mitsingt!
Egal, ob Hardcore, Punkrock oder Pop-Punk – wer auf ein Konzert einer Band oder eines Acts geht, der sich diesen Genres zugehörig fühlt, muss mit Moshpits, Circle Pits oder Stagediving rechnen. Doch offenbar hatten Besucher der Show von Joyce Manor, Porch Coffin und Glazed am Freitagabend die Rechnung ohne die Behörden gemacht, denn die Polizei brach die Show ab und nahm einige Fans wegen Moshens und Stagedivens fest.
Polizei untersagt Pop-Punk-Show wegen Moshen und Stagediving
Bitte was? Ja, richtig gelesen. Der Auftritt der Kombo war ursprünglich für eine andere Location gebucht, wurde aber in das Prime Osborn Convention Center in Jacksonville, Florida verlegt. Dort fand zeitgleich die Popkultur-Messe Collective Con statt. Und allem Anschein nach hatte das Sicherheitspersonal an diesem Abend ein Problem mit Besuchern der Show, die von der Bühne ins Publikum sprangen oder eben im Moshpit aktiv waren.
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Nachdem es ihnen nicht gelungen war, die Situation „unter Kontrolle“ zu bringen, wurde die Polizei gerufen, um den Auftritt zu beenden und das Publikum zu beruhigen. Als Folge wurden mehrere Konzertbesucher in Gewahrsam genommen und abgeführt.
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Ein User auf Reddit schilderte seine Sicht der Ereignisse und beschreibt den Einsatz als völlig überzogen. Man sei von vornherein hart gegen Fans vorgegangen und auch der Polizeiaufmarsch sei dafür, dass nichts vorgefallen war, immens hoch gewesen. Zehn bis 13 Polizeifahrzeuge hätten vor der Location gestanden und entsprechend viele Beamte Zuschauer festgenommen, seiner Aussage nach vornehmlich PoC, was er von der Polizei in Jacksonville nicht anders kennen würde.
„convention center clearly didn’t research before agreeing to move the show to their building. had who is assuming was an event organizer come on stage 5 mins into the set and tell everyone to stop moshing/crowd surfing so we could ‚have a safe show‘ to which people booed and cursed him off stage. few mins later they planted a security guard in the middle of the stage to throw people off if they got on stage to dive/crowd surf. ended up forcefully escorting a few off stage.
minutes later the band announced the fire marshall was shutting the show down. i left pretty soon after that because i could tell it was gonna be bad news if i hung around, but my friends and i walked outside to what had to be at LEAST 10-13 cop cars lit up. that’s when the arrests started happening and a whole army attacking a bunch of kids who did nothing wrong. imagine going to see your favorite band and walking out in cuffs for having a good time.
the osborn center encouraged police brutality tonight (also the only arrests i saw were people of color, no surprise there. holds up for jacksonville police.) and called law enforcement for NOTHING. huge shame on them for being so unprepared, impatient and judgmental. kinda scared what the outcome was for JM. wonder if they got in trouble.“
Ein Statement von Joyce Manor oder einer der anderen anwesenden Bands gibt es noch nicht. Wir hoffen, dass bei dem Polizeieinsatz niemand ernsthaft verletzt wurde und dass die Behörden nicht auf die Idee kommen, jemandem eine Strafe aufzuerlegen.


