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One Step Closer: „Was uns auf hoher See erwartet, wird größer als alles, was wir kennen.“
Zwischen Wellen, Gänsehaut und dem Vermächtnis von Linkin Park.
VON
Jonas Happel
AM 02/12/2025
Geschätzte Lesezeit:
- Minuten
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Wenn die Tattoo Cruise 2026 auf der Mein Schiff 4 im kommenden Jahr ablegt, wird das Pooldeck zur Bühne. Und das für eine der wohl ungewöhnlichsten Begegnungen aus Musik, Gemeinschaft und Tattoo-Kultur.
Die Tattoo Cruise bringt internationale Tätowierer:innen, Rock-Acts und Fans auf hoher See zusammen. Drei Tage voller Farbe, Energie und Emotion. Mitten in diesem Setting stehen One Step Closer, die seit fast einem Jahrzehnt zu den intensivsten Linkin-Park-Tribute-Acts im deutschsprachigen Raum gehören.
Schon unsere News zur Cruise machte klar, dass dieses Event mehr als nur eine Tattoo-Convention ist. Doch beim Gespräch mit One Step Closer wird erst deutlich, wie groß die Vorfreude wirklich ist.
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„Meinen die wirklich uns?“ – Ein Moment zwischen Unglauben und Begeisterung
Der Moment, als die Anfrage kam, fühlt sich für die Band bis heute surreal an. Eva beschreibt ihn als eine Mischung aus Fassungslosigkeit und kindlicher Aufregung, denn die Vorstellung, die Helden der eigenen Jugend auf einem Kreuzfahrtschiff zu zelebrieren, überstieg jede Erwartung.
Nötschi erinnert sich schmunzelnd daran, wie er zunächst glaubte, jemand wolle ihn veräppeln. Erst der zweite Gedanke war klar und laut: „Auf jeden Fall müssen wir das machen!“ Was wie ein außergewöhnlicher Gig klingt, ist für die Band ein echter Meilenstein, und eine Ehre.
Emotionen, die das Deck zum Beben bringen
Die Shows von One Step Closer leben von Hochspannung, purer Energie und genau jenen Momenten, in denen man glaubt, die Songs hätten wieder die Bedeutung, die sie einst hatten.
Besonders intensiv sind für die Band nach wie vor die ruhigen Stücke. „One More Light“ oder „Lost“ entwickeln live ein mitreißendes Eigenleben. Oft so stark, dass der Gesang des Publikums die Vocals auf der Bühne übertönt.
Auf dem offenen Meer, unter Sternenhimmel und begleitet vom Wind, bekommt dieser Effekt sicherlich eine ganz eigene Dimension. Das Pooldeck wird zum Resonanzkörper, und Songs wie Crawling dürften dafür sorgen, dass niemand stillstehen kann. Eva verspricht lachend: „Ihr habt keine andere Wahl als komplett zu eskalieren.“
Tattoos und Musik – zwei Sprachen derselben Emotion
Dass gerade One Step Closer Teil der Tattoo Cruise sind, wirkt fast selbstverständlich. Denn Tattoos und die Musik von Linkin Park teilen denselben Kern: Sie erzählen Geschichten und geben Menschen ein Ventil, Gefühle sichtbar oder hörbar zu machen.
Eva spricht über Tätowierungen als Ausdruck von Selbstbestimmung, Verarbeitung und Abgrenzung. All das, was Musik ebenfalls leisten kann, nur auf andere Weise.
Sie beschreibt Tattoos als „bildhafte Version von etwas, das Musik im Inneren anstößt“. Ein Gedanke, der auf einem Schiff voller Kunstschaffender, Tätowierer:innen und Fans kaum besser aufgehoben sein könnte.
Proben in der Kabine, Wind im Gesicht – das Abenteuer eines Gigs auf See
Für eine Band, die an Clubs, Hallen und Festivalbühnen gewöhnt ist, klingt ein Auftritt mitten auf dem Mittelmeer fast wie ein Experiment. Das Einsingen in einer Kabine mit dünnen Wänden? Neue Herausforderung. Eine Bühne, die leicht schwankt? Ungewohnt. Wind, Wetter, Salzwasser? Unberechenbar. Doch statt Sorgen herrscht spürbare Vorfreude. „Alltag ist das auf keinen Fall – leider“, sagt Eva. Es sei genau diese Unvorhersehbarkeit, die den Auftritt besonders mache. Nötschi nimmt es humorvoller: „Mal schauen, ob jemand seekrank wird, dann wird’s noch spannender.“
Warum One Step Closer diese Songs so glaubwürdig transportieren
Die Verbindung zwischen Band und Material reicht weit über das bloße Covern hinaus. Viele in der Gruppe haben Linkin Park 2000 mit der ersten Single „One Step Closer“ entdeckt. Eine musikalische Offenbarung, die Metal, Rap und elektronische Elemente zu etwas völlig Neuem kombinierte. Nötschi sagt offen: „Keine andere Band hat meinen musikalischen Weg so geprägt.“
Diese Echtheit spürt man in jeder Show. Es ist kein Schauspiel, kein Abspulen von Klassikern, sondern ein gemeinsames Wiedererleben. Die Band lebt diese Songs und deshalb kann das Publikum sich darin wiederfinden.
Ein Publikum, das freier feiert als an Land
Auf einem Schiff gelten andere Regeln. Niemand muss heimfahren, niemand hat Termine. Die Fans teilen denselben Raum, denselben Zeitraum, dieselbe Leidenschaft. Die Band ist überzeugt, dass genau das zu einer Ekstase führen wird, wie man sie an Land kaum erlebt. Circle Pits werden vielleicht etwas vorsichtiger ausfallen, denn frisch gestochene Tattoos wollen schließlich geschont werden. Aber der Rest? Eine einzige gemeinsame Feier.
Zwischen Chester und Emily: Die Balance zweier Welten
Besonders spannend ist, wie One Step Closer mit den beiden großen Stimmen der Linkin-Park-Geschichte umgehen. Chester Bennington bleibt emotionaler Mittelpunkt, das steht außer Frage. Doch die Band zeigt gleichzeitig großen Respekt für die neue Ära mit Emily Armstrong.
Nach intensiven Diskussionen war klar: Die Mischung aus Nostalgie und Aufbruch ist keine Bürde, sondern ein Vorteil. Nötschi beschreibt es als „Jackpot“, zwei Generationen derselben Band verbinden zu können. So entsteht eine Show, die Brücken baut und niemanden ausschließt.
Tinte, Narben und Geschichten
Innerhalb der Band ist das Verhältnis zu Tattoos vielfältig. Einige tragen bedeutungsvolle Motive, wie Eva, deren Tattoos die Spuren eines schweren Unfalls überdecken und ihr eine neue Form der Selbstbestimmung geben. Andere, wie Nötschi, oder weitere Bandmitglieder, gehören zu den wenigen Menschen auf der Cruise, die (noch) völlig ungestochen sind. Aber letztlich geht es ja nicht darum, wie viel Tinte man trägt, sondern warum.
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Eine Reise, die bleibt
Schon jetzt ist klar, dass die Tattoo Cruise für One Step Closer mehr sein wird als eine weitere Show. Es wird ein Erlebnis, das nachhallt: eine Mischung aus Gemeinschaft, Musik, Tätowierkunst und Meer, die so vermutlich nur einmal im Leben passiert.
Fast sicher ist auch: Ein neues Tattoo wird die Band von dieser Reise mitbringen. Ganz sicher ist: Die Erinnerungen werden bleiben wie ein gutes Festival, nur eben auf Wellen statt auf Wiesen.
Alle Informationen, Artists und Co. zur Tattoo Cruise findet ihr über diesen Verweis!
Foto: One Step Closer (Offizielles Pressebild)
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