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„Nergal“ von Behemoth: Rock’n’Roll ist „zu sicher geworden“

„Nergal“ von Behemoth: Rock’n’Roll ist „zu sicher geworden“

In einem Interview, das Behemoth-Sänger Adam „Nergal“ Darski vor...

Admin/27. Juli 2018· Aktualisiert 6. April/3 Min.
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In einem Interview, das Behemoth-Sänger Adam „Nergal“ Darski vor kurzem mit den Kollegen der Zeitschrift Kerrang! geführt hat, verliert er kein gutes Wort über den Status Quo der Rock-(und Metal-)Szene. In seinen Ausführungen lamentiert Darski über den Identitätsverlust, an dem das Genre seiner Meinung nach heutzutage leidet.

Behemoth-Frontmann beklagt zunehmend „politisch korrekte“ Szene

„Für mich bedeutet Rock’n’Roll Freiheit. Es bedeutet, dass du machen kannst, was du willst. Und es fühlt sich so an, als würden wir das aus den Augen verlieren. Es fühlt sich an, als ob Rock zu sicher geworden ist. Ich habe mir vor kurzem Queens Of The Stone Age in Berlin angesehen – und sie waren fantastisch. Aber dann surfe ich wenige Tage später im Netz und sehe das Drama um Josh Homme, weil dieser einer Fotografin ins Gesicht getreten hat. Es schien so, als wäre die ganze Welt gegen ihn; als ob alles auf ihn einprallt! Auf der einen Seite denke ich natürlich, dass das eine schlechte Sache war, die er nicht hätte tun sollen. Aber auf der anderen Seite denke ich ‚Hey Leute, das ist Rock’n’Roll!‘. Es kann gefährlich sein. Es kann chaotisch sein. Es kann dumm sein. Es kann außer Kontrolle geraten. Es hat seine eigenen Rechte und Regeln! Es scheint, als ob alles so reaktionär und politisch korrekt geworden ist. Damals hatten Leute dauernd eine Überdosis, sind gestorben oder haben sich gegenseitig umgebracht. Wir sind eine Kultur, die schon immer Drogen und Alkohol benutzt hat und man muss akzeptieren, dass wir gelegentlich zuviel davon nehmen. […] Ich wurde in Polen in so viele Boykotte und Rechtsstreite verwickelt [weil ich eine Bibel auf der Bühne zerrissen oder mich als Kleriker verkleidet oder ein T-Shirt entworfen habe, dass sich stark an das polnische Staatswappen anlehnt] Diese Witze wurden zu Seite-1-Nachrichten […] Ich habe keine Agenda. Ich bin kein Politiker. Ich bin eine Bühnenfigur. Ich stupse gerne Sachen an – es ist cool, es ist inspirierend, so ist das Leben. Je radikaler die Ansichten sind, desto besser ist die Diskussion. Aber es gibt keine Diskussion. Es geht auch nicht um Provokation, sondern Ehrlichkeit. Ich verehre GG Allin und Jack White gleichermaßen, aber das bedeutet nicht, dass Jack White seinen Schwanz auf der Bühne raushängen lassen oder sich selbst ritzen muss. Sie sind beide Teil eines größeren Rock-Prinzips und ich respektiere sie gleichermaßen für das, was sie sind. Selbst abseits herkömmlicher Rock-Bedingungen gibt es Bands wie Prayers, deren Mitglieder ehemalige Mitglieder von Latino-Gangs sind. Da gibt es einige verrückte Geschichten und das kannst du in ihrer Musik hören. Ich finde sie sehr glaubwürdig, sehr ehrlich – und dafür würde ich sterben. Wir müssen uns daran erinnern, dass sich dieses Genre um diese Freiheit, diese Ehrlichkeit dreht. Manchmal kann dich Rock’n’Roll verletzen. Wenn du nicht verletzt werden willst, solltest du dir Justin Bieber anhören…“

Behemoth selbst stehen kurz vor der Enthüllung ihres neuen Albums, welches uns noch in diesem Jahr erwarten soll. Der von „Nergal“ erwähnte Punkrock-Sänger GG Allin war vor allem für seine „sehr physischen“ Live-Shows bekannt. Auf seinen Konzerten flogen in aller Regelmäßigkeit und einkalkuliert die Fäuste. Allin verstümmelte sich zudem häufiger selbst auf der Bühne, aß seine eigenen Exkremente oder masturbierte vor versammelter Menge. Er starb 1993 an einer Überdosis Heroin.

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