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Movements: “Egal wie selbstbewusst du sein magst, Veränderungen sind immer nervenaufreibend”

Der Weg zur neuen Platte “Ruckus!”.

VON AM 21/08/2023

“Einfach gesagt: Wir haben das gemacht, worauf wir Bock hatten.” Ungefähr so würde Spencer York – Drummer der US-amerikanischen Emo-Band Movements – den Prozess hinter ihrer neuen Platte “Ruckus!” zusammenfassen. Es ist keine große Geschichte und keine aktive Entscheidung, die zum bis dato vielseitigsten Album der Kalifornier geführt hat. “Wir haben nicht versucht, ein Album mit einer gewissen Stimmung oder einem gewissen Vibe zu schreiben.” Die Arbeit an “Ruckus!” begann für die Band 2021 relativ klassisch mit dem digitalen Austausch von Songideen.

Anders als bei den Vorgängern “Feel Something” (2017) und “No Good Left To Give” (2020) – die beide hauptsächlich oder zu großen Teilen am Rechner entstanden – verschob sich das Songwriting ins Studio ihres Stammproduzenten Will Yip. “Wir betrachten Will quasi als fünftes Bandmitglied. Er spielt eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, in Bewegung zu bleiben.” Während ihres fünfwöchigen Aufenthalts in Pennsylvania schrieben und erjammten Movements die zehn Songs gemeinsam und ließen dabei Impulse von allen Bandmitgliedern zu. “Wir haben jedem mal die Zügel in die Hand gegeben, um den Schreibprozess zu starten.”

Movements vertrauen auf ihr Bauchgefühl

Die Band folgte dabei ganz ihrem Instinkt und evaluierte jeden Tag aufs Neue, wonach ihnen musikalisch der Sinn stand. “Wir sind quasi zwischen verschiedenen Stimmungen hin und her gesprungen.“ Inspiration zogen Movements dabei unter anderem nicht nur von Bands aus ihrem eigenen Dunstkreis. “Eine Menge früher 2000er-Nostalgie ist mit ins Album eingebacken.” So lassen sich Spuren der Gorillaz, von The Killers als auch im Falle von “Heaven Sent” ein leichter John Mayer-Vibe feststellen. Des Weiteren hält Spencer auch seine Liebe für Dream Pop oder poppigere Artists wie King Mala oder Devon Again als relevante Einflüsse fest, die ihre Spuren auf “Ruckus!” hinterlassen haben könnten.

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Für den Drummer hat sich die Band mit ihrem dritten Longplayer ein Stück weit neu definiert: “Wir lehnen uns mehr in die Rock/Alternative-Richtung, tauchen aber gleichzeitig in poppigere Gefilde ein und liefern dabei Tracks ab, die auch in Radio-Playlists laufen könnten.” So zeichnet sich die Platte für ihn wesentlich durch zugänglichere Songs und eine gewisse Geradlinigkeit aus. Als Beispiel dafür nennt er die Vorabsingle “Lead Pipe”, die sich für ihn am weitesten weg von ihrem bisherigen Material anfühlt. Auch hier diente als Inspiration für die Bassline und die Drums ein großer Song der frühen 2000er – “Seven Nation Army” von den White Stripes.

Selbstsicher voranschreiten

Auf die Frage hin, ob sich die Band im Vorfeld zum Release viele Gedanken um die Reaktionen ihrer Fans mache, antwortet Spencer wie folgt: “Egal wie selbstbewusst du sein magst, Veränderungen sind immer nervenaufreibend.” Zum Glück konnte sich die Band bereits im Mai im Zuge mehrerer UK-Shows davon überzeugen, dass sie den Schritt in die richtige Richtung gewagt hatten. So feierten Tracks wie “Killing Time” oder “Lead Pipe” erfolgreiche Premieren, wobei sich vor allem letzterer als waschechter “Live-Banger” entpuppen sollte. Dank des gemeinsamen Schreibprozesses mussten die neuen Songs auch nicht großartig anders für Konzerte arrangiert werden.

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Alles in allem hat Spencer großen Gefallen an der neuen Arbeitsweise der Band gefunden. “Ich mag es, dass wir einfach das schreiben, wonach wir uns am jeweiligen Tag fühlen und am Ende dabei rumkommt, was eben rumkommt.” Auch die große stilistische Vielfalt stellt der Drummer als sehr positiv dar und schließt nicht aus, dass dies zur neuen Marschrichtung für Movements werden könnte. “Diese Diversität verleiht unserer Musik eine gewisse Frische.” Zunächst stehen für die Band aber ausgiebige Touren rund um den Globus an, die vor allem nach dem Release von “No Good Left To Give” zu Pandemiezeiten lange überfällig sind.

Bald endlich wieder in der Nähe

So können wir uns im Herbst diesen Jahres endlich auf ein Wiedersehen mit Movements im Zuge ihrer kommenden Europatour freuen. Warum Spencer ganz besonders die Shows hierzulande kaum noch abwarten kann, erklärt er wie folgt: “Deutschland ist eines meiner Lieblingsländer zum Touren. Dort wird man wirklich sehr gut versorgt. Ich fühle mich immer richtig verwöhnt, wenn wir in Deutschland spielen.” Seine größte Hoffnung für die Tour ist dabei, dass ihr neues Album “Ruckus!” vom Publikum die Chance bekommt, die es seiner Meinung nach verdient. Alle Möglichkeiten, um der Band diese Chance zu geben haben wir nachfolgend für euch aufgelistet:

14.11.2023 – Wiesbaden, Kesselhaus
15.11.2023 – Feierwerk, München
17.11.2023 – Nochtspeicher, Hamburg
18.11.2023 – Gebäude 9, Köln

Foto: Anthony Purcella / Offizielles Pressebild

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