
Mann erschleicht Millionen mit generierten Songs und Fake-Streams auf Spotify und Co.
Michael Smith wurde wegen des Betrugs in Höhe von 8.091.843,64 US-Dollar für schuldig befunden.

Michael Smith wurde wegen des Betrugs in Höhe von 8.091.843,64 US-Dollar für schuldig befunden.
Millionen US-Dollar durch KI-generierte Songs und manipulierte Streams: Das ist das Werk von Michael Smith. Der 54-jährige US-Amerikaner aus North Carolina soll tausende Bot-Konten erstellt haben, um seine eigenen KI-generierten Songs massenhaft abzuspielen und so Tantiemen (Geld für die Nutzung von kreativen Werken) zu erschleichen. Nun wurde er im Zusammenhang mit dem Betrug von der Staatsanwaltschaft für den Southern District of New York verurteilt.
Am 19. März 2026 erklärte die US-Staatsanwaltschaft Smith des Betrugs schuldig. Insgesamt soll er dabei rund 8.091.843,64 US-Dollar erbeutet haben. Möglich wurde dies durch hunderttausende KI-generierte Songs, die er auf Plattformen wie Spotify, Amazon Music und Apple Music hochgeladen und über automatisierte Bots gezielt gestreamt haben soll.
„Michael Smith hat mithilfe künstlicher Intelligenz tausende gefälschte Songs erstellt und diese dann Milliarden Mal gestreamt“, sagte der US-Staatsanwalt Jay Clayton. „Auch wenn die Songs und die Hörer gefälscht waren, war das von Smith gestohlene Geld real. Es handelt sich um Millionen Dollar an Tantiemen, die er von echten, verdienten Künstlern und Rechteinhabern abgezweigt hat. Sein dreister Plan ist nun beendet, da er wegen eines Bundesverbrechens im Zusammenhang mit seinem KI-gestützten Betrug verurteilt wurde.“
Immer wenn jemand einen Song über eine Streaming-Plattform abspielt, erhalten Songwriter, Interpreten und gegebenenfalls weitere Rechteinhaber Tantiemen. Diese Tantiemen werden aus einem großen Topf anteilig an die Künstlerinnen und Künstler ausgezahlt. Streaming-Betrug zieht somit Gelder von echten Künstlern ab, deren Musik von tatsächlichen Nutzern gehört wird.
Smith generierte tausende Songs mithilfe von KI. Schließlich richtete er Bot-Konten ein, um jene Lieder kontinuierlich abzuspielen. Er wusste, dass Streaming-Plattformen und Musikvertriebe misstrauisch werden würden, wenn beispielsweise ein einzelner Song eine Milliarde Mal Streams erhält, da dies auf Manipulation hindeuten könnte. So verteilte er die Milliarden von Streams auf ebenso viele Songs.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt des angeklagten Zeitraums schätzte Smith, dass er mit den Bot-Konten etwa 661.440 Streams pro Tag generieren konnte, was jährliche Tantiemen von rund 1.207.128 US-Dollar einbrachte. Die eingesetzten Bots handelten dabei ausschließlich aus VPN-Netzwerken (virtuelle private Netzwerke) um den Betrug zu verschleiern.
In der aktuellen Pressemeldung der Staatsanwaltschaft für den Southern District of New York heißt es, dass sich Smith der Verschwörung zum Drahtbetrug schuldig bekannte. Dies kann mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Haft geahndet werden. Zudem erklärte sich Smith bereit, die 8.091.843,64 US-Dollar an unrechtmäßig erlangten Geldern zurückzuzahlen.
Das konkrete Strafmaß wird aktuell von dem US-Kongress verhandelt und am 29. Juli 2026 von Richter John G. Koeltl verkündet.
Auch MoreCore beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit KI in der Musik. Dazu möchten wir euch folgendes Video über KI-generierte Bands empfehlen:
Foto: timboosch – stock.adobe.com