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Live Nation und Ticketmaster: Gericht bestätigt illegales Monopol
Industry

Live Nation und Ticketmaster: Gericht bestätigt illegales Monopol

Eine US-Jury hat beide Unternehmen wegen wettbewerbswidriger Praktiken verurteilt.

Vanessa Wobb/16. April· Aktualisiert 15. Mai/3 Min.
V

Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.


Industry·#Live Nation,#Ticketmaster

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Wer in den USA Konzerttickets kauft, kommt an Ticketmaster kaum vorbei. 86 Prozent des Markts laufen über das Unternehmen und seinen Mutterkonzern Live Nation Entertainment. Am 15. April 2026 hat eine Jury in New York nun entschieden, was viele Fans und Konkurrenten seit Jahren kritisieren: Live Nation Entertainment und ihre Tochtergesellschaft Ticketmaster betreiben ein illegales Monopol in der Live-Entertainment-Branche.

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Wie das Monopol funktioniert haben soll

Laut Urteil beherrschte Live Nation Entertainment zusammen mit Ticketmaster die Ticketvermarktung für mehr als 200 Veranstaltungsorte und Dutzende Konzertarenen. Das Unternehmen soll die Buchung konzerneigener Spielstätten unrechtmäßig davon abhängig gemacht haben, dass Künstler:innen die Werbedienstleistungen von Ticketmaster nutzten. Dadurch hätten Besucher in 22 US-Bundesstaaten 1,72 US-Dollar mehr pro Ticket zahlen müssen. Außerdem wurde dem Unternehmen vorgeworfen Exklusivverträge missbraucht zu haben, um konkurrierende Veranstalter auszuschließen und Veranstaltungsorte, die mit anderen Veranstaltern zusammenarbeiten wollten, unter Druck gesetzt zu haben.

Das US-Justizministerium hatte bereits 2024 eine Kartellklage eingereicht. Im März 2025 einigte es sich jedoch auf einen Vergleich (wir berichteten): Live Nation verpflichtete sich zu Zahlungen von bis zu 280 Millionen US-Dollar, einer Gebührenobergrenze von 15 Prozent und der Aufgabe exklusiver Booking-Arrangements in 13 Venues. Nachdem das Justizministerium aus der Klage ausstieg, übernahmen 33 Bundesstaaten und der District of Columbia – darunter New York und Kalifornien – den Zivilprozess, der nun zum heutigen Urteil führte.

Reaktionen und nächste Schritte

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James findet in dem Kontext deutliche Worte:

„Die Geschworenen haben bestätigt, was wir schon lange wussten: Ticketmaster und Live Nation verstoßen gegen das Gesetz und fügen Verbrauchern Schäden in Millionenhöhe zu.“

Auch der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta begrüßte das heutige Urteil als Erfolg und erklärte:

„Angesichts der schwindenden Kartellrechtsdurchsetzung der Trump-Regierung zeigt dieses Urteil, wie weit die Bundesstaaten gehen können, um ihre Bürger vor Großkonzernen zu schützen, die ihre Marktmacht missbrauchen, um illegal Preise zu erhöhen und Amerikaner auszubeuten. Wir sind unglaublich stolz auf das heutige Ergebnis – und besonders stolz auf unsere Koalition aus republikanisch und demokratisch regierten Bundesstaaten, die verstanden haben, dass wir zusammenarbeiten müssen, um unsere Verbraucher, Unternehmen und die Wirtschaft unserer Bundesstaaten vor dem illegalen Verhalten von Live Nation zu schützen.“

Live Nation Entertainment dagegen bezeichnete das Urteil als „nicht das letzte Wort“ und kündigte an, alle verfügbaren Rechtsmittel auszuschöpfen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Gesamtbelastung unter 350 Millionen US-Dollar bleiben wird – auch unter Berücksichtigung möglicher Strafmultiplikatoren nach US-Kartellrecht. Die endgültige Schadensersatzsumme und mögliche weitere Strafen legt nun der zuständige Richter fest.

Parallel läuft zudem ein weiteres Verfahren der US-Kartellbehörde FTC. Sie wirft Ticketmaster vor, stillschweigend zuzulassen, dass professionelle Tickethändler Karten im großen Stil aufkaufen und mit hohen Aufschlägen weiterverkaufen. Den Schaden beziffert die FTC auf 3,7 Milliarden Dollar.

Die endgültigen Auswirkungen auf die Ticketpreise für Konzerte in den USA und möglicherweise auch international werden erst in den kommenden Monaten sichtbar werden. Das Urteil betrifft vorrangig den US-amerikanischen Markt. In Deutschland hält CTS Eventim über 80 Prozent Marktanteil im Ticketing. Ticketmaster spielt hierzulande kaum eine Rolle. Deutsche Konzertbesucher:innen dürften die Auswirkungen des Urteils daher kaum direkt spüren.


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