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Foto: Bring Me The Horizon / L.I.V.E. in São Paulo (Live Immersive Virtual Experiment)
Konzertfilmkritik: Bring Me The Horizons „L.I.V.E. in São Paolo“
Filme

Konzertfilmkritik: Bring Me The Horizons „L.I.V.E. in São Paolo“

Ein Film über eine Band – und die Menschen, die sie lieben.

Vanessa Wobb/25. März· Aktualisiert 22. April/4 Min.
V

Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.


Bring Me The Horizon/Filme·#Bring Me The Horizon

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Bring Me The Horizon haben in ihrer Karriere unzählige Bühnen bespielt. Doch das Konzert in São Paulo dürfte Band und Publikum gleichermaßen noch lange im Gedächtnis bleiben. 50.000 Besucher:innen. Ausverkauftes Allianz Parque Stadium. Die größte Show der Bandgeschichte. Grund genug, das Ganze auf die große Leinwand zu bringen. Willkommen im Live Immersive Virtual Experiment. Willkommen in Bring Me The Horizon: L.I.V.E. in São Paulo.

Mehr als ein Konzertfilm?!

Eigentlich ist so ein Konzertfilm schnell beschrieben: Musiker:innen kommen auf die Bühne, bespaßen zwei Stunden lang das Publikum – erst live vor der Bühne, dann noch einmal auf dem Kinosessel oder dem heimischen Sofa. Ob so ein Format funktioniert, hängt meist davon ab, was die Band überhaupt auf die Bühne bringt. Ist die Show Mist, wird es auch der Film sein.

Bei Bring Me The Horizon ist das keine Frage. Die Band inszeniert ihre Live-Shows seit Jahren konsequent als Gesamterlebnis. Was hier aber überrascht: Der Film interessiert sich weniger dafür, als man erwarten würde. Das komplette Live-Set bildet zwar das Rückgrat, im Fokus stehen aber weder die Songs noch die Band selbst. Sondern die Menschen davor. Die Fans. Und die Frage, was diese Musik mit ihnen macht.

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Visuelle Gestaltung

Visuell bewegt sich der Film konstant zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite stehen bewusst rohe, ‚echte‘ Bilder: verwackelte Perspektiven aus dem Pit, Unschärfen, die eher an Handyaufnahmen erinnern, niedrige Blickwinkel direkt aus der Menge. Genau in diesen Momenten wird greifbar, warum diese Band live für viele mehr ist als nur Musik. Die Dynamik, die Euphorie und das kollektive Gefühl kommen unverfälscht bei den Zuschauer:innen an.

Dass die Fans dabei so viel Raum einnehmen wie die Band selbst, lässt sich auf zwei Arten lesen. Die eine: BMTH begreifen ihre Fans als gleichwertig. Die andere, vielleicht unbequemere: Wer seine Fans in ihrer Verletzlichkeit, ihrem Glück, ihrer Ekstase zeigt, rückt sich selbst in eine fast mythische Position. Die Band als Auslöser all dieser Emotionen. Beide Lesarten schließen sich nicht aus – sie bedingen einander womöglich sogar.

Auf der anderen Seite zeigt die Produktion, was sie kann: präzise gesetzte Slow-Motion, dynamische Kamerafahrten, Drohnen-Shots und Close-Ups von Oli Sykes und Co., die aus einem Stadionmoment etwas Intimes, Immersives machen. Stärke und Schwäche dieser Dualität liegen dabei nah beieinander: Die rohen Kameraelemente erzeugen Authentizität, reißen einen aber immer wieder aus dem Erlebnis heraus, bevor die nächste starke Einstellung einen genau so schnell wieder hineinholt.

Gleichzeitig bleibt ein Hunger zurück: Backstage-Momente, ein Blick hinter die Maske, die Menschen hinter der Band – das alles sucht man vergebens.

Konzept & Post Human-Universum

Wer mit dem Post Human-Universum vertraut ist, erlebt den Film noch einmal anders. Die Live-Show ist eng mit der Mythologie der Albumreihe rund um Angeldust, E.V.E., das Spi(Ritual) & Co. verknüpft und gerade durch den Blick von außen tritt diese Lore noch klarer und greifbarer hervor.

Wer sie nicht kennt, verpasst trotzdem nichts. Die Bilder sprechen für sich und wer neugierig wird, findet online mehr als genug Material zum Eintauchen.

Sound & Kinoerlebnis

Auf der großen Leinwand entfaltet der Film seine volle Bildgewalt. Beim Sound bleibt dagegen Potenzial liegen. Gerade im Low-End fehlt der Druck, den ein BMTH-Konzert live ausmacht. Einzelne Passagen – etwa die atmosphärischen Momente bei „Sleepwalking“ – zeigen, was möglich gewesen wäre. Insgesamt bleibt das aber die Ausnahme.

Fazit

„L.I.V.E. in São Paulo“ ist kein Film, der es jedem recht machen will. Wer tiefe Einblicke hinter die Kulissen erwartet, wird nicht in allen Punkten abgeholt. Wer die Band liebt, bekommt 118 Minuten, die zeigen, warum. Und wer sie noch nicht kennt: Die Leinwand ist kein schlechter Ort, um damit anzufangen.

Der Konzertfilm „Bring Me The Horizon: L.I.V.E. in São Paulo (Live Immersive Virtual Experiment)“ erscheint am 25. und 28. März 2026 weltweit in Kinos.

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