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Interview

Ice Nine Kills im Interview: „Ich hoffe, dass die Leute die Easter Eggs finden“

Spencer Charnas über deutsche Einflüsse, Horrorfilme und Songwriting.

VON AM 16/10/2021

Spencer Charnas, Sänger der Metalcore-Band Ice Nine Kills, ist auf der Flucht. Laut der Polizei soll er seine Verlobte umgebracht haben. Beweise lassen sich auf dem neuen Album The Silver Scream 2: Welcome To Horrorwood, das am Freitag erschienen ist, finden. Ob die Polizei den Tatverdächtigen finden wird, lässt sich nur herausfinden, wenn ihr euch die Tracks ganz genau anhört.

Spencer ist zwar auf der Flucht, doch in seinem “Safe House” konnten wir einige Minuten ergattern, um über den Nachfolger von The Silver Scream zu sprechen. Was haben Rammstein in einem “Wurst Urlaub” zu suchen? Welchen Einfluss hat die Serie American Horror Story auf die Musikvideos und warum sich die Band sich teilweise für B-Movies entschieden hat, das findet ihr im folgenden Interview.

Ice Nine Kills im Interview

Sarah-Jane | MC: Weshalb habt ihr euch für ein weiteres Konzeptalbum entschieden?

Spencer: Es macht eine Menge Spaß. Am Ende des Tages war ich es leid über persönliche Erfahrungen zu schreiben, wir haben das so lange gemacht, etwa 80-90% unserer Karriere. Ich habe gemerkt, dass dies ein viel kreativerer Prozess ist. Ich konnte die andere Liebe, die ich neben der Musik habe, nämlich den Film, mit einbeziehen. Genauer gesagt, Horror. Und ich konnte das in meine Band integrieren. Das scheint vielen Leuten zu gefallen.

Sarah-Jane | MC: Wie habt ihr dieses Mal die Filme ausgewählt?

Spencer: Ich denke, es gab auf jeden Fall Songs oder Filme, die wir auf dem letzten Album abdecken wollten, aber keine Chance dazu hatten, weil Alben nur so lang sein können. Es gab also einige, die wir unbedingt machen mussten, wie Chucky, Pinhead und all die Filme, nach denen die Leute geschrien haben. Es war eine Kombination daraus und dem, was ich persönlich darstellen wollte.

Sarah-Jane | MC: Was war dein persönlicher Lieblingsfilm?

Spencer: Ich möchte nicht zu viel verraten, denn das Album ist noch nicht erschienen. Aber ich werde sagen, dass ich schon immer die Welt von American Psycho und Patrick Bateman erkunden wollte. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die alte Axt in die Hand zu nehmen, einen schönen Anzug anzuziehen und sich so richtig in Schale zu werfen.

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Sarah-Jane: Warum habt ihr euch für B-Movies entschieden?

Spencer: Es gab schon immer einen Teil von mir, der Horror mag, der ein wenig obskur und weniger bekannt ist. Auf dem letzten Album haben wir eine Menge der wirklich populären Ikonen abgedeckt.Aber ich wollte auch ein paar obskurere Filme wie „Silent Night, Deadly Night“ würdigen. Ich weiß nicht, ob man das wirklich als B-Movie bezeichnen kann, manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, was in die B-Kategorie fällt. Aber dieses Mal wollte ich auf jeden Fall einige Slasher- und Horrorfilme hervorheben, die nicht so sehr im Mainstream angesiedelt sind und ihnen etwas Aufmerksamkeit schenken. Denn ich denke, sie haben es verdient, gesehen zu werden. Ich möchte den Leuten das Genre näher bringen, damit sie sich die Filme mehr anschauen und die „Familie“ größer wird. Und ich möchte auch nicht, dass diese Filme in Vergessenheit geraten.

„Viele der Songs haben einen gewissen Humor“

Sarah-Jane | MC: Heutzutage nehmen sich viele Leute viel zu ernst. Wie schafft ihr es, so unbeschwert zu bleiben und damit Spaß zu haben?

Spencer: Ich denke, bei diesen Songs muss man einfach die Musik und die Geschichte des Songs auf sich wirken lassen. Viele dieser Songs haben einen gewissen Humor. Ich denke, man muss sich einfach Gedanken machen, man muss verstehen, was der Filmemacher beabsichtigt hat und dem treu bleiben, aber gleichzeitig seine eigene Note einbringen. Das ist für mich ein angenehmer Prozess. Es ist, als würde man Teile eines Puzzles zusammensetzen.

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Sarah-Jane | MC: Du spielst gerne und viel mit der Sprache. Wie kommt es dazu?

Spencer: Ein cleveres, lyrisches Spiel war schon immer etwas, das mich interessiert hat. So viele Bands, mit denen ich aufgewachsen bin wie Eve 6 und Boys Night Out, sogar Bands wie Nirvana, haben für mich etwas, das ich sehr schön finde, und es ist einfach ein weiterer Teil des Puzzles. Bei den letzten Alben hatten Steve Sopchak, er schreibt mit mir die Texte, und ich so viel Spaß, wenn wir uns zusammensetzen. Wir haben uns versucht mit Wortspielen zu toppen. Ich glaube, viele Leute verstehen uns nicht zu 100%. Ich glaube, ich war auch so, als ich jung war, ich habe nicht auf die Texte geachtet. Aber ich hoffe, dass die Leute sich wirklich hinsetzen, die Songs durchlesen und die Easter Eggs finden.

Von Würsten und Duschen

Sarah-Jane | MC: Hast du ein Lieblings-Easter Egg?

Spencer: Ja, aber ich kann es dir nicht sagen. Sonst muss ich dich umbringen.

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Sarah-Jane | MC: Als Deutsche bin ich sehr neugierig auf „Wurst Vacation“. Was war die Inspiration für diesen Song?

Spencer:Der Song basiert auf dem Film ‚Hostel‘, einer meiner Lieblingsfilme von Eli Roth. Obwohl er in der Slowakei spielt, gibt es viele deutsche Einflüsse in dem Film. Ich wollte diese Sprache und das Gefühl der industriellen Musik wie Rammstein in unseren Song einbauen. Wir haben nach einer deutschen Stimme gesucht und diesen Typen gefunden. Es war das erste Mal, dass wir eine andere Sprache in einem Ice Nine Kills-Song verwendet haben. Ich bin gespannt, was die Leute darüber denken werden.

Sarah-Jane | MC: „The Shower Scene“. Ein weiterer großartiger Songtitel. Was können wir von diesem Track erwarten?

Spencer: Wenn man über die Entwicklung des Horrorfilms und des Slasherfilms nachdenkt, betrachten viele Leute Alfred Hitchcocks „Psycho“ als eine Art Großvater all dieser Filme. Und der Song handelt davon. Er ist einer meiner Favoriten auf dem Album. Er hat eine mitreißende Melodie und ein lustiges Wortspiel. Als wir ihn schrieben, dachte ich an Schwarz und Weiß.

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Sarah-Jane | MC: Wie kann man ein Musikvideo kreieren, wenn der Film bereits existiert?

Spencer: Wir schreiben die Punkte auf, die wir treffen müssen, aber gleichzeitig wollen wir dem Ganzen unseren eigenen Stempel aufdrücken. In „Assault & Batteries“ gibt es zum Beispiel Chucky. Die Puppe sieht nicht wie Chucky aus, sondern ist eher eine böse aussehende Puppe. Und wir wollten dem Ganzen eine andere Stimmung geben, eine Art Gothic-Stimmung. Das Haus, in dem wir gefilmt haben wurde in einer der Staffeln von American Horror Storie verwendet. Es geht darum, das Ausgangsmaterial zu respektieren, aber die Ice Nine Kills hineinzubringen.

Sarah-Jane | MC: Spencer, danke dir für deine Zeit. Ich weiß, dass die Polizei dich gerade verfolgt und es ist sicherlich nicht einfach.

Spencer: Muss ich mich jetzt schon verabschieden? Na dann muss ich dich leider umbringen. Ich nehme einen Hockeyschläger, wenn es okay ist. Ich habe früher wirklich gut Hockey gespielt.

Sarah-Jane | MC: Na, wenn das kein Happy End ist, weiß ich auch nicht.

Foto: Scott F. Schafer / Offizielles Pressebild

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