
Coronakrise: Berliner Privat-Veranstalter schicken offenen Brief an Bürgermeister Michael Müller
Man bittet um Unterstützung.
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Während viele Branchen und Unternehmen anfangen, sich langsam aber sicher vom Lockdown der Coronakrise zu erholen, leidet vor allem eine Sparte noch immer unter den Folgen der Pandemie: Die Event- und Live-Industrie. Nachdem vor kurzem schon Marek Lieberberg die Politik dafür kritisierte, dass keine echten Optionen für einen Neustart der Branche aufgezeigt werden, wenden sich nun speziell auch einige Privat-Veranstalter aus Berlin an den amtierenden Bürgermeister Michael Müller.
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In einem offenen Brief fordern sie Unterstützung. Man wolle keine bestehenden Regularien außer Kraft setzen, sondern lediglich gemeinsam eine Lösung finden. In dem offenen Brief legen die Unterzeichner (u.a. Destiny Tourbooking, Landstreicher Konzerte, M.A.D. Tourbooking sowie auch Live Nation) dar, dass das Veranstalten von Kultur-Events für die Stadt Berlin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei.
„Unsere Stadt Berlin lebt von der Kreativwirtschaft. Diese ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und Magnet für Besucher*innen. Unsere Bürger*innen wollen leben – nicht nur überleben! Dafür bedarf es allerdings einer funktionierenden Veranstaltungswirtschaft. Ansonsten feiert die Bevölkerung ohne Einfluss durch Politik oder die Organisation seitens professioneller Veranstalter, erzeugt Superspreader-Events, sorgt für Ärger in der Bevölkerung, Vertrauensverlust in die Politik, Kosten für Polizeieinsätze und schlimmstenfalls für steigende Infektionszahlen.“
Berliner Veranstalter wenden sich mit offenen Brief an Bürgermeister für einen Weg aus der Coronakrise
Weiterhin würden Soforthilfen von Land und Bund nicht ausreichen, um die Umsatzeinbußen von Beteiligten auszugleichen. Würde man nicht reagieren, stünden viele Firmen in kurzer Zeit vor dem Aus.
„Soforthilfen und Überbrückungsgelder vom Land oder Bund, sofern sie denn überhaupt für die einzelnen Firmen zum Tragen kommen, stellen bei Weitem keine ausreichende Lösung dar, sondern zögern die finanziellen Nöte nur hinaus. Auch Kurzarbeit ist nur eine zeitlich begrenzte Hilfe, um nicht sofort alle Mitarbeiter*innen entlassen zu müssen und auch nur solange sinnvoll, wie die entsprechenden Firmen existieren können. Entlassungen und Insolvenzen haben bereits begonnen. Es droht ein massives Firmensterben sowie zahlreichen, qualifizierten Arbeitnehmer*innen die Arbeitslosigkeit.“
In einem groben Konzept legen die Veranstalter ihre Ideen für eine stufenweise Rückkehr zu einem Normalbetrieb dar. Demnach bitte man darum, nach Ablaufen der aktuell gültigen Verordnung zu Großveranstaltung des Landes Berlin zum 24. Oktober eine neue Verordnung zu verfassen.
Darin fordern die Veranstalter unter anderem eine Anhebung der Maximalkapazität, vor allem für Open Air-Konzerte, sowie eine stufenweise Erhöhung von Kapazitäten für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.
Ab dem 01. Januar 2021 soll den Forderungen zufolge dann wieder die Maximalkapazität in den entsprechenden Venues möglich sein.
Sollte sich das Infektionsgeschehen während der Coronakrise negativ entwickeln und eine Rückkehr zum Normalbetrieb auch weiterhin nicht möglich sein, fordern sie weiterhin mehr und vor allem umfassende Unterstützung.
Den offenen Brief findet ihr in Gänze abgedruckt über diesen Verweis.
Seit Mitte März finden wegen der Coronakrise deutschlandweit nur noch eingeschränkt Veranstaltungen und Live-Events statt. Bundesweit herrscht ein Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober. Bundesländer legen dabei selbst fest, was als solche gilt und unter welchen Maßnahmen öffentliche Events erlaubt sind.
Kommenden Monat soll in Düsseldorf das erste große Konzert seit dem Lockdown stattfinden. Veranstaltet wird dies von Live Nation.
Mit der Landesregierung NRW hat man sich nun darauf geeinigt, das Infektionsgeschenen bis Ende August zu beobachten und dann zu entscheiden, in welcher Form das Konzert stattfinden kann.
Beitragsfoto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schaefer (Cat Eye Photography)


