
BREATHE ATLANTIS: Newcomer des Jahres 2016?
Hallo, Freunde des guten Musikgeschmacks! Der September nähert sich...
Jonas ist einer der Heads von MoreCore und kümmert sich hauptsächlich um die Pressearbeit, Zahlen, diverse Projekte sowie die Kommunikation mit Partnern, Labels und Bands. In seiner Freizeit vertritt er in Perfektion die kölsche Lebensart, die er nach zehn Jahren in der Rheinmetropole bestens adaptiert hat. Dazu gehört auch, für jeden im Team ein offenes Ohr zu haben! Zudem ist er auf vielen Konzerten und Festivals anzutreffen, schwingt super gerne mal den Kochlöffel und schreibt nebenher Musik für Kinder. Beruflich arbeitet Jonas als Lehrer für Sonderpädagogik an einer inklusiven Grundschule in Leverkusen.
Hallo, Freunde des guten Musikgeschmacks! Der September nähert sich so langsam dem Ende und das Jahr 2016 hält noch drei spannende Monate, mit einem Überfluss an geilen Shows, für uns bereit. Umso wichtiger, mal über die eine oder andere Band des Jahres zu schreiben, und vor allem über die, welche sich in 2016 auf den Weg gemacht haben, als Newcomer durchzustarten. Ich muss zugeben, dass es in der „Core-Szene“ einen Überfluss an talentierten und jungen Bands gibt, die versuchen, irgendwie ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. BREATHE ATLANTIS sind eine von diesen! Fünf Musiker aus Essen und Umland, die schon seit Jahren den Sprung nach oben versuchen, dann aber doch immer das letzte Quäntchen Glück zum Durchstarten gefehlt hat. Jetzt allerdings scheint dieser Schritt getan!
Die Truppe:
Kennen tue ich die Jungs schon lange, zehn Jahre um genau zu sein! Als ich noch knackige 19 war, habe ich noch mit Joschka (Yosh), Hara und Marvin den Proberaum geteilt. Damals waren die Jungs noch unter dem Namen EMMY SHOT A UNICORN unterwegs und in NRW durchaus ein „Name“ in der lokalen Szene. Gemeinsames Abhängen im Proberaum, Bierchen trinken und die Bühne teilen waren zu dieser Zeit einige unserer Lieblingsbeschäftigungen. Das ist heute wahrscheinlich bei den Jungs nicht anders, ich hingegen hänge eher vor der Bühne rum und schreibe Texte, wie diese. Nach Wechseln in der Besetzung komplettieren mittlerweile Nico und Jan die Band, und formen so die aktuelle Formation von BREATHE ATLANTIS.

Das Album:
Die neue Platte „Futurestories“ (Veröffentlichung: 09. September) war lange angekündigt und fand im Februar dieses Jahres mit der Single-Auskopplung „Lost“ seinen Startpunkt. Die Jungs hatten sich nicht lumpen lassen. Ein beeindruckendes Video mit wirklich tollen Bildern aus der Stadt New York, in Verbindung mit einem wahren Ohrwurm, machten schon damals Bock auf das neue Album. Im vergangenen Jahr hatten sich die Jungs aus dem Pott in die Staaten aufgemacht und mit keinem anderen als DAN KORNEFF, der mit Bands wie PARAMORE, PAPA ROACH oder MY CHEMICAL ROMANCE gearbeitet hat, ihre neue Platte aufzunehmen. Mangelnde Investition kann man den Herren also auf jeden Fall nicht vorwerfen. Doch was kann die Platte?
Wo mich der Vorgänger „Shorelines“ nie so richtig gepackt hat, schafft es „Futurestories“ umso mehr, sich in mein Hirn zu brennen. Das liegt vor allem daran, weil BREATHE ATLANTIS ordentlich an ihrem Sound und Songwriting geschraubt haben. Auf „Futurestories“ findet man nicht nur progressive Parts, die den früheren Sound der Band bestimmt haben, sondern vor allem tanzbare Rhythmen und Elektrosounds, die mit R’n’B Gesangsparts und ordentlichem Post-Hardcore einen wirklich interessanten Mix darstellen. Und das ist dann wohl auch die Wunderwaffe dieser Band, denn das muss ich den Jungs lassen, dieser Mix kann was und ist zumindest hierzulande noch kaum vertreten.
In den Staaten wäre wohl ISSUES die Band, mit der man am ehesten einen Vergleich anstellen könnte. Wer darauf steht, ist bei den Essenern auf jeden Fall nicht verkehrt. Ein bisschen mehr Härte hätte der Platte im Endeffekt nicht geschadet, aber gut, das ist wie immer Geschmackssache. Dazu kommt, dass die Stimme von Sänger Nico dann doch eine umheimliche Präsenz aufzeigt, die so manch einem zuviel des Guten sein könnte. Ich z.B. hätte mir mehr tiefere Gesangseinlagen gewünscht, den da kann dieser Typ noch besser seine durchaus schöne Stimmfarbe zur Geltung bringen. Gebt euch definitiv folgende Songs der Platte: Lost, Perfection, Goddess Of My Kingdom (ACHTUNG: Dieser Song erinnert mich ohne Witz an DESTINY’S CHILD – Survivor) und Reflect The Night. Müsste ich jetzt Punkte verteilen, würden mir 8 von 10 aus den Fingern schießen.

Die Zukunft:
Das wohl schwierigste Kapitel einer jeden jungen und aufstrebenden Band. Mit Target Concerts haben die Jungs mittlerweile eine durchaus gute Booking-Agentur gefunden, die den perfekten Weg auf die Bühnen hierzulande ebnen könnte. Der Support für SUM 41 im August in Stuttgart hat einen Vorgeschmack gegeben, die Zukunft wird zeigen, welche Supportslots BREATHE ATLANTIS noch ergattern können, um auf sich aufmerksam zu machen. Eine eigene Release-Tour steht zwar an, aber da ist es immer fraglich, wie gut diese besucht wird. Ich wünsche den Jungs natürlich nur das Beste und volle Clubs!
23.10. – München, Backstage
25.10. – Berlin, Musik & Frieden
10.11. – Hamburg, Hafenklang
12.11. – Osnabrück, Kleine Freiheit
Fazit:
Ich mach es kurz: Mich hat der neue Sound der Jungs wirklich positiv überrascht und die Leidenschaft und das, was die Band in ihr neues Album investiert hat, gehören für mich belohnt. Aber wie es oft so ist, keiner weiß, was die Zukunft bringt. Ihr solltet auf jeden Fall mal bei den Jungs vorbeischauen und reinhören! Ich lehne mich jetzt zurück und trinke einen Federweißer…auf bald.


