
Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
Den schlechtesten Aprilscherz an diesem Samstag hat sich wohl der BVB geleistet, welcher den Derbysieg gegen Schalke doch noch knapp 15 Minuten vor Schluss aus den Händen gegeben hat… Aber gut! Die Laune konnte nur besser werden, denn der Abend sollte mit guter Pop-Punk Musik gefüllt werden. Also schnappte ich mir Kumpel Daniel und unsere Karo; gemeinsam ging es ins Kölner MTC zu REAL FRIENDS.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Schon beim ersten Supportact HOLLY WOULD SURRENDER aus dem schönen Hamburg war das schnuckelige Venue gut gefüllt. Die Nordlichter brachten das Publikum ordentlich zum Schwitzen. Gut, das könnte auch daran gelegen haben, dass es wirklich warm da unten war. Nichtsdestotrotz legten sie einen soliden Auftritt als Opener hin. Der spitze Kommentar, dass die Leute heute Abend ja noch so jung seien und ob denn ihre Eltern als Begleiter mit dabei wären, ließ alle im Raum etwas verdutzt drein blicken. Anlässlich dazu ließen sie es sich nicht nehmen ein Cover vom VENGABOYS’schen “Boom Boom Boom” zu spielen, was dann doch nochmal für einen Gute-Laune-Kick sorgte.
Kurze Verschnaufpause, schon ging es mit Support Nummer zwei MICROWAVE weiter. Ich frage mich manchmal echt, wie einige Bands zu ihrer Namensgebung kommen; gerade diese Herrschaften lieferten eine deutlich bessere Performance als ein 08/15 Küchengerät. Einen Tacken rockiger, aber auch wesentlich emotionaler als ihre Vorgänger kamen sie daher. Optisch erinnerte mich Sänger Nathan Hardy etwas an Russell Brand, gesanglich überzeugte dann aber doch er, im Vergleich zum britischen Komiker. Seine Stimme war klar, stabil und brachte diese bestimmte Melancholie perfekt rüber, die die Musik der Amerikaner ausmachte. Dynamisch, poetisch und doch auch irgendwie optimistisch; so würde ich MICROWAVE beschreiben und kann nur empfehlen, mal bei ihnen reinzuhören.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Mittlerweile hat sich auch der letzte “echte Freund” des Headliners im ausverkauften MTC eingefunden. Pünktlich um 22:15 legten die Pop-Punker aus Illinois los. Mein persönlicher Favorit “Colder Quicker” vom neuesten Album “The Home Inside Your Head” wurde direkt zu Beginn als zweiter Song rausgehauen, das Set fing für mich also gut an! Sowieso war es eine gut gemischte Playlist, von beiden Alben und der Erfolgs-EP “Put Yourself Back Together” wurde anteilsmäßig gleich viel gezockt. Es war mal schneller, mal langsamer, mal ruhiger, mal lauter, jeder kam heute auf seine Kosten. Die wichtigsten Songs wie “Summer”, “I’ve Given Up On You”, “I Don’t Love You Anymore” und “Late Nights In My Car” durften natürlich nicht fehlen und wurden vom Publikum textsicher mitgesungen. An dieser Stelle mal ein Lob an die Crowd: Was ich von hinten beobachten konnte, dass erstaunlich wenig Handys in die Höhe gehalten wurden und lieber der Band die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt wurde (so wie es eigentlich immer sein sollte).
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Auch bei den Jungs um Frontman Dan Lambton habe ich weder musikalisch noch gesanglich irgendetwas einzuwenden, selbst der Sound konnte mich für MTC-Verhältnisse heute überzeugen. Zusätzlicher emotionaler Höhepunkt war, als sich Dan nochmal persönlich erklärte, weshalb die Tour vom Dezember in den April verschoben wurde. In einem Statement hatte er damals schon gesagt, dass es ihm mental nicht gut geht, er an Depressionen leidet und Hilfe braucht. So etwas nochmal live zu hören hat mich wirklich berührt, nicht nur dass er sich uns so geöffnet hat, sondern auch, weil auch in meinem Umfeld lieb gewonnene Menschen an dieser Krankheit leiden. Er ließ richtig spüren, dass man weder als Betroffener, noch als Angehöriger alleine ist und dass es für alles eine Lösung gibt. Er, mit seinem so breiten Grinsen und als augenscheinliche Frohnatur auf der Bühne, als Paradebeispiel vorweg.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Einen letzten dicken Sympathiepunkt gab es bei der Zugabe. Die Band ließ das Publikum entscheiden, welchen Song sie noch gerne hören wollen, welches einstimmig für “Sixteen” plädierte. Dummerweise hatte die Band den Song aber schon länger nicht mehr geübt und Sänger Dan musste vorher erstmal seine eigenen Lyrics googlen. Schön zu sehen, dass nicht immer alles perfekt ablaufen und jeder Fehler verschleiert werden muss.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
Nach einer guten Stunde war das Spektakel rund um REAL FRIENDS auch schon wieder vorbei. Es war ein Abend voller Emotionen, auch meinen Begleitern hat es sehr gut gefallen. Mit Sicherheit wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diesen Bands einen Besuch abgestattet habe.
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Karoline Schäfer (Cat Eye Photography)
www.deutsche-depressionshilfe.de
Konzertinfo

Real Friends
Real Friends haben sich 2010 in Tinley Park, Illinois gegründet. Die Band ist musikalisch im Pop-Punk beheimatet.Foto: Real Friends / Offizielles Pressebild
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