Text: Vanessa schreibt am liebsten über Geschichten, die mehr Hintergrund verdienen als nur eine Schlagzeile. Besonders zuhause fühlt sie sich zwischen modernem Metalcore und Alternative Metal.
Ecco Vandal, Paleface Swiss, Landmvrks, Bad Omens und mehr.
Der Samstag am Ring hatte für jeden etwas dabei: von Geheimtipps am Nachmittag bis zum Headliner-Set in der Nacht, von Post-Hardcore über Alternative und Punkrock, bis hin zu Hardcore. Dazu lieferte das Eifel-Wetter wie gewohnt ihren eigenen Beitrag. Hier ist unser Rückblick:
Ecca Vandal
von Maik
Ecca Vandal gehörte sicherlich zu den Geheimtipps des Line-Ups, entsprechend langsam füllte sich die Utopia Stage an diesem frühen Samstagnachmittag. Wer es dennoch pünktlich geschafft hatte, wurde mit einem sehr interessanten und höchst modernen Mix aus Rap, Punk und Electronica belohnt. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Australierin aktuell regelmäßig mit Bands wie oder den unterwegs ist.
Konzertinfo
Bands
Basement / Ice Nine Kills / Letlive / Electric Callboy / Landmvrks / Volbeat
Für Paleface Swiss war es das erste Mal am Ring, was die Crowd offenbar als Aufforderung sah, von Minute eins abzuliefern. Und das, obwohl Paleface Swiss erst der zweite Act des Tages auf dieser Bühne waren. Die Anzahl der Menschen, die sich bereits eingefunden hatten, ließ sich sehen. Der Sound war solide, Zellis Energie und Kontrolle über die Crowd sowieso. Eine Nachmittags-Paleface-Show wie sie im Buche steht.
Letlive.
von Helene
Es wäre keine letlive.-Show, wenn Jason Butler nicht die komplette Bühne und Crowd auseinandernimmt. Trotz dessen, dass letlive. auf der Orbit Stage parallel zu Paleface Swiss gespielt haben, stand die Stimmung dem in nichts nach: Selbst Bengalfeuer wurde gezündet. So ließ es sich Butler auch nicht nehmen, mit in den Circle Pit zu steigen und danach den Drumriser über die halbe Bühne zu verschieben. Doch neben so viel Chaos, Energie und Stimmung, sprach Butler auch ein paar ernste Worte. Für seine beiden Kinder wolle er die beste Version seiner selbst sein. Am Samstagnachmittag wurde uns diese präsentiert.
Bilmuri
von Jonas
Wer von euch findet das Saxophon als Instrument genauso fantastisch wie wir? Dank Bilmuri hat das Blasinstrument wieder prominenten Einzug in die Szene gefunden und fasziniert nicht nur uns am Nachmittag vor der Mandora-Stage. Viele Jahre noch als Geheimtipp gehandelt, hat sich die Band um Johnny Franck (ehemals Attack Attack!) mittlerweile eine solide Fanbase aufgebaut. Und genau diese ließ sich bei leichtem Regen und windigen Verhältnissen den Auftritt der Truppe aus Ohio nicht nehmen. Ein sympathischer Auftritt, der für das Ohr mal etwas Abwechslung bereithält.
Bury Tomorrow
von Jonas
Hand aufs Herz: die Cameron-Brüder rund um Bury Tomorrow muss man einfach lieben. Ab Sekunde eins bekommen wir geballte Energie, Breakdowns und aggressive Shouts um die Ohren geballert. Wer noch leicht verkatert vor der Stage saß, war spätestens nach dem Set der Band aus Southampton wach. Ein sympathischer Wecker, wenn ihr uns fragt.
LANDMVRKS
von Jonas
Immer wenn ich LANDMVRKS sehe, habe ich das Gefühl, die Jungs wären direkt vom Bolzplatz auf die Bühne gestolpert. Natürlich spielt der Look hier deutlich rein, aber auch der Sprung von der absoluten Underground-Band zur Szenegröße ging schneller als Kinder groß werden. Am frühen Abend wird uns einfach alles geboten: absolute Authentizität, perfekte Gesangs- und Shoutparts und vor allem die Crowd vor der Bühne, welche absolut pulverisiert. Und sogar ein Zelli (Paleface)-Feature dürfen wir genießen, Regenbogen im Anschluss inklusive. Mehr geht nicht!
Three Days Grace
von Maik
2000er Nostalgie gab es bei Three Days Grace en Masse! Die US-Amerikaner, die mittlerweile mit zwei Lead-Sängern auf die Bühne gehen, feuerten diverse ihrer Hits wie “Animal I’ve Become”, “Just Like You” und natürlich “I Hate Everything About You” raus. Doch auch, wenn es in Sachen Performance kaum etwas zu bemängeln gab, wirkte das Zusammenspiel der Sänger Adam Gontier und Matt Walst irgendwie verkrampft. Gerade letzterer schien etwas gehemmter als sein Kollege.
High Vis
Von Maik
Einen wahrlich undankbaren Slot hatten High Vis erhalten, denn die Londoner durften parallel zu Ice Nine Kills und Electric Callboy auf der Orbit Stage ran. Doch vor allem Sänger Graham Sayle ließ sich davon nicht beirren und lud immer wieder zu Two-Steps und Moshpit-Action ein, was dankbar vom Publikum angenommen wurde. Leider enttäuschte der Mikro-Sound immer wieder, vor allem, während der Ansagen, bei denen Sayle kaum zu verstehen war. Dies führte zu fragenden Gesichtern bei allen Beteiligten vor und auf der Bühne. Dennoch ein gewohnt leidenschaftlicher Auftritt einer Band, der man immer mehr beim Wachsen zusehen kann.
Thornhill
von Linn
Ob Thornhill selbst mit dieser Reaktion vom Rock Am Ring-Publikum gerechnet haben? Zumindest blieb die Menschenmenge zum Beginn des Sets noch recht überschaubar und der Zuspruch eher gediegen. Spätestens zu "Lilly And The Moon" konnte Frontmann Jacob Charlton Bewegung in den Bereich vor der Bühne bringen und auch hinteren Bereich sammelten sich Fans und neugierige Ohren. Thornhill lieferten, trotz eines nicht ganz runden Sounds ein massives Set, welches zuletzt auch durch die einnehmende Präsenz der vier Australier verdanken ist. Zu Hits wie “Silver Swarm” und “Nerv” gab es Wall Of Deaths, Circle Pits oder auch expressive Tanzeinlagen, die den Bewegungen auf der Bühne in nichts nachstand. Thornhill haben ihren Slot auf der Orbit Stage zu 100% ausgenutzt und sich in die Herzen einiger alter und neuer Zuhörer gespielt.
Palaye Royale
von Maik
Palaye Royale sind eine Band für die große Bühne. Dies bewiesen die drei Brüder mit ihren Kollegen kurz nach Mitternacht auf der Orbit Stage. Gerade Sänger Remington Leith benötigte keine Anlaufzeit und gab von der ersten Sekunde Vollgas. Dabei nahm er immer wieder das gut gelaunte Publikum in die Pflicht, vielleicht aber auch, weil er stimmlich etwas angeschlagen wirkte. Man braucht aber wenig Fantasie, um Palaye Royale in naher Zukunft auf einer der größeren Bühnen des Festivals zu sehen.
Bad Omens
von Vanessa
Bad Omens zogen als Samstag-Headliner auf der Mandora-Stage eine Crowd an, die für diesen Moment offensichtlich auch liebend gerne nasse Klamotten in Kauf nahm. Als es dann soweit war, bot die Bühnenshow, was man von Bad Omens erwartet: beeindruckend und gleichzeitig bewusst reduziert. Viel Nebel, gezielter Lichteinsatz und im Zentrum Noah Sebastian, der mit minimaler Gestik und maximaler Ausdrucksstärke die Bühne füllte.
Wie bereits auf der Tour war das Set in verschiedene Kapitel unterteilt und verband dabei älteres Material mit neuen Tracks wie „Specter". Der Sound im vorderen Bereich war stark, nach hinten hin wurde der Bass leider etwas dünn. Und dann war da noch dieser eine Kritikpunkt, der eigentlich keiner ist: Noah Sebastian war kaum zu hören, weil die Crowd die ganze Zeit jeden Text mitsang.
Geendet wurde wie gewohnt: mit dem „Concrete Jungle"-Ausruf und „Dethrone" als finales Statement. Ein würdiger Abschluss des Tages.
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Basement - 06.06.2026 - Nürburgring
5 Fotos/Foto: Jennifer Oedekoven
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Ice Nine Kills - 06.06.2026 - Rock am Ring - Mandora Stage
7 Fotos/Foto: Jennifer Oedekoven
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Letlive - 06.06.2026 - Nürburgring - Orbit Stage
14 Fotos/Foto: Lisa Bressmer
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Electric Callboy - 06.06.2026 - Nürburgring - Utopia Stage
14 Fotos/Foto: Lisa Bressmer
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Landmvrks - 06.06.2026 - Nürburgring - Mandora Stage
12 Fotos/Foto: Lisa Bressmer
Galerie
Rock am Ring 2026 - Nürburg - Volbeat - 06.06.2026 - Nürburgring - Utopia Stage