Wirklich angedeutet hatte sich ein Comeback von Casey nicht. Die Band war nach ihrem unerwartet frühen Abschied im Sommer 2019 zunächst einmal von der Bildfläche verschwunden. Und so kam es für viele äußerst überraschend, dass die Waliser Anfang Dezember ihr Comeback ankündigten. Und das nicht nur mit zwei neuen Singles, sondern auch mit einer kleinen, aber feinen Auswahl an Live-Shows.
Neben insgesamt drei Shows im UK waren auch jeweils ein Konzert in Leipzig und eines in Oberhausen geplant. Die Shows waren aber so schnell ausverkauft, dass in Oberhausen kurzerhand noch ein weiterer Termin gebucht wurde. Womit wir dann auch zur Sache kommen können.
Der Kulttempel – seit jeher das Nonplusultra, wenn es um Veranstaltungen aus dem Hause Positive Records geht – ist an diesem Mittwochabend, also dem Zusatztermin zwar nicht restlos ausverkauft, doch es zeigt sich definitiv, dass die Extraschicht von vielen Fans honoriert wird. Zumindest anhand der Kfz-Kennzeichen lässt sich dann auch erahnen, dass einige Zuschauer:innen an diesem Abend durchaus längere Anfahrtszeiten in Kauf genommen haben.
The Nightmares
Bevor Casey ihre Rückkehr zelebrieren können, stehen pünktlich um 20 Uhr aber erst einmal The Nightmares auf der Bühne. Der Name ist Programm – nicht, was den Sound angeht, sondern vielmehr in Sachen Optik und Ausstrahlung. Das wie Casey aus South Wales stammende Quartett steht an diesem Band zum ersten Mal auf einer Bühne außerhalb ihrer britischen Heimat. Das lässt sich aber insbesondere Fronter Adam Parslow nicht anmerken. Souverän und sympathisch führt er die Band durch die 30 Minuten Spielzeit.
Mit ihren Dark Pop-Klängen sorgen sie mehr und mehr für höflichen Applaus und zustimmendes Nicken im Publikum. Viel mehr als das ist dann aber doch nicht drin. Letztlich ist die Band den allermeisten Anwesenden zum einen überhaupt nicht bekannt und zum anderen musikalisch zu weit weg von Casey.
Stichwort Casey: Sie hätten es sich natürlich auch leichter machen können und musikalisch besser passenden Support mitbringen können. Dass sie The Nightmares die Chance geben, sich in Deutschland zu präsentieren, ist aber ein äußerst sympathischer Schachzug. Und auch wenn der Funke nicht vollkommen aufs Publikum überspringen mag, wird die Band einigen sicher im Gedächtnis bleiben.