

Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
9 Jahre seit der letzten Tour
Ganze neun Jahre hat es gedauert, doch diesen Sommer ist es endlich soweit: Breaking Benjamin kehren für einige Festival- und Clubshow-Termine nach Europa zurück. Unter anderem auch an diesem Abend in der Kölner Live Music Hall. Entsprechend groß war die Vorfreude in der ausverkauften Halle.
Den Auftakt des Abends übernahmen Return To Dust. Das Quartett aus Los Angeles präsentierte seinen Mix aus Grunge, Alternative Rock und modernem Hard Rock vor bereits prall gefüllter Halle und gewann mit seinem kraftvollen Sound schnell die Aufmerksamkeit des Publikums. Auch wenn viele Besucher sichtbar auf den Headliner warteten, gelang es der Band, sich mit einer starken Performance als mehr als nur ein Pflichtprogramm zu empfehlen.
Breaking Benjamin spielten ihr Set über weite Strecken schnörkellos herunter, große Ansagen blieben zunächst aus - recht typisch für amerikanische Bands. Stattdessen ließ die Band die Songs für sich sprechen. Und das funktionierte: Schon beim ersten Kracher „I Will Not Bow“ gab es kein Halten mehr. Die Fans sangen jede Zeile mit, bei „Breath“, „So Cold“ und „Dear Agony“ verwandelte sich die Live Music Hall immer wieder in einen riesigen Chor.
Was dabei ebenfalls auffiel: Die Breaking-Benjamin-Fans erwiesen sich als absolut textsicher – und gleichzeitig bemerkenswert unbeweglich. Nahezu jede Zeile wurde lautstark mitgesungen, doch Moshpits, Circle Pits oder größere Tanzbewegungen blieben den gesamten Abend über komplett aus. Die Energie entlud sich nicht körperlich, sondern in tausenden Stimmen, die jeden Refrain mitsangen.
Erst etwa zur Hälfte des Sets wurde Frontmann Benjamin Burnley gesprächiger. Bevor die Band ihren neuen Song „Something Wicked“ anstimmte, nahm er sich einige Minuten Zeit für das Publikum. Mit einer Cola Light in der Hand philosophierte er darüber, wie gesund wir Europäer doch seien und dass wir vermutlich alle regelmäßig an der frischen Luft spazieren gehen würden. Noch mehr beschäftigte ihn allerdings die Temperatur in der Halle. Wie wir das bloß ohne Klimaanlage aushalten würden, fragte er schmunzelnd. Und selbst wenn es eine gäbe, sei sie wahrscheinlich ausgeschaltet. Spätestens jetzt fiel auch auf, was es mit den großen schwarzen Kästen direkt vor ihm auf der Bühne auf sich hatte: es waren mobile Klimaanlagen, die für etwas Abkühlung sorgten.
Zwischen den lockeren Sprüchen wurde Burnley dann auch kurz ernst. Er bedankte sich für den herzlichen Empfang, die lautstarken Singalongs und die Unterstützung über all die Jahre. Die Band wisse selbst, dass sie viel zu selten auf unseren Bühnen steht. Schuld daran sei nicht mangelnder Wille, sondern vor allem Burnleys Flugangst. Während andere Bands einfach in den Flieger steigen, muss der Sänger deutlich mehr Aufwand betreiben. Für die aktuelle Tour reiste er erneut – wie bereits 2017 – per Schiff über den Atlantik, um die Konzerte in Europa möglich zu machen.
Entsprechend dankbar zeigte er sich für den Empfang in Köln. Fast schon wie „Cheaten“ fühle sich die Reaktion des Publikums an, scherzte er. Schließlich touren viele seiner Freunde in amerikanischen Bands wesentlich häufiger hier drüben und müssten sich eine derart begeisterte Resonanz oft deutlich härter erarbeiten.
Den emotionalen Höhepunkt erreichte der Abend schließlich mit dem Evergreen „The Diary Of Jane“. Tausende Stimmen übernahmen den Gesang, während die Band sich hörbar von der Energie des Publikums tragen ließ. Nach rund 90 Minuten endete ein Konzert, das vor allem eines bewies: Auch nach all den Jahren haben Breaking Benjamin hierzulande nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Die Begeisterung im Saal sprach jedenfalls eine klare Sprache. Das lange Warten hat sich gelohnt.
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