
Eine Reise durch die Bandgeschichte.
Streaming-Konzerte – das ist seit über einem Jahr die oft beschworene „Neue Normalität“ für diejenigen, die in Vor-Pandemie-Zeiten von Konzerthalle zu Konzerthalle gepilgert sind. Inzwischen gibt es wohl keine Band – egal, ob groß oder klein -, die ihren Fans nicht irgendeine Form von Live-Ersatz geboten haben.
Bad Religion hatten sich übrigens bereits früh im vergangenen Jahr dazu entschlossen, sämtliche zum 40. Geburtstag der Band geplanten Shows um ein Jahr zu verschieben. Als Trost nahm die Band unter dem Titel „Decades“ im legendären Roxy Theatre in Los Angeles vier Shows auf, auf denen pro Shows jeweils nur Songs aus einem Jahrzehnt gespielt wurden.
Wie war das mit dem Live-Comeback?
Die Shows wurden im Dezember 2020 und Januar 2021 ausgestrahlt und fanden großen Zuspruch in der Fanszene – nicht nur wegen der enormen Hitdichte, sondern vor allem auch weil bei den Shows einerseits zwar Bad Religion-like auf eine große Bühnenshow verzichtet wurde, andererseits aber Ton- und Bildqualität exzellent waren und darüber hinaus die Konzerte um Interviews mit der Band ergänzt wurden. Am Ende der vierten Show teilte die Band schließlich mit, die Aufnahmen hätten ihnen viel Spaß gemacht, doch man freue sich jetzt auf das Live-Comeback im Jahr 2021.
Da sich die Pandemie doch länger hinzieht als allgemein erwartet, verschob sich natürlich auch das Live-Comeback. Zwar hat die Band für den Herbst 2021 eine US-Tour angekündigt, doch die Europa-Daten wurden alle um ein weiteres Jahr nach hinten geschoben. Grund genug, um dem bekannten und bewährten Konzept „Decades“ im Juni eine Zugabe zu gönnen – und zwar, ohne die bei der ersten Runde gespielten Songs noch einmal zu spielen. Ein äußerst interessantes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass das Repertoire der Band zwar riesig ist, aber ein Set ohne Songs wie „American Jesus“, „Infected“ oder „Generator“, die schon beim ersten Mal in der Setlist auftauchten, gewöhnungsbedürftig ist.
Bad Religion führen durch die Bandgeschichte
Gewöhnungsbedürftig ist dann auch tatsächlich das Set der 80er-Show, die zwar die Fans der allerersten Stunde begeistert haben dürfte, aber insgesamt doch vor allem ein Zeitzeugnis der ersten Schritte der Band ist. Das Ganze sieht in den 90ern schon ganz anders aus, denn gerade die Songs der Alben „Generator“ (1991) und „Recipe For Hate“ (1993) finden sich auch in gewöhnlichen Setlists wieder und machen darüber hinaus deutlich, dass die Band mit diesen Alben, mit denen ihr auch der internationale Durchbruch gelang, ihren einzigartigen Sound definiert hat.
