
Text: Musiker durch und durch. Ein Leben ohne Mucke machen, hören und live erleben, gibt es für Malin nicht. Dementsprechend ist Musik auch Malins Lieblings-Gesprächsthema. Und damit er seinem Umfeld damit nicht zu sehr auf die Nerven geht, schreibt er einfach für MoreCore. Die neuesten Alben von altbekannten und gefeierten Artists, vom Underdog aus dem Nischengenre, von lokalen Konzerten oder den großen Festivals – you name it – Malin wird euch etwas dazu erzählen. Als Schlagzeuger, Musiklehrer und Student der sozialen Arbeit findet er, dass man Musik und Menschen nicht trennen kann oder sollte, denn nichts macht Musik schöner, als die Gemeinschaft und das Miteinander. Wenn er euch nicht gerade von seiner Plattensammlung berichtet, probt und schreibt er wahrscheinlich mit seiner Band Small Strides, stopft sich den Bauch mit Guacamole voll oder steht am Fenster und beobachtet die Hunde in der Nachbarschaft.
Fotos: Julia, genannt "Strückerli", gewann 2015 unser Meet And Greet mit Beartooth. Nur ca. ein halbes Jahr später wurde sie bereits fester Bestandteil des MoreCore Teams und fungiert seitdem als Fotografin mit eindrucksvollem Talent. Julia packt an wo Not am Mann ist und führt auch gern mal die Kamera bei Interviews oder verschiebt Pixel und Pfade, um uns mit diversen Grafiken zu versorgen. Sie hat immer ein Lachen und ist ein Garant für gute Laune und allerhand Dad Jokes. Wenn sie nicht gerade in irgendeinem Bühnengraben herumflitzt, hosten sie und ihr Freund Jan in ihrer gemeinsamen Wohnung Bands aus der ganzen Welt, die gerade auf Tour sind und einen Schlafplatz benötigen. Auch abseits der Musik arbeitet Julia selbstständig als Fotografin und Grafikerin und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Freunden.
Alle Regler auf Anschlag.
So vieles an dieser Tour ist außergewöhnlich. Denn es ist nicht nur genretechnisch ein wilder Mix, den wir mit Angel Du$t, Gouge Away und Teenage Wrist geboten bekommen. Die Entscheidung der Bands, das Ganze zu einer Co-Headline-Tour zu machen und jeden Abend Slots zu rotieren, bringt einen gewissen Charme mit, den man sonst eher von Local Shows kennt. Dies führte dazu, dass bei ihrem Tourstopp im Kölner Gebäude 9 die Härteschraube im Laufe des Abends eher weiter gelockert als angezogen werden sollte. Wie gut das funktioniert hat, erfahrt ihr hier in unserem Nachbericht.
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Angel Du$t
So ging es direkt mit der tanzbarsten Band der Runde los. Angel Du$t läuteten das Geschehen mit ihrem Klassiker “Toxic Boombox” ein und sorgten so gleich für ein wenig Bewegung im relativ spärlich gefüllten Club. Die Setlist sollte sich hauptsächlich aus Songs von “Rock The Fuck On Forever” (2016) und ihrer aktuellen Platte “Brand New Soul” (2023) zusammensetzen. Die Band groovte sich locker durch ihr kurzweiliges Set und versprühte trotz aller Härte einen lockeren Vibe, den Sänger Justice Tripp mit seiner ikonischen orangefarbenen Sonnenbrille nochmal unterstrich.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Gouge Away
Die intensivste Performance des Abends sollte daraufhin von Gouge Away folgen. Das, was die Band rund um Sängerin Christina Michelle hier darbot, dürfte keinem der Anwesenden nicht bis in Mark und Knochen gegangen sein. Ihr düsterer und noisiger Hardcore-Sound kam vor allem durch die immens hohe Lautstärke – die sich im Übrigen durch den ganzen Abend zog – noch ein ganzes Stück brachialer als sowieso schon rüber. Nicht ganz unschuldig daran dürfte Drummer Thomas Cantwell sein, der trotz seiner Doppelschicht (spielt ebenfalls bei Angel Du$t) kein bisschen an Schlagkraft einbüßen musste.
Fotos im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
Teenage Wrist
Die Kehrseite der Set-Rotationen sollte sich nun offenbaren. So hatten sich wahrscheinlich die Hardcore-Kids bereits auf den Heimweg begeben, bevor Teenage Wrist zum krönenden Abschluss die Bühne betraten. Es dürften höchstens noch um die 100 Leute gewesen sein, auf die die Kalifornier ihre grungigen Riffs abfeuern durften. Davon ließ sich das Quartett aber keinesfalls die Laune verderben und lieferte einen emotionalen und packenden Auftritt ab, der sie einmal durch ihre komplette Diskografie führte. Sänger Marshall Gallagher zeigte sich zutiefst dankbar für alle Fans im Publikum, die nicht nur aus voller Seele mitsangen, sondern teilweise auch zu den Drumfills in der Luft herumfuchtelten.
Es ist definitiv ein wunderschöner Abend, den wir mit diesem starken Bandpaket im Gebäude 9 durchleben durften. Eventuell hätte die Tour aber doch davon profitiert, einen größeren Headliner mit an Bord zu haben und auch mit einer festgelegten Reihenfolge zu arbeiten. Natürlich dürfte auch die Platzierung inmitten der Festivalsaison für ein paar Abstriche bei den Ticketverkäufen gesorgt haben. Blendet man aber diese Seite aus und fokussiert sich gänzlich auf das Konzerterlebnis, bleiben am Ende drei starke Performances, die alle mit ihren ganz eigenen musikalischen Qualitäten punkten konnten. Und eben genau diese Konzerte vergisst man nicht so schnell.
Beitragsbild im Auftrag von MoreCore.de: Julia Strücker (Julia_Rocknrolla)
