
Rodney ist unser wandelndes Musiklexikon. Als Drummer in seinen eigenen Bands sowie aushilfsweise dort, wo gerade Not am Manne ist, hat er zudem ein ausgeprägtes rhythmisches Verständnis. Apropos Rhythmus: Es ist uns schier unbegreiflich, wie er seine Tätigkeiten als Musiker, Booker, Redakteur und Photograph für drei Magazine, freier Journalist, Masterstudent, Food-Blogger, Wein-Connaisseur, Bowle-Barista, Freund und Liebhaber in seinem Tagesablauf untergebracht bekommt. Apropos Wein: Ein Best-of Rodneys wochenendlicher Sprachnachrichten ist zwar nicht geplant, aber auch nicht unwahrscheinlich.
Es ist kalt, finster und ungemütlich geworden. Der auslaufende November lässt den dunkeln deutschen Winter, der meist mehr mit Schmuddelwetter als mit Winter Wonderland vergleichbar ist, einbrechen. Es regnet, ist neblig und die Sonne zeigt sich nur ab und zu. Diese Stimmung passt perfekt zu meinem Musikkonsum. Ich vergrabe mich in melancholischen und düsteren Alben und fokussiere mich auf Genres wie Post Metal, Black Metal oder klassische Musik. Umso passender, dass MØL mit Ghost Bath auf Tour waren, um die “Luminescence” Tour im Schlachthof Wiesbaden ausklingen zu lassen!
MØL
Die Dänen MØL haben sich mit ihrem Album “Jord” einen Platz in meinen Lieblingsalben von 2018 bereits erspielt. Zwar war ich Anfangs aufgrund der Deafheaven-Epigonalität skeptisch, wurde nach längerem Hören aber eines besseren belehrt. Denn die Mannen kopieren nicht, sie haben ein eigenes Werk geschaffen, dass viele Einflüsse vermuten lässt, dennoch aber mit eigenem Sound begeistert!
Dass sich MØL wohl an Deafheaven orientiert haben, ist auch an den Moves von Sänger Kim zu erkennen. Sein Blick, der oft verstörend ernst wirkt, erinnert teils stark an die Artikulation von George Clarke. Dabei ist Kim ebenfalls Mittelpunkt des performativen Geschehens der Band. Er weiß mit seinem Mikroständer umzugehen und lässt diesen hoch in die Luft steigen und nutzt ihn als Instrument seiner Performance. Teilweise hat man das Gefühl er richtet und posiert mit besagtem Mikrofonständer und attackiert die erste Reihe. Doch richtet er diesen nur scherzhaft auf beängstigt zurückweichende Fans, die über diese Aktion nur peinlich berührt schmunzeln können.
