
Es gibt Bands, die eine bestimmte Musikrichtung bedienen und ein zumindest nach äußerlichen Maßstäben klar definierbares Klientel anziehen. Und dann gibt es Bands, die Elemente des Hardcore-Punk und Rock mit jeder Menge irischem Folk zu einem einzigartigen Mix verbinden und nicht nur Fans in Metal-Kutten, sondern auch Träger von Schottenröcken, grünen Band-T-Shirts oder Business-Hemden erfolgreich zu ihren Konzerten ziehen.
Oberflächlichkeiten hin oder her, die Rede ist natürlich von den DROPKICK MURPHYS. Die Bostoner Truppe hat erst Anfang des Monats ihr lange erwartetes neues Album „11 Short Stories of Pain & Glory“ veröffentlicht. Daher war es wenig überraschend, dass die Berliner Max-Schmeling-Halle am Abend des 23. Januars ausverkauft war. Doch bevor der Headliner die Bühne betreten würde, mussten natürlich ein paar Vorbands her.
Das Gute an so genreübergreifenden Musikgruppen wie den DROPKICK MURPHYS ist, dass sie für ihr Eröffnungsprogramm aus einer großen „Band-Breite“ (ja, das war ein Wortspiel) auswählen können. Und so fiel die Wahl für die erste Gruppe auf SKINNY LISTER, einer Londoner Kombo, die mit schunkeligem Indie Folk das anfangs noch recht rar gesäte Publikum in Stimmung bringen sollte.
Die sympathischen Briten betraten – zehn Minuten eher als zuvor vom Veranstalter kommuniziert – um 19:50 die Bühne, und spielten mitsamt Akkordeon und Kontrabass viele Songs ihres aktuellen Albums „The Devil, the Heart & the Fight“, das erst im letzten September auf den Markt kam.
Die Halle war bereits zu einem Großteil gefüllt, als gegen halb 9 schließlich SLAPSHOT die Bühne enterten. Anders als noch die Gute Laune-Kombo SKINNY LISTER vertrat die Bostoner Truppe die Hardcore-Wurzeln der DROPKICK MURPHYS und schaltete durch ihren wesentlich kompromissloseren Output sofort einige Gänge höher.
