
„Yes, we can!“ Während der Otto Normalbürger bei diesem Satz an Barack Obamas Wahlkampfslogan aus dem Jahr 2008 denkt, wissen Metalcore-Fans: BREAKDOWN OF SANITY, Baby! Der eingespielte Ausschnitt aus einer Rede des amtierenden US-Präsidenten ist vermutlich der prägnanteste Teil des Songs „Infest“ vom 2011er Album „Mirrors“ der Schweizer Band. Bevor BREAKDOWN OF SANITY am 30. September im Rahmen ihrer Europa-Tournee auf dem Zwischenstopp in Berlin unter Beweis stellen durften, ob sie es denn wirklich noch immer können, heizten allerdings zwei Vorbands das hungrige Publikum im Lido an.
Pünktlich um 20 Uhr läuteten CLAWERFIELD den Abend ein, die so wie der Headliner ebenfalls aus der Schweiz angereist sind. Die Jungs um den Sänger Adrian Wasser gaben sich sichtlich Mühe, Stimmung zu erzeugen, jedoch füllte sich der Konzertsaal nur langsam. Das spiegelte sich auch im Bereich vor der Bühne wieder, in dem wenig Bewegung herrschte und stattdessen viel Freiraum vorhanden war. Der undankbare Job des Opening Acts also, möchte man meinen. Dennoch äußerte sich Vocalist Adrian sehr glücklich über das Feedback des Publikums: „Ihr seid der Wahnsinn!“. So unterschiedlich können also Wahrnehmungen ausfallen.
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In 30 Minuten spielten CLAWERFIELD, die stilistisch ansatzweise an SYBREED (ebenfalls Schweizer) erinnern, eine Mischung aus dem 2013er Album „Circular Line“ sowie der EP „Engines of Creation“ aus dem letzten Jahr. Die insgesamt solide Performance wurde zusätzlich von einem neuen Song unterstrichen, den die Band nach eigenen Aussagen extra für die Tour geschrieben hat. Dennoch ließ sich das Publikum nur wenig vom Hocker reißen. Nach genau einer halben Stunde ging der erste Auftritt des Abend zu Ende.
VITJA übernahmen im Anschluss die Bühne, vor der nun mehr Zuschauer standen als noch zuvor. Die Truppe aus Köln und Münster stellt auf dieser Tour den Ersatz für dar, die krankheitsbedingt ausfielen, und spielen sich derzeit nebenbei mit einer mitreißenden Mischung aus Metalcore und Djent unter die größten Nachwuchshoffnungen der deutschen Szene. Sänger David Beule, der von seiner blonden Haarfarbe abgesehen an s Oli Sykes erinnert, schaffte es mit seinen Bandkollegen erstmals, Bewegung in den Abend zu bringen. Da sie eigenen Aussagen zufolge vor den beiden Schweizer Bands in den höchsten Tönen über das Berliner Publikum schwärmten, forderte David konstant zu Circle Pits auf. Mit Erfolg – das Lido bebte. Auch eine , die endgültig für Abrissstimmung sorgte, kam noch zustande.
