Der Bühnenvorhang fiel, die CO2-Kanonen gingen los und die gesamte Markthalle schrie den Text, der zuvor an jenen Vorhang projiziert wurde: „All our gods have abandoned us“. Es folgte sogleich mit „Deathwish“ ein weiterer neuer Song der neuen Platte, der die apokalyptische Stimmung von „Nihilist“ aufgreift und Gesellschaftskritik auf höchstem Niveau und mit düsterer Botschaft liefert. Für Fans, die noch nicht mit dem neusten Album warum geworden sind, spielten die Briten abschießend ihren Klassiker von 2012 „These Colours Don´t Run“, der mit einem selten mächtigen Schluss-Breakdown und entsprechender Aktivität des Publikum unterging.
Fans der ganz frühen Stunde wurden mit „Early Grave“ bedient. Obwohl das Set größtenteils Songs der letzten beiden Alben umfasste, wirkte es durch so trotzdem ausgewogen. Durch Songs wie „Colony Collapse“ schlichen sich ruhige Passagen in das Set, in denen die anspruchsvollen Gitarrenmelodien und Sam Carters Gesang im Fokus standen. Ein besonderes Highlight stellt die Neuaufnahme einer abgewandelten Version des Songs „Follow the Water“ da, bei der Sam Carter sein Talent für glasklaren und emotionalen Cleangesang unter Beweis stellte. Diese Band schafft bei Song wie diesen, die ohne einen einzigen Breakdown auskommen, trotzdem aggressiv zu klingen. Sie sind anklagend, auffordernd, wütend und vor allem emotional. Sam Carter schrie und sprang am Donnerstagabend über die Bühne. Wie ein Energiebündel hüpfte und rannte er dabei durch die Gegend ohne damit Stimmkraft und -sicherheit einzubüßen. Zwischen den Songs nahm Sam sich die Zeit mit dem Publikum zu sprechen. Er sprach darüber wie vergänglich und unsicher das Leben sei und sich nur die Konzentration auf den einzelnen Moment auszahle, er widmete den Song „The Devil Is Near“ der Tierschutzorganisation Sea Shepherd und lobte deren Arbeit und bedankte sich bei den Fans für ihre außergewöhnliche Unterstützung in schweren Zeiten und die Liebe die ihnen auf jeder einzelnen Show entgegen gebracht wird.