
Killswitch Engage: „Ich bin überzeugt davon, dass Musik die Welt verändern kann“
Sänger Jesse Leach im Talk.
Mauritz Hagemann
Es sind nicht mehr viele Tage, bis Killswitch Engage ihr neues Album „This Consequence“ veröffentlichen werden. Wir haben mit Sänger Jesse Leach über das neue Album, den 25. Geburtstag der Band und seine Vorliebe für deutsches Bier gesprochen.
Das schwierigste Album der Bandgeschichte
Am 21. Februar erscheint „This Consequence“. Sechs Jahre mussten wir auf den Nachfolger des 2019 erschienenen Albums „Atonement“ warten. Warum haben sich Killswitch Engage so viel Zeit gelassen? Für Jesse Leach kommen einige Aspekte zusammen. Da wäre zum einen die Pandemie, die gerade in den Jahren 2020 und 2021 vieles verzögert habe. Zum anderen habe sich die Band aber auch sehr bewusst viel Zeit gelassen, um neue Songs zu schreiben und diese im Songwriting-Prozess wachsen zu lassen. Als etablierte Band kann man sich bekanntlich eher Zeit lassen, neue Musik zu veröffentlichen. Und doch habe Jesse Leach dieses Mal besonders viel Druck verspürt, wie er zugibt. „Der Druck ist aber nicht unbedingt von außen gekommen. Ich habe mir selbst vorgenommen, unser bestes Album zu schreiben. Das war nicht immer ganz einfach und sehr langwierig, aber ich glaube, das Ergebnis ist gelungen Rückblickend war es aber noch nie so schwierig, ein Album zu schreiben.“
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Love and compassion
Killswitch Engage haben bisher erst zwei Songs des Albums veröffentlicht. „Forever Aligned“ und „I Believe“ geben aber schon einen guten ersten Eindruck von dem, was wir auf „This Consequence“ erwarten können. Musikalisch geht es etwas härter zu als auf früheren Veröffentlichungen, lyrisch behandeln die beiden Vorab-Singles spirituelle Themen. Aber „This Consequence“ habe auch eine eindeutige politische, gesellschaftliche Stoßrichtung, wie Jesse Leach im Gespräch mit uns deutlich macht. Songs wie „Discordant Nation“ und „Collusion“, der von einem „fascist system“ spricht, sind jedenfalls eine klare und unmissverständliche Abrechnung mit gegenwärtigen weltweiten Entwicklungen. Jesse Leach ist davon überzeugt, dass sich die Menschheit wieder stärker auf ganz grundlegende Werte berufen muss. „Wenn du mich fragst, was wir dringend benötigen, dann sind das Liebe und Mitgefühl. Die Welt ist so voller Hass, es geht nur noch gegeneinander. Wenn wir aus dieser Spirale herauskommen und einfach wieder mehr Mitgefühl füreinander haben, dann sind wir schon einen Schritt weiter.“
Von der Macht, Barrieren zu überwinden
Kann Musik dabei helfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Für Jesse Leach ist das gar keine Frage. „Ja, ich bin mir sicher, dass Musik die Welt verändern kann. Genauso wie Filme oder jegliche Art von Kunst. Wir könne Menschen auf der ganzen Welt zusammenzubringen.“ Mit leuchtenden Augen spricht der 46-Jährige dabei von Konzerten, die Killswitch Engage in Südafrika, Russland oder China gespielt haben. „Es ist so schön zu sehen, dass Musik Sprachbarrieren überwinden kann, dass man – ganz egal wo man ist – das Gefühl hat, Teil einer Gemeinschaft zu sein.“ Für Jesse Leach haben Kunst und Musik im Jugendalter selbst eine ganz besondere Wirkung gehabt – dies will er nun den Fans zurückgeben. Apropos Jugendalter: Das trifft auf die Band nun wohl nicht mehr zu. Dennoch kommen auch viele junge Fans zu den Shows, wie der Sänger nicht ohne Stolz berichtet. „Unsere Message, unser Ansatz, dass Musik die Leute zusammenbringt, ist vor allem für die jungen Leute wichtig. Deswegen freue ich mich besonders darüber, sie auf unseren Shows zu sehen.“ Nicht selten käme es zudem vor, dass Fans der ersten Stunde ihre eigenen Kinder mit zu den Konzerten brächten. Für Jesse Leach der Beweis, dass die Band auch nach über 25 Jahren immer noch relevant ist.
Killswitch Engage bald wieder in Europa?
Aus diesem Grund steht neben der Veröffentlichung des neuen Albums auch eine große Nordamerika-Tour an. Und auch nach Europa werde es definitiv schon bald gehen, wie Jesse Leach versichert. Details kann er noch nicht verraten, doch er gibt zu, dass er sich auf Europa sogar etwas mehr freue. „In den USA waren wir so oft. Europa kenne ich natürlich auch schon ganz gut, aber dort gibt es immer wieder etwas zu entdecken.“ Aber auch das Publikum sei anders. „Die Fans hier in den USA sind toll, aber in Europa wird Metal noch mehr gelebt. Es ist eine richtige Kultur, ein Lifestyle.“ Auch Deutschland hat es dem US-Amerikaner angetan. „Mein Kühlschrank ist voll mit deutschem Bier. In ein deutsches Wirtshaus zu gehen, ist immer ein Highlight auf Tour. Aber ich besuche auch gerne die vielen Kirchen in Köln.“, erklärt er lachend. Dann hoffen wir mal, dass er das zeitnah wieder tun wird!
Foto im Auftrag von MoreCore.de: Lisa Bressmer (lisa_brss)


