Review

Progressive

Kritik: Wheel - "Resident Human"

Entgegen dem Titel ihres Debüts „Moving Backwards“, bewegen sich Wheel mit ihrem zweiten Album „Resident Human“ keinesfalls zurück. Stattdessen beweisen ...

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Entgegen dem Titel ihres Debüts „Moving Backwards“, bewegen sich Wheel mit ihrem zweiten Album „Resident Human“ keinesfalls zurück. Stattdessen beweisen sie Selbstvertrauen in ihren Sound, verbessern, was es beim Vorgänger zu bemängeln gab und bleiben sich und ihrer Musik treu.

Die Band hat es raus, wie man nicht nur innerhalb eines Songs Spannung aufbaut. Besonders deutlich wird dies direkt im ersten Song „Dissipating“. Der Track startet mit einer ruhigen Gitarre, wird kurz darauf von einer dissonanten zweiten Gitarre ergänzt und nimmt mit dem Einsetzten der Drums langsam aber bedacht an Fahrt auf. Während auch der Bass in den Song integriert wird, weichen die zarten Klänge brutaler Härte.

Wheel stehen auf Spannung

Auch innerhalb des Albums lässt sich ein roter Spannungsfaden aus Dramaturgie finden. Was mit harten, aber durchaus ruhigeren Rythmen und Klängen startet, baut sich Song für Song langsam auf.

Darüber hinaus wird dies auch in ihrem Song „Movement“ sehr deutlich, der diesmal stark mit Lautstärke und dem Wechsel aus leisen und lauten Klängen spielt. Das dadurch erzeugte Gefühl aus Wut und Trauer, fängt die Thematik des Textes optimal ein, der sich hier mit gesellschaftlichen Bewegungen wie „Black Lives Matters“ auseinandersetzt.

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Auch der Song „Ascend“ findet seinen Platz in der Spannungskurve und deutet mit seinen härteren Klängen langsam den Höhepunkt der Kurve an. Mit „Hyperion“ ist dann der Mittelpunkt des Albums erreicht. Der Track überzeugt vor allem mit spannenden Melodien und der starken Stimme von Sänger James Lascelles, die sich den Instrumenten devot unterordnet.

Grundsätzlich knüpft die Band thematisch an ihr Debütalbum an. Gesellschaftsrelevante Thematiken und Diskurse stehen im Mittelpunkt und werden hier und da durch sehr persönliche Texte ergänzt. Dadurch schafft das Album eine starke Authentizität, die stellenweise auch sehr emotional und verletzlich wirkt.

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Mit „Fugue“ kommt Song, der vor allem durch seinen etwas alternativeren Sound von den übrigen Songs abweicht und letzendlich den Weg frei macht für den Titeltrack „Resident Human“.

Der letzte Song „Old Earth“ verleiht dem Album zum Schluss noch eine ganz besondere Überraschung. Denn während man ruhigen Klavierklängen lauscht, legt sich eine angenehme Schwere auf den Song, die die Vibes des Albums rückblickend auf eine unerschütterliche Weise einfängt und abrundent.

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Trotz gerade einmal sieben Songs bieten Wheel dennoch stolze 51:19 Minuten erstklassigen Progressive Metal. Die Band experimentiert mit Rythmen, spielt mit Harmonien und erinnern dabei an der ein oder anderen Stelle immer noch manchmal an Tool. Dennoch lässt sie sich nicht beirren, knüpft dort an wo ihr Debüt „Moving Backwards“ aufhörte und macht aus „Resident Human“ ein starkes zweites Album.

Foto: Wheel / Offizielles Pressebild

Wheel Resident Human
8.5
FAZIT
Mit „Resident Human“ liefert die finnisch-britische Kombo ein gelungenes zweites Album, das mit jedem Durchlauf mehr Spaß macht. Spannungsgeladene Dramaturgie, gesellschaftsrelevante Thematiken und erstklassige Musiker - für Fans der progressiven Musik führt an Wheel kein Weg vorbei.
/morecorede
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