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MetalcoreNu-MetalProgressive

Kritik: Volumes - "Happier?"

Kommenden Freitag, am 19. November 2021, ist es soweit: Volumes präsentieren uns nach vier Jahren endlich ihr nächstes Studioalbum. Die ...

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Kommenden Freitag, am 19. November 2021, ist es soweit: Volumes präsentieren uns nach vier Jahren endlich ihr nächstes Studioalbum. Die Platte trägt den Namen „Happier?“, welcher in Anbetracht der Thematik allerdings fast schon ironisch im Raum steht.

Die vier Musiker aus Los Angeles setzen sich mit dem Leben, und dessen Höhen und Tiefen auseinander. Auch der Mensch selbst, wie schnell er sich verlieren kann und welchen negativen Einfluss er auf seine Mitmenschen hat, wird kritisch beleuchtet.

Ob diese ernste, düstere und sehr persönliche Thematik aus dem Umstand ihrer Bandgeschichte entstand? Nach dem ohnehin bissigen Mitgliederwechsel verließen die beiden Gründungsmitglieder Gus und Diego Farias Anfang 2020 die Band. Nur wenige Tage darauf verstarb der Produzent und Gitarrist Diego überraschend. Einen festen Gitarristen hat Volumes bis heute nicht gefunden, dafür ist Ursprungessänger Michael Barr wieder mit von der Partie und teilt sich das Mikrofon mit seinem damaligen Nachfolger Myke Terry.

„Happier?“ – Der Grundstein für eine neue Ära

„Happier?“ ist also das Ergebnis einer Kombo, die so bisher nicht existiert hat. Die elf Songs in knapp 39 Minuten, legen somit den Grundstein für das, was Fans in Zukunft von der Progressive Metalcore-Band erwarten dürfen.
Wir durften bereits in den vierten Longplayer reinhören und geben euch einen Einblick, in welche Richtung sich der Sound von Volumes entwickelt.

Volumes zeigen ihr ganzes musikalisches Spektrum

Einen aggressiven Start legt die Scheibe mit „FBX“ und „Malevolent“ hin. Ersterer sticht aufgrund seiner Strophen hervor, welche durch einen Wechsel von kurzem aggressiven Sprechgesang und eingängigen Riffs geprägt ist. Ein düsterer elektronisch generierter Sound zieht sich durch den ganzen Song – durch das ganze Album – und verleiht der oben genannten Thematik die passende Farbe. Und obwohl „Malevolent“ im Vergleich melodischer klingt, ist der Song aus schnellen Breakdowns, harten Screams und sich wechselnden Rhythmus aufgebaut.

Progressive, Djent und Nu-Metal. Direkt zu Beginn beweist und das Quartett, wofür sie bekannt geworden sind und führen uns zu ihren Wurzeln, denn der Sound erinnert stark an ihr Debütalbum „Via“.

Eine komplett neue Seite fährt die Kombo mit „Bend“ auf. Die ruhige Single lässt den Hörer allerdings nicht durchatmen, eher verleitet der einprägsame, fast poppige Chorus zum Mitsingen. Im Fokus steht der abwechselnde, gefühlvolle Cleangesang der beiden Frontmänner. Auch den Einfluss aus Michael Barrs Solokarriere bekommen wir in „Bend“ zuhören, indem vor allem in den Strophen geschickt R’n’B-Elemente eingebaut wurden. Der Text warnt davor, wie leicht man sich in jemand anderen verwandeln kann und anfängt, sich gegenseitig innerhalb einer Beziehung niederzureißen.

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Auch „Get Enough“ dreht sich um die negative Veränderung seines eigenen Charakters. Es geht um den Punkt im Leben eines Menschen, an dem alles nur noch dem persönlichen Vorteil dient. Eine verzerrte, elektronische Melodie trägt uns durch diese bass-lastige Single. Die harten Strophen werden durch einen schiefen Chorus abgelöst und am Ende von einem, für Volumes charakteristischen, Breakdown unterbrochen. Bezeichnen wir sie als Aushängeschild für den modernen Metalcore.

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Während es mit „Lets Me Down“ down eher ruhiger weitergeht, erreicht das Album mit „Man On Fire“ seinen Höhepunkt – was den Härtegrad betrifft. Die Screams in den Strophen kommen den Pig-Squeals verdächtig nahe. Aber besonders Nick Ursich schnelles Schlagzeugspiel und die progressiven Breakdowns stechen hier hervor.

Im Vergleich dazu wirkt die Single „Weighted“ schon fast (!) radiotauglich. Gesanglich liefern sich Myke und Michael hier ein Battle der Perfektion. Der Wechsel zwischen Clean und Scream der beiden Sänger zeigt, wie viel Erfahrung die Band in den Jahren gesammelt hat.

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Das Ende sorgt für Überraschungen

„See You Again“ bietet einen soliden Metalcore-Song, der allerdings aufgrund seines durchgehenden Rhythmus nur wenig heraussticht. Ganz im Gegenteil positioniert sich „Into You (Hurt)“ – die größte Überraschung des Albums. Der Song wird von einer tiefen, disharmonischen Gitarre eingeleitet, die Strophen wiederum nur von Bass und Schlagzeug begleitet. Der Gesang trieft vor Emotionen. Dieses wohlklingende, aber doch eintönige Konstrukt wird in der Mitte des Songs durchbrochen und von einem langsamen, fallenden Breakdown abgelöst. Der Song mischt die leichten musikalischen Elemente, die wir bereits von „Different Animal“ kennen, mit altbekannten Breaks.

Auch „Void“ vermischt die verschiedenen Sounds der letzten drei Alben perfekt. Während die Strophen von einer prägnanten Gitarre, die verzerrte Chords spielt, geprägt sind, hat der melodische Refrain Mitsing-Potential. Auch dieser Song endet abrupt in einem langsamen Breakdown.

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Ähnlich ist auch der Titeltrack „Happier?“ aufgebaut. Der Text handelt darum, dass man jemanden zusieht, wie er sich selbst zerstört und dieser Tatsache oft hilflos ausgeliefert ist. Die Person, die man kannte, ist nun jemand anderes.

Die Thematik wird von einem Piano verdeutlicht, welches sich im Hintergrund voran schmiegt und dem Album seinen düsteren Sound nimmt, der sich bis dato durch fast alle Lieder gezogen hat. Mit den Worten „In all this time I hope you find a way to be happier“, findet das vierte Album von Volumes seinen Ausklang.

Foto: Lindsey Byrnes / Offizielles Pressebild

ALBUM
Happier?
Künstler: Volumes

Erscheinungsdatum: 19.11.2021
Genre: , ,
Label: Concord Records (Universal Music)
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. FBX
  2. Malevolent
  3. Bend
  4. Get Enough
  5. Lets Me Down
  6. Man On Fire
  7. Weighted
  8. See You Again
  9. Into You (Hurt)
  10. Void
  11. Happier?
Volumes Happier?
Volumes Happier?
8
FAZIT
Der zurückgekehrte Sänger Michael Barr kann auf „Happier?“ sein Talent unter Beweis stellen. Die Hälfte der Songs sind durch seine melodischen, klaren Gesangparts geprägt. Die andere Hälfte liefert Fans den progressiven Sound, den sie von Tag 1 kennen. Bereits ihre EP „Coming Clean“ hat gezeigt, in welche Richtung Volumes sich bewegen möchte, und genau dies haben sie mit ihrem vierten Longplayer umgesetzt - verabschiedet wurde sich allerdings von den Rap-Parts. Das Album kommt in Form eines soliden Komplettpakets, wo sich jeder Fan in einem Track wiederfinden wird.