Review

Melodic HardcorePost-Hardcore

Kritik: Stasis - "A Garden For All To See"

Hierzulande noch recht unbekannt, doch trotzdem nicht unbeachtet haben die Jungs von Stasis vergangenen Freitag eine neue, drei Song starke ...

VON

Hierzulande noch recht unbekannt, doch trotzdem nicht unbeachtet haben die Jungs von Stasis vergangenen Freitag eine neue, drei Song starke EP mit dem Name „A Garden For All To See“ veröffentlicht. Zuvor wurde bereits früher im Jahr die zweite LP „My State of Decay“ auf den Markt. Wir haben uns die neuen Songs einmal angehört und wollen euch unsere Eindrücke mitteilen.

Begonnen wird mit dem Song „Far From You“. Die tiefen, melodischen Gitarren wirken gleichermaßen düster wie auch verheißungsvoll. Dabei wirkt der später einsetzende cleane Gesang stärker im Hintergrund, bündelt allerdings die Stimmung und leitet das Song-Triplett ausgewogen ein. Wer sich bereits vorherige Veröffentlichungen der Band angehört hat, der wird eventuell etwas verwundert sein, denn die tiefen Shouts, die sich in einen Doubletime-Part einfügen, weichen deutlich vom Sound der Band auf den vorherigen Songs ab.

Die Vocals klangen dort deutlich höher und versprühten eine andere Atmosphäre: Stasis von November 2020 setzen auf einen tieferen Sound. Diese hätten allerdings etwas stärker in den Vordergrund gemixt werden können, um ihre Durchschlagkraft vollkommen entfalten zu können.

Der Song ist vielseitig, der Refrain eingängig und die unterschiedlichen Parts erlangen durch die Leadgitarre ihre notwendige Abwechslung, während die zahlreichen Breaks auch das letze Mosh-Kid aus der dunklen Ecke zerren. Alleine in diesem Song zeigt die Band ihre Range, die sie gekonnt auf 3:51 Minuten verpackt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Stasis zeigen, wie Vielseitigkeit in einem Song klingt

Auch „Maelstrom“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Die Kanadier liefern hiermit einen abwechslungsreichen, hart klingenden Song. Auffallend sind die Beat-Wechsel, wodurch der Eindruck entsteht, dass hier ein Song im Song gehört wird. Der Wechsel der Gesangsarten von Shouts hin zu cleanen Vocals unterstützt das Ganze noch einmal. Geendet wird mit einem 80s-Disco-Sample, welches immer wieder hakt und abbricht… künstlerische Freiheit eben.

Mit kleinen Easter Eggs für die, die genau zuhören

Komplettiert wird die Trilogie durch den Song „Garden“. Die Verzweiflung in den Screams, die auf den vergangenen Platten von Stasis zu hören waren, klingt hier noch einmal deutlicher mit und zeigt, dass sich der Sound der Band nicht komplett gewandelt, sondern eher weiterentwickelt hat. Den Hörer erwartet ein wildes Auf und Ab, hervorgehoben und vorangetrieben durch die Drum-Spuren, die definitiv einen besonderen Reiz ausmachen.

Dem aufmerksamen Hörer wird dann zu guter Letzt noch etwas aufgefallen sein. So sind die letzten Töne von „Garden“ gleichzeitig die Anfangstöne des ersten Songs, wodurch die einzelnen Stücke nahtlos ineinander übergehen und endlos gehört werden können.

Auf solche Kleinigkeiten haben Stasis geachtet und das zeigt die Liebe zum Detail, die Verspieltheit, die dennoch die Songstrukturen nicht zerstört und die jedem Musikliebhaber das Herz aufgehen lassen. Wer also Lust hat auf einen Sound, der sich irgendwo zwischen Stick To Your Guns und Knocked Loose bewegt, hört rein!

Foto: Stasis / Offizielles Pressebild

Stasis auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Stasis. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
A Garden For All To See (EP)
Künstler: Stasis

Erscheinungsdatum: 13.11.2020
Genre: ,
Label: No Sleep Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Far From You
  2. Maelstrom
  3. Garden
Stasis A Garden For All To See
Stasis A Garden For All To See
8.5
FAZIT
Mit „A Garden For All To See“ liefern die Herren von Stasis in 2020 bereits ein zweites Mal neues Material ab. Die Songs sind vielseitig, wild und machen gleich beim ersten Hören Spaß. Zwar weicht der Sound der Vocals deutlich von vorherigen Veröffentlichungen ab, ihren Stil haben Stasis allerdings nicht verloren, ganz im Gegenteil. Und das ist schön zu hören!