Review

Melodic HardcorePop-PunkPunkrock

Kritik: No Use For A Name - "Rarities Vol. 2: The Originals"

Es ist kaum zu glauben, aber in diesem Jahr wird sich der Todestag von No Use For A Name-Mastermind Tony ...

VON

Es ist kaum zu glauben, aber in diesem Jahr wird sich der Todestag von No Use For A Name-Mastermind Tony Sly schon zum neunten Mal jähren. Der viel zu frühe Tod des damals 41-Jährigen ließ nicht nur die gesamte Punk Rock-Szene bestürzt zurück, sie bedeutete auch das abrupte Ende von über 25 Jahren No Use For Name.

Die Band fand sich zwar noch für zwei Tribute-Konzerte zusammen, doch man versuchte erst gar nicht, den einzigartigen Tony Sly zu ersetzen. Sicher eine gute Entscheidung, doch für viele Fans der Skatepunk-Legenden ist es bis heute schmerzhaft, sich nie von der Band verabschiedet haben zu können.

Doch nachdem 2016 bereits das 2007 erstmals erschienene Best Of-Album „All The Best Songs“ als kleiner Trost neu aufgelegt wurde, erschien ein Jahr später mit „Rarities Vol.1 – The Covers“ eine Compilation von Coversongs, welche die Band im Laufe ihrer Karriere aufgenommen hatte. Und wie der Name „Vol.1“ verrät, war es schon damals die Absicht des Teams von Fat Wreck Chords ein weiteres Best Of-Album zu präsentieren.

Über drei Jahre und viele durchsuchte Archive später ist es endlich soweit. Auf „Rarities Vol.2: The Originals“ soll es nun also – wie der Name verrät – nicht um Coversongs gehen, sondern um eigene. Dafür hat das Label nach eigenen Angaben noch einmal jedes Album der Band nach Raritäten durchsucht.

Fat Wreck legen die alten Songs von No Use For A Name neu auf

Wer nun aber erwartet hatte, gänzlich neue beziehungsweise unbekannte Töne auf diesem Album zu hören, dürfte zunächst einmal ernüchtert sein. Ähnlich wie bei „Vol. 1“ sind alle Songs des Album – teilweise unter anderen Namen, teilweise in anderen Versionen – schon einmal erschienen. Das ist schon mal ein erster Minuspunkt, denn jetzt, über 10 Jahre nach dem letzten Studioalbum noch einmal völlig unbekannte Songs zu hören, wäre natürlich viel spannender gewesen als das, was uns auf „Vol. 2: The Originals“ tatsächlich erwartet.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Songs wie „Sidewalk“ oder das bisher als „ This Aint No Way to Live“ bekannte „No Way to Live“ machen zwar direkt am Anfang richtig Spaß und fühlen sich an wie eine Zeitreise in die frühen 2000er. Doch es zeigt sich auch schnell, dass sich die bekannten von den neu veröffentlichten Versionen nur sehr marginal unterscheiden. Und wenn man dann auch noch feststellt, dass die bekannten und schon vor Jahren veröffentlichten Versionen – logischerweise – aufpolierter und runder klingen, dann stellt man sich als Hörer schon die Frage, welchen Mehrwert eine solche Veröffentlichung wie „Rarites Vol.2“ hat.

Für absolute Die-hard-Fans der Band ist es sicher spannend, die verschiedenen Versionen miteinander zu vergleichen und so zu entdecken, was sich im Laufe des Entwicklungsprozesses noch verändert hat. Doch etwas mehr hätte man schon erwartet. Nun lässt Fat Wreck offen, ob es einfach keine anderen Schmuckstücke in der No Use For A Name-Schatztruhe gab, doch in diesem Fall hätte man sich die Veröffentlichung vielleicht besser sparen können.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gleichwohl soll an dieser Stelle nicht zu kurz kommen, dass „Vol. 2: The Originals“ trotz allem Ärger Spaß macht, weil es auch als Best Of-Album der besonderen Art und Weise funktioniert. Schließlich folgt auch auf diesem Album ein Hit auf den anderen – nur eben nicht in der jeweiligen Endfassung. Die vielen „Early“ oder „Demo“-Versions bekannter Songs wie „International You Day“ oder „Dumb Reminders“ machen vor allem noch einmal deutlich, welches überragende Songwriting-Potential die Band hatte und dass NOFX-Frontman Mike Burkett richtig liegt, wenn er in „Im so sorry, Tony“ über seinen Freund Tony Sly singt: „I’ve never known a better writer or a better guy. His songs wouldn’t just touch you, they would punch you in the eye“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke, Fat Mike!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bild: Fat Wreck Chords / Offizielles Artwork zu „Rarities Vol.2: The Originals“

No Use For A Name News

ALBUM
Rarities Vol. 2: The Originals
Künstler: No Use For A Name

Erscheinungsdatum: 12.02.2021
Genre: , ,
Label: Fat Wreck Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Sidewalk (Early Version)
  2. No Way To Live
  3. Justified Black Eye (Early Version)
  4. History Defeats
  5. Stunt Double
  6. Let Me Down (Early Version)
  7. Sara Fisher
  8. Coming Too Close (Early Version)
  9. Any Number Can Play (Demo Version)
  10. Dumb Reminders (Demo Version)
  11. Friends of the Enemy (Demo Version)
  12. International You Day (Demo Version)
  13. Nailed Shut (Demo Version)
  14. Pre-Medicated Murder (Demo Version)
  15. Solitaire (Demo Version)
No Use For A Name Rarities Vol. 2: The Originals
No Use For A Name Rarities Vol. 2: The Originals
7
FAZIT
"Rarities Vol. 2: The Originals" trägt mit dem Namen schon etwas dick auf, denn unveröffentlichte Songs bekommen wir von Fat Wreck auf dieser Platte leider nicht zu hören. Insofern richtet sich das Album offensichtlich vor allem an Fans, die ihre No Use For a Name-Sammlung erweitern wollen und gleichzeitig in den Entwicklungsprozess einiger Hits oder auch nur Semi-Hits der Band eintauchen wollen. Nicht schlecht, aber auch nicht der ganz große Wurf.