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AlternativeRock

Kritik: Ego Kill Talent - "The Dance Between Extremes"

Ego Kill Talent ist nicht nur die Kurzform einer gerade in der Musikbranche äußerst wichtigen und gerne zitierten Aussage (Too ...

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Ego Kill Talent ist nicht nur die Kurzform einer gerade in der Musikbranche äußerst wichtigen und gerne zitierten Aussage (Too Much Ego Kills Talent), sondern auch eine seit 2014 existierende Alternative-Band aus Brasilien, die nach ihrem Selftitled-Debütalbum von 2017 jetzt mit „The Dance Between Extremes“ Platte Nr. 2 nachlegt.

Das Albumrelease war übrigens ursprünglich schon für Mai 2020 geplant und sollte im Folgenden unter anderem bei Supportshows für Metallica live präsentiert werden. Dass aus letzterem pandemiebedingt nichts wurde, muss an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnt werden.

Doch Ego Kill Talent nahmen die Pandemie auch zum Anlass, ihre Albumstrategie zu überdenken. Wohl aus der durchaus begründeten Sorge heraus, ein Albumrelease würde unter dem Eindruck der damaligen ersten Pandemiewelle untergehen, entschied man sich, das Release über drei Termine hinweg zu strecken. Zunächst erschien „The Dance“, dann „The Dance Between“ und jetzt erfolgt mit „The Dance Between Extremes“ knapp ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Termin der letzte Teil des Albums.

Ego Kill Talent liefern einen Dreiteiler mit schwächen im zweiten Akt

Mit „Now!“ geben Ego Kill Talent die Richtung des Albums direkt vor. Rhythmisch gradlinig, aber nicht langweilig und ein Gespür für eingängige Refrains. „Lifeporn“ kann das Niveau nicht ganz halten, da die Hookline etwas abhanden kommt, aber die Stimme von Sänger Jonathan Correa macht dennoch Lust auf mehr und muss sich vor Alternative-Größen wie den Foo Fighters definitiv nicht verstecken.

Das Gespür für die Hooklines kommt allerdings sowohl bei im Refrain sehr eingängigen „The Call“, aber auch in „Deliverance“ zurück. Damit ist das erste Drittel des Albums – The Dance – auch schon abgeschlossen.

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Wenn man die kreative Idee der Albumaufteilung durchdenkt, ist die größte Sorge wahrscheinlich, dass der zweite und dritte Teil das Niveau des ersten Teils nicht halten können, denn für die wenigsten Alben gilt „All Killer – No Filler“. Haben Ego Kill Talent also ihr gesamtes Pulver schon im ersten Drittel des Albums verschossen?

Hält das Album das Tempo?

Eine klare Antwort fällt schwer. Die Songs im zweiten Drittel sind nicht mehr ganz so ein- und damit zugänglich. Im Grundsatz bleibt klar: Die Songs sind sehr auf die Vocals fokussiert und wem der Gesang von Jonathan Correa gefällt, dem dürften auch die Songs im zweiten Drittel gefallen.

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Instrumental bleibt es etwas eintönig. Doch hier soll ja ohnehin das letzte Drittel im Vordergrund stehen – also rein in die fünf letzten Songs der Trilogie. In „Starving Drones“ könnte man aufgrund der verzweifelt geschrienen Strophen auf die Idee kommen, hier beginne nun der experimentelle Teil des Albums, doch der Refrain hat wieder allerhöchste Ohrwurm-Qualitäten.

Diese hat auch der folgende Track „Our Song“, wobei er – parallel zum Anfang des Albums – als zweiter Song wieder etwas sehr seicht daherkommt. Experimentell wird es dann aber in „Diamonds and Landmines“ – gerade die Bridge wird man wohl schon nach dem ersten Hören im Ohr behalten. Sowohl „Beautiful“ als auch „The Reason“ schenken uns zum Abschluss das Album noch einmal recht seichte, aber angenehm zu hörende Töne und somit einen mehr als würdigen Abschied.

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„All Killer – No Filler“ ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber ein „No Filler“ ist für ein Album ja auch schon eine Auszeichnung.

Foto: Ego Kill Talent / Offizielles Pressebild

Ego Kill Talent News

ALBUM
The Dance Between Extremes
Künstler: Ego Kill Talent

Erscheinungsdatum: 19.03.2021
Genre:
Label: Bmg Rights Management (Warner)
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. NOW!
  2. The Call
  3. Lifeporn
  4. Deliverance
  5. Silence
  6. In Your Dreams Tonight
  7. Sin And Saints
  8. Starving Drones (A Dinner Talk)
  9. Our Song
  10. Diamonds And Landmines
  11. Beautiful
  12. The Reason
Ego Kill Talent The Dance Between Extremes
Ego Kill Talent The Dance Between Extremes
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FAZIT
Die Idee, ein Album auf drei EPs aufzuteilen und dadurch besser durch die Pandemie zu kommen, verdient schon Anerkennung. Schließlich zeugt dieser Schritt auch davon, dass Ego Kill Talent von ihrem Album auf ganzer Linie überzeugt sind. Und nach dem Hören muss man ihnen Recht geben. Nicht jeder Song zündet gleich gut, aber Spaß macht das Album von vorne bis hinten!
/morecorede
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