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Kritik: Dragged Under - "The World Is In Your Way (Deluxe)"

Als die Anfrage, ob wir Lust hätten das „neue“ Album von Dragged Under zu reviewen, bei uns eingetrudelt ist, war ...

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Als die Anfrage, ob wir Lust hätten das „neue“ Album von Dragged Under zu reviewen, bei uns eingetrudelt ist, war ich im ersten Moment ein wenig verwirrt. In Hinterkopf schwirrte bei mir noch ein Release aus Januar herum, aus welcher gerade die zwei Songs “Hypochondria” und “Instability” im meinem Kopf hängen geblieben sind. „Jetzt schon was Neues? Das ging aber schnell“, dachte ich mir.

Im nächsten Moment klärte sich dann auf, dass es sich bei „The World Is In Your Way (Deluxe)“ um eine Art Re-Release inklusive zwei neuer Bonus-Tracks handelt. Da wir bis dato jedoch keine Rezi des Albums auf unserer Seite haben und das Album im Januar auch ziemlich unter dem Radar geflogen war, nehmen wir die Anfrage daher zum Anlass, doch noch einen Blick auf das neue alte Dragged Under-Album zu werfen.

Dragged Under legen ihr Debüt-Album neu auf

Das Album beginnt mit “The Real You” und steigt direkt mit modernem Hardcore in den Ring. Was zudem direkt auffällt ist: Die sehr runde Produktion des Ganzen. Hier wird mit Sicherheit die Erfahrung des Gitarristen Ryan Bruce a.k.a. Fluff eine Rolle spielen, den der ein oder andere vielleicht von seinem YouTube-Channel “Riffs, Beards & Gear” kennen könnte.

“The Real You” schafft den Spagat zwischen treibenden Hardcore-Riffs und einem eher melodischen Chorus. Die Kombination kennt man bereits von Genre Größen wie Stick To Your Guns, Beartooth oder auch A Day To Remember. Dies ist aber mit Sicherheit nicht als Kritik zu verstehen und zudem wohl kein Vergleich, über den man als Band böse sein muss.

Der zweite Track ist einer der beiden die mir schon im Januar im Kopf geblieben sind. “Hypochondria” schlägt eine etwas härtere Gangart, bleibt im Chorus aber weiterhin melodisch. Textlich geht es um den Kampf mit bzw. in sich selbst.

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“Roots” wird als dritter Song ein wenig punkiger als die zwei vorangegangenen, was im Ganzen jedoch eine angenehme Abwechslung mit sich bringt. Die Grundformel bleibt an dieser Stelle doch weiterhin die gleiche: Treibendes Mainriff gepaart mit melodischem Chorus.

Mit “Here For War” drehen sich Dragged Under deutlich mehr dem Alternative Metal zu. Gleichzeitig wirkt es trotzdem organisch und nicht so, als habe man beim vierten Song mal einen neuen Einfluss gebraucht. Es wirkt wie eine gute Mischung aus Beartooth und Breaking Benjamin, wird aber an keine Stelle ausgelutscht oder langweilig.

Dragged Under Meme

Dem folgend kommt für mich der – wie man im Neudeutschen sagt – “Banger” des Albums. Wer uns auf Twitch bei unseren MoreCore-Party Streams verfolgt, wird den Song “Instability” mit Sicherheit durch mein fast, aber nur FAST, inflationäres Spielen dieses Songs kennen. Ich bin ein großer Fan davon, wie der Track sich sehr elegant an der Grenze von modernem Hardcore zu Hardcore-Punk bewegt. Gleichzeitig ging mir der Chorus im Januar tagelang nicht aus den Ohren.

Mit “Chelsea” wird das Album dann richtig punkig. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Song auf Konzerten (eine leise Träne rinnt meine Wange herab… schon so lange her) gepaart mit ein wenig Gerstensaft oder alternativen alkoholischen Getränke ein enormes Potential für Singalongs bietet.

“Covered In Sin” kommt vom Stil sehr nah an “Instability” heran, was mir persönlich wirklich gut gefällt. Im Großen und Ganzen wirkt der Song jedoch noch etwas treibender. Zusammen mit dem eigentlich letzten Stück des Albums “The Hardest Drug” wird hier der Härte-Höhepunkt des Albums markiert.

“Riot” schlägt anschließend nochmal die Schleife zurück zum Punk und liefert erneut viel Potential für Singalongs. Im Breakdown der Bridge findet man dagegen den einzigen “Schnitzer”. Als Gegenpol zum Breakdown hört man im Hintergrund eine Gitarre, die klingt, als wäre Sie durch einen Toaster aufgenommen worden. Ich gehe jedoch davon aus, dass das hier ein gewollte Stilmittel ist, welches mir schlichtweg nicht gefällt.

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Als eigentlich letzter Song des Albums gibt es “The Hardest Drug” auf die Lauscher und der Name trifft es ziemlich gut. Während die Strophe ein wieder ein treibendes Hardcore-Riff, wie es Beartooth nicht hätten besser schreiben können, ist, ist der Chorus wieder mehr dem Alternative Metal angelehnt. In der Bridge wird es dann er sehr ruhig und intim, nur um Momente später mit Anlauf in den letzten Breakdown überzugehen. Definitiv ein weiteres Highlight auf dem Album.

Eine Zugabe mit zwei neuen Tracks

Zugabe….. Zugabe….. Zugabe…… Zugabe…… Ja Ja Ja, da war ja noch was!

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Der erste Bonustrack heißt “Feel It” und schlägt in eine ganz neue Kerbe. Ein bisschen melodramatischer Pop-Punk, ein Hauch Emo und ein Gitarrensolo, welches die Haarpracht von Sean Rosario ganz von alleine im Wind zum Wehen bringen würde – wenn sie denn vorhanden wäre! Aber vielleicht kann Fluff da ja mit seinem Bart aushelfen.

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“Just Like Me” kommt zunächst mal mit einem wirklich positiv bescheuerten Musikvideo daher. Gleichzeitig ist der Song eine spannende Mischung aus modernen Hardcore und Pop-Punk. Bonuspunkte gibt es außerdem für die Orgel im Pre-Chorus.

Bild: Sara Lindsey / Offizielles Pressebild

Dragged Under auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Dragged Under. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
The World Is In Your Way (Deluxe)
Künstler: Dragged Under

Erscheinungsdatum: 13.11.2020
Genre: , ,
Label: Mascot
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. The Real You
  2. Hypochondria
  3. Roots
  4. Here For War
  5. Instability
  6. Chelsea
  7. Covered In Sin
  8. Riot
  9. The Hardest Drug
  10. Feel It
  11. Just Like Me
Dragged Under The World Is In Your Way (Deluxe)
Dragged Under The World Is In Your Way (Deluxe)
7.5
FAZIT
Dragged Under sind wie eine wilde Mischung aus Beartooth, Stick To Your Guns und A Day To Remember, schaffen es aber, daraus ihren eigenen, gut funktionierenden Sound zu kreieren. Das Album wirkt außerdem sehr gut ausbalanciert und aus einem Guss, wobei gerade die Songs “Instability”, “Hypochondria” sowie “The Hardest Drug” nochmal als echte Highlights herausstechen. Das Rad erfindet das Album nicht neu. Trotzdem ist es ein gelungenes erstes Album der Jungs aus Seattle!