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Review

Metalcore

Kritik: Devil May Care – Limit

Zwischen Haltung und Komfortzone

VON

Es gibt Alben, die dich sofort überrollen – und solche, die sich langsam an dich ranschleichen. „Limit“ gehört klar zur zweiten Kategorie: Ein Album, das sich nicht aufdrängt, das auf Stabilität statt auf Experimente setzt. Devil May Care sind keine Newcomer mehr. Über 150 Shows, internationale Supports, Features mit Szenegrößen: Die Band ist angekommen. Seit der Gründung 2012 in Würzburg ist die Besetzung mit Tim Heberlein, Lukas Esslinger, Moritz Hillenbrand und Joachim Lindner unverändert geblieben.

Klarer Sound, bekannte Strukturen

Musikalisch bewegt sich „Limit“ im bekannten Metalcore-Spektrum. Der Sound ist modern, tight und verzichtet auf Experimente. Clean- und Shout-Passagen wechseln sich in klassischer Weise ab. Songs wie „Black Box“ (feat. Tom Brümmer von The Oklahoma Kid) und „Amen“ (feat. Chris Marsch von IMPVLSE) eröffnen das Album mit Energie und solidem Handwerk.

Auch „Let the river run“, „Mosaik“ oder „Caving In“ kombinieren melodische Elemente mit schweren Breakdowns und elektronischen Akzenten. Einzelne Details – etwa Drum’n’Bass-Passagen oder atmosphärische Synths – sorgen für Abwechslung, ohne aus dem Metalcore-Korsett auszubrechen. Der Bonustrack „The Snow“, ursprünglich 2022 als Single veröffentlicht, fügt sich klanglich gut ein, markiert aber kein neues Kapitel. Und „Mosaik“ packt mit seinem Refrain: catchy, ehrlich, mit Gefühl. Hier klingen Devil May Care verletzlich, ohne an Energie zu verlieren.

Devil May Care sprechen über große Themen, gehen dafür aber wenig Risiko ein

Thematisch greifen Devil May Care gesellschaftliche und persönliche Konflikte auf: Krisen, politische Verantwortung, Überforderung und Weltschmerz. Auch im begleitenden Online-Format „Downfall of the Week“ zeigt die Band ihr Interesse an sozialkritischen Themen, etwa an den Bedingungen der Musikindustrie oder der Streaming-Ökonomie.

„Limit“ will wachrütteln, spricht über große Themen, die nach musikalischer Wucht verlangen. Gleichzeitig bleibt der Sound oft brav: „Downfall“ ist da ein gutes Beispiel. Textlich thematisiert der Song den drohenden gesellschaftlichen Kollaps, mit Zeilen wie „Seems like history repeats & it brings us on our knees“, aber soundlich bleibt’s beim bekannten Ablauf. Bekannte Synths, vorhersehbarer Aufbau, rockiger Chorus, Breakdown genau da, wo man ihn erwartet. Funktioniert, aber überrascht nicht wirklich – so wie Vieles auf der Platte.

Foto: Niklas Griebel / Offizielles Pressebild

ALBUM
Limit
Künstler: Devil May Care

Erscheinungsdatum: 14.11.2025
Genre:
Label: Blood Blast Distribution
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. Black Box
  2. Amen
  3. Caving In
  4. Limit
  5. Let The River Run
  6. Downfall
  7. Horizon
  8. Mosaik
  9. Comatose
  10. Blossom
  11. The Snow (Bonus Track)
Devil May Care Limit
Devil May Care Limit
6
FAZIT
Mit ihrem neuen Longplayer "Limit", bleiben die Jungs von Devil May Care ihrer Linie treu. Dabei legt die Band Wert auf klare Aussagen und authentische Präsentation ihrer Kunst. Gleichzeitig verzichtet sie weitgehend auf Überraschungsmomente oder stilistische Risiken. Die neue Platte macht damit definitiv nichts falsch, wagt allerdings auch kein Risiko beim Ausbruch in fremde, musikalische Gefilde.