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Kritik: Citizen - "Life In Your Glass World"

2021 – what a year to be a… music fan! Auch wenn es so aussieht, als ob wir noch einige ...

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2021 – what a year to be a… music fan! Auch wenn es so aussieht, als ob wir noch einige Zeit auf Konzerte und Partys verzichten müssten, scheinen Citizen sich schon mal vorsorglich auf sämtliche tanzbaren Playlists schummeln zu wollen. Ob Fans das vertragen können?

Es ist durchaus spürbar, wie die vergangenen Monate eine gewisse Experimentierfreude bei vielen Bands und Künstlern entfacht haben. Auch Citizen überraschten mit der ersten Single-Auskopplung “I Want To Kill You”, die sich als waschechte Disco-Nummer entpuppte und damit schnell für heiße Diskussionen sorgte. „Sind das noch Citizen oder hat Mat Kerekes, der parallel auch fleißig an seiner Solo-Karriere arbeitet, das Heft in die Hand genommen und den einst schweren, rauen Emo-Grunge-Sound völlig auf links gedreht?“

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Die Antwort liegt sicher irgendwo dazwischen, denn seit dem Ausstieg von Drummer Jake Duhaime und Gitarrist Ryland Oehlers ist die Band aus Ohio auf ein Trio geschrumpft. Dass ihnen dieser Umstand nur wenig anhaben kann, beweisen sie auf “Life In Your Glass World” mit Bravour.

Citizen: Die richtige Prise Experimentierfreudigkeit

Schon der bockstarke Opener “Death Dance Approximately” manifestiert den “neuen” Sound, der durch seinen Hang zum tanzbaren Indie und dem E-Bass-Sound à la Royal Blood oder Nothing But Thieves einen frischen Klang bekommt, während das Riffing ganz klar an “As You Please”- und “Everybody Is Going To Heaven” erinnert.

 

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(@citizentheband)

So stehen Bass und Schlagzeug gerne im Vordergrund, wie bei “Blue Sunday”, werden aber immer wieder durch clever eingesetzte Synthies ergänzt, während Mat Kerekes auch auf Album Nummer 4 mit seiner markanten Stimme glänzt.

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Und obwohl Citizen auf “Life In Your Glass World” deutlich tanzbarer sind und damit Einzug in die eine oder andere Indie-Disko finden könnten, so hat die Platte auch einige nachdenkliche Momente, die ordentlich auf die Bremse drücken und so für die nötige Balance sorgen, um auch Fans der ersten Alben abzuholen.

 

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Gerade das letzte Drittel bricht mit dem stürmischen Eindruck, den die ersten Songs hinterlassen, was nicht nur an den Akustik-Gitarren, sondern auch an Kerekes liegt, der stimmlich immer seltener nach vorne peitscht.

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“Winter Buds” ist eine bittersüße Halb-Ballade und möglicherweise einer der stärksten Songs der Platte, bevor “Edge Of The World” die soeben angestaute Spannung auflöst und das Album so auf einem durchaus euphorischen Ton enden lässt:

“At the end of the day there was beauty in tragedy. I hope you find what you need. I hope it’s everlasting. I hope you learn to love yourself.”

Foto: Citizen / Offizielles Pressebild

Citizen Life In Your Glass World
9
FAZIT
Citizen greifen mit "Life In Your Glass World" nach den Sternen und liefern ein fantastisches Album ab, das sicherlich ein Anwärter auf die Top 3-Platte des Jahres ist. Musikalisch geht es leichtfüßiger zu und erinnert damit stellenweise an "Light We Made" von Balance & Composure, bewegt sich aber nicht zu weit weg, um nicht auch eingefleischte Fans abzuholen.
/morecorede
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