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Kritik: Chase Atlantic - "Beauty In Death"

Mit „Beautiy In Death“ liefern die drei Australier von Chase Atlantic bereits ihr drittes Album und feiern gleichzeitig das Debüt ...

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Mit „Beautiy In Death“ liefern die drei Australier von Chase Atlantic bereits ihr drittes Album und feiern gleichzeitig das Debüt beim neuen Label Fearless Records. Doch anstatt sich so richtig auszutoben, scheinen die drei auf ihrer neuen Scheibe in einen Tiefschlaf zu verfallen.

Chase Atlantic sind dafür bekannt, Grenzen aufzubrechen. Mit ihrer Musik haben sie sich in den letzten Jahren ihre eigene kleine Nische gesucht, in der sie gerne mit ihrem Sound experimentieren. Heraus kam bisher immer eine Mischung aus Trap und R&B und mit rockigen und elektronischen Elementen. Experimentiert haben die Jungs für ihren dritten Longplayer definitiv auch wieder, allerdings lässt das Ergebnis zu wünschen übrig.

Chase Atlantic üben sich in Monotonie und Langeweile

Mit „Paranoid“ steigt die Platte zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht grundsätzlich schlecht ein. Der Song überrascht gegen Ende sogar mit einem kurzem Gitarrensolo. Dieses wird sich nach dem Durchhören der restlichen Songs noch als echtes Highlight herausstellen. Damit hat die Band aber auch leider auch schon ihr ganzes Pulver für die folgenden elf Tracks verschossen. Wirklich besser wird es ab jetzt eher nicht mehr.

Dafür geht es eher enttäuschend weiter. In den folgenden Songs gibt es viele Synthesizer-Spielereien und ein gewisser 80s Vibe mit Einflüssen des Synthwave („Pleasexanny“) kristallisieren sich hier und da heraus. Wären die Songs nicht so massiv von Sänger Mitchel Cave’s nöliger Stimme dominiert, hätten sie durchaus Potential für schöne Synthi-Soundscapes. Aber anstatt manchmal etwas weniger mehr sein zu lassen, gibt es noch eine ordentliche Ladung Trap obendrauf.

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In einem Zitat der Pressemitteilung zu „Beauty In Death“, erwähnte Mitchel, dass sich die Band mit der Veröffentlichung des Albums, in ihrem Leben „zu keiner Zeit mehr selbstbewusst und am wenigsten ängstlich gefühlt“ habe als jetzt. Ob man sich bei so einem Ego überhaupt reinreden lässt? Es hätte der Kombo sicherlich gutgetan, denn auch die zweite Hälfte ihres Werks ist eher ernüchternd.

Während das Intro zu „Empty“ mit einem Marimba-Intro aufwartet und für wenige Sekunden die Hoffnung aufkeimen lässt, dass dieses Album doch wenigstens einen brauchbaren Song an den Start gebracht hat, folgt auch an dieser Stelle schnell die Eintönigkeit, die sich sowieso schon beschwerlich auf das Album gelegt hat.

Kurz vor Ende blühen die Jungs mit dem Song „Wasted“ nochmal ganz kurz auf. In Relation betrachtet, klingt der Chorus, als hätte man der Band eine Dosis Adrenalin gespritzt, sie aus ihrem Dauerschlaf gerissen und vor lauter Überwältigung vergessen, den Song vernünftig abzumischen.

„Beauty In Death“ suggeriert Tiefgründigkeit, stattdessen ist es der Inbegriff von Langeweile. Schon nach den ersten drei Songs war ich regelrecht genervt und hätte die Scheibe am liebsten zur Seite gelegt. Hier und da sind die Synthis nicht schlecht eingesetzt und erzeugen eine Art träumerische Soundlandschaft.

Allerdings bietet das Album so gut wie keine Highlights und plätschert in einer Monotonie vor sich hin, dass man kaum merkt, an welcher Stelle ein Track endet und ein Neuer beginnt.

Foto: Chase Atlantic / Offizielles Pressebild

Chase Atlantic Beauty In Death
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FAZIT
Chase Atlantic bewegen sich mit „Beauty In Death“ einen Schritt zurück, anstatt weiter nach vorne zu gehen. Das Album wird dominiert von Trap, R&B und vor allem Eintönigkeit. Highlights findet man hier nur mit der Lupe.
/morecorede
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