Review

Metalcore

Kritik: Blessthefall - "Gallows"

Kann das Comeback überzeugen?

VON

Sieben Jahre nach „Hard Feelings“ melden sich blessthefall am kommenden Freitag mit ihrem neuen Studioalbum „Gallows“ zurück und feiern damit ihr finales Comeback. Eine Platte, für die sich die Metalcore-Veteranen bewusst Zeit genommen haben. Laut Frontmann Beau Bokan ist es sogar eines der besten Metalcore-Alben des Jahres. Große Worte also – ob er Recht behält? In dieser Review erfahrt ihr, was euch auf dem achten Studioalbum der Herrschaften erwartet.

Metalcore pur

Bokan hat nicht übertrieben: „Gallows“ ist Metalcore in Reinform. Rasantes Tempo, das nahtlos zwischen harten Strophen und melodischen Refrains wechselt – und das von der ersten bis zur letzten Minute. Besonders stechen „Wake The Dead“, „Drag Me Under“ und der Titeltrack „Gallows“ dabei heraus.

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Die bereits im Mai 2023 veröffentlichte Single „Wake The Dead“ ballert mit ihrem preschenden Tempo nach vorne. Dissonante Riffs und schnelle Drums in den Strophen lassen den Song härter und bedrohlicher wirken als seinen Vorgänger „mallxcore“. Dabei liefert er gleichzeitig einen Energieschub, der live sicher noch mehr knallt. Der eingängige Refrain sorgt für den nötigen Kontrast und bleibt hängen, selbst wenn auf der Platte noch neun ähnliche Refrains warten.

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„Drag Me Under“ sitzt in der Mitte des Albums und reißt sofort mit. Aggressive Screams, die sich Strophe für Strophe steigern, lassen keine Pause zum Durchatmen. Statt des erwartbaren Sing-Along-Refrains überrascht der Track mit einem düsteren, fast bedrohlichen Chorus. Der Einfluss von Alpha Wolf ist hier nicht zu überhören.

Direkt im Anschluss folgt der Titeltrack „Gallows“. Riff plus Double Bass setzen sofort ein Ausrufezeichen und schieben die erste Strophe mächtig an. Doch der abrupte Einstieg in den melodischen Refrain wirkt zunächst etwas ernüchternd. Trotzdem entfaltet der Song im Verlauf seine volle Stärke: Breakdowns und ein energiegeladenes Finale machen „Gallows“ zu einem der Highlights der Platte.

Auch „Venom“ und „Y.S.A.B“ bewegen sich in vertrauten Gefilden. Während blessthefall die Strophen auf „Venom“ mit ruhigen Cleangesang und Screams dynamisch gestalten, bleibt „Y.S.A.B“ trotz (oder wegen) klassischem Wechselspiel aus Härte und Singalong-Refrain eher unscheinbar.

Ausnahmen, die auffallen

Zwischen all dem Adrenalin gönnen sich blessthefall auf „Fell So Hard, Felt So Right“ und „It Ends With Us“ kleine Abstecher aus der Komfortzone, ohne sie ganz zu verlassen.

„Fell So Hard, Felt So Right“ ist eine kleine Zeitreise zurück in die 2010er. Melodische Gitarren und ein melancholischer Gesang, der Screams nur punktuell einsetzt, machen den Track zu einer erfrischenden Abwechslung und zu einem stillen Geschenk an die langjährigen Fans.

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Mit „It Ends With Us“ zeigen sich blessthefall von ihrer experimentelleren Seite. Nach gewohnt harten Strophen folgt ein langsamer, fast schwebender Gesangspart, der ein düsteres Gefühl hinterlässt. Der Song baut sich Stück für Stück auf, bis ein ruhiger Chorgesang das Album atmosphärisch ausklingen lässt. Ein starker Schlusspunkt, der hängen bleibt.

Foto: Rise Records / Offizielles Pressebild

ALBUM
Gallows
Künstler: Blessthefall

Erscheinungsdatum: 05.09.2025
Genre: ,
Label: Rise Records
Medium: Streaming, CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. mallxcore
  2. Wake The Dead
  3. Venom
  4. Somebody Else (feat. Caskets)
  5. DRAG ME UNDER (feat. Alpha Wolf)
  6. Gallows
  7. Light The Flame
  8. Fell So Hard, Felt So Right (feat. Story Of The Year)
  9. Y.S.A.B.
  10. This Ends With Us
6.5
FAZIT
Insgesamt liefern blessthefall mit "Gallows" ein starkes Comeback und beweisen durch starken Gesang und saubere Produktion, dass sie in ihrer Pause nichts verlernt haben. Das Album ist ein solides Stück Metalcore - ohne große Spielerein, Experimente oder Ausreißer. Damit hat „Gallows“ definitiv seine Daseinsberechtigung im modernen Metalcore. Wer allerdings nach mehr Abwechslung oder extremen Überraschungsmomenten sucht, könnte hier schneller die Lust verlieren.