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Kritik: Asking Alexandria - "Like A House On Fire"

Am 15. Mai erwartet uns das sechste Studioalbum „Like A House On Fire“ von Asking Alexandria. Was Mitte der 2000er ...

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Am 15. Mai erwartet uns das sechste Studioalbum „Like A House On Fire“ von Asking Alexandria. Was Mitte der 2000er als damals noch innovative “Haare-im-Gesicht-und-synchron-headbangende“ Metalcore-Band angefangen hat, ist mehr als eine Dekade später nicht mehr die Band, wie wir sie von damals kennen.

Der Fokus liegt nicht mehr auf markerschütternden Growls und Screams, sondern vielmehr auf modernen Kompositionen, die sich am Zahn der Zeit orientieren. Manch einer hat schon beim letzten Selftitled-Album von einem Verlust der Identität gesprochen. Ich vertrete da eher die Position, dass eine Band, die vor elf Jahren im Teenageralter ihr erstes Album veröffentlicht hat, durchaus eine Entwicklung durchmachen darf und soll.

Asking Alexandria treten mit „Like A House On Fire“ musikalisch auf der Stelle

Das Album beginnt mit dem Quasi-Titeltrack “House On Fire” und einem sehr ruhigen Intro. Was danach überrascht, ist der erste Gesangspart von Frontmann Danny Worsnop. Dieser weist viele Screams auf, ist jedoch nur von kurzer Dauer. Nach dem ersten Knall bewegt der Song sich immer wieder zwischen einer fast R’n’B- oder Pop-artigen Strophe hin zu einem Alternative Metal-Chorus, der direkt richtiges Ohrwurmpotential besitzt.

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“They Don`t Want What We Want” schlägt in eine ähnliche Richtung. Man findet erneut die Kombination aus einer Strophe, die deutlich zurückgenommen ist und einem Chorus, der klar dem Alternative Metal zuzuordnen ist. Weiterhin hält man sich doch sehr nah an der klassischen Pop-Songstruktur.

Es folgt “Drown to Hell” und der beginnt mit einem “NaaaNaNaNaNaNaaaaa”. Sowas kann, wenn es organisch wirkt, gut funktionieren und gerade in einer Live-Performance für großartige Singalongs sorgen. Bei “Drown to Hell” wirkt dies aber nicht organisch, sondern viel mehr nach einem sehr konstruiertem, vielleicht auch etwas erzwungenem Stilelement. Es will nicht so richtig in den Song passen der, ausgenommen der doch recht harten Bridge, auch zu Bands wie Shinedown und Co. gepasst hätte.

Der nächste Song hört auf den Namen “Antisocialist” und folgt, wie schon die beiden ersten Songs des Albums, erneut einer sehr stringenten Pop-Struktur. Es wird wieder eine instrumental zurückhaltende Strophe mit einem etwas energetischeren Chorus kombiniert. Mir fehlt es spätestens hier etwas an Abwechslung.

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Eine kleine Überraschung birgt dafür der nächste Song. “I Don´t Need You” ist eine waschechte Rock-Ballade, bei der neben Danny Worsnop noch eine weibliche Stimme als Duett-Partner agiert. Stand jetzt ist weder im Pressetext, noch sonst wo herauszufinden, welche Dame dem Song da ihre Stimme geliehen hat. Aber vielleicht erkennt ja einer von euch auf Anhieb um wen es sich handelt. Wir werden es alsbald hinzufügen.

Und nun passiert etwas, das zumeist für etwas nicht Gutes steht: Ich fange an, Songs zusammenzufassen. “All Due Respect”, “Take Some Time” und auch “One Turns To None” folgen alle wieder der Formel, die wir schon von den drei vorangegangen Songs “House on Fire”, “They Don´t Want What We Want” und “Antisocialist”. Und in der Konzentration sorgt dies leider in der Mitte des Albums dafür, dass es doch sehr schnell monoton wirkt.

“It´s Not Me (It´s You)” bringt dagegen endlich wieder etwas frischen Wind. Es bleibt weiterhin der Alternative Rock bzw. Metal als Grundlage vorhanden. Der Song wird aber durch einen gewissen Einschlag von Indie-Rock angereichert, was glücklicherweise wieder für etwas mehr Abwechslung sorgt. Der Song wird so zu einem ersten Highlight auf dem Album.

Auf das erste Highlight folgt dann leider wieder ein Track, der sich hinter den bereits so vielen Songs auf dem neuen Album von Asking Alexandria einreiht, die einer klaren Formel folgen. “Here´s To Starting Over” schafft bis auf die etwas melancholischere Bridge leider auch nicht, einen neuen Impuls zu setzten. Selbiges gelingt auch dem darauffolgenden Song “What´s Gonna Be” nicht.

“Give Your Up” schafft es dadurch, dass er sich deutlich mehr in eine elektronische Richtung orientiert, wieder etwas hervorzustechen. Doch auch hier fehlt der Mut, sich mal von der klassischen Pop-Struktur zu entfernen.

Und auch “In My Blood” folgt erneut der bereits bekannten Formel, bei der ich mir nunmehr eine erneute Beschreibung spare.

Wo “The Violence” als Single noch gut funktioniert, verschwindet auch dieser Song im Albumkontext leider in einer Masse von eindimensionalen Tracks, die alle so wirken, als hätte man sie bereits 10-mal gehört und oooh waaait… zählt man “Lorazepam”, den letzten Song des Albums noch dazu, kommt man leider wirklich zum zehnten Song, der WIEDER der gleichen Formel folgt.

Es gibt wenige Dinge, die mir normalerweise so sauer aufstoßen, wie wenn jemand etwas sagt wie “Früher waren die aber einfach viel besser”. Doch mit “Like A House On Fire” schaffen Asking Alexandria keinen Schritt nach vorne. Wenn man es genau betrachtet, aber auch keinen Schritt nach hinten, rechts oder links.

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Das Werk tritt viel mehr sehr monoton auf der gleichen Stelle herum. Dabei ist das Album vom Sound wirklich gut und auch Danny liefert stimmlich ordentlich ab. Diese Eindimensionalität wiegt das aber nicht auf.

Dass eine Band ihren eigenen Stil findet und sich darin verwirklicht, ist vollkommen legitim. Wenn sich das jedoch so äußert, dass bei 15 Songs auf einem Album zehn Stück vollkommen austauschbar sind und fast keinen Wiedererkennungswert aufweisen, dann könnte man fast von fehlender Kreativität sprechen.

Da ist kein Mut zum Experimentieren, kein Wille, etwas Neues auszuprobieren und vielleicht auch keine Bereitschaft, das Risiko einzugehen, dem ein oder anderen nicht zu gefallen. Was bleibt ist ein Album, welches einem Fast-Food-Burger gleicht: Schmeckt immer gleich und nach 5 Minuten hat man wieder Hunger!

Foto: Asking Alexandria / Sumerian Records – Offizielles Pressebild

Asking Alexandria auf Tour

Derzeit gibt es keine angekündigten Tourdates für Asking Alexandria. Sollte ein Termin fehlen, würden wir dich bitten, uns eine E-Mail an info@morecore.de zu schicken, damit wir diese hinzufügen können.

ALBUM
Like A House On Fire
Künstler: Asking Alexandria

Erscheinungsdatum: 15.05.2020
Genre: , ,
Label: Sumerian Records
Medium: CD, Vinyl, etc

Tracklist:
  1. House On Fire
  2. They Don’t Want What We Want (And They Don’t Care)
  3. Down To Hell
  4. Antisocialist
  5. I Don’t Need You
  6. All Due Respect
  7. Take Some Time
  8. One Turns To None
  9. It’s Not Me (It’s You)
  10. Here’s to Starting Over
  11. What’s Gonna Be
  12. Give You Up
  13. In My Blood
  14. The Violence
  15. Lorazepam
Asking Alexandria Like A House On Fire
Asking Alexandria Like A House On Fire
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FAZIT
Wem kann man ein solches Album wie “Like A House On Fire” von Asking Alexandria empfehlen? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Für mich sorgt das Album an keiner Stelle für den Drang, dass ich es nochmal durchhören möchte. Dazu fehlt mir einfach die Abwechslung.

Wer vielleicht Spaß an der Scheibe finden kann, sind Fans von Danny Worsnop. Denn dem kann man nicht absprechen, dass er bis heute immer noch ein wirklich guter Sänger ist. Dafür und für die doch sehr rund klingende Produktion gibt es immerhin noch zwei Pünktchen. Einen dritten vergebe ich für die Tatsache, dass zumindest ein, zwei Songs auf dem Album zu finden sind, die ich mir hin und wieder bestimmt nochmal anhören werde. Mehr ist aber leider einfach nicht drin.