Album
21/11/2025
Review
Alternative Metalcore Post-Hardcore
Kritik: Annisokay - „Abyss - The Final Chapter“
Hier schließt sich der Kreis - düster und stimmig
VON
Saskia Schollenberg
AM 17/11/2025
Artikel teilen:
Bereits 2023 haben wir Part eins des Zweiteilers Abyss von Annisokay unter die Lupe genommen, und seitdem schwebt die Frage im Raum, wie die Band dieses ambitionierte Projekt zu Ende bringen würde. Anfang des Jahres erschien dann Abyss Pt. II. Ein wuchtiges, düsteres und gleichzeitig detailverliebtes Werk, das die Messlatte nochmal ein Stück höher legte. Und jetzt, am 21.11.2025 folgt der krönende Abschluss: Abyss – The Final Chapter. Ein Album, das nicht einfach nur zwei Teile zusammenführt, sondern durch drei brandneue Tracks zu etwas vollständig Rundem verschmelzen lässt.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Mehr als die Summe seiner Teile
Silent Anchor, Splinters und My Effigy sind hier nicht bloß Bonusmaterial, sondern die Brücke, welche beide Teile miteinander verbindet. Und eines lässt sich direkt sagen: Diese Brücke hätte kaum eleganter gebaut werden können. Schon für sich alleine stehend funktionieren die Songs hervorragend. Silent Anchor taucht direkt in eine düstere Atmosphäre ein, ruhig in seiner Oberfläche, doch kraftvoll im Kern. Breakdown und Struktur sind gut durchdacht, alles greift wie Zahnräder ineinander. Splinters wiederum bleibt dem roten Faden des dystopischen Klangbilds treu, doch statt sich darin zu verlieren, spinnt der Track feinfühlig elektronische Elemente um sein kräftiges Buildup. Besonders der Refrain überzeugt: stimmlich stark und emotional treibend. Und dann My Effigy – ein Song der nicht zögert. Wenn man einen Moshpit-Hit suchen würde, dann findet man ihn genau hier. Der Refrain ist dank der Cleanvocals direkt ein Ohrwurm der sich festsetzt, während Gitarren und Drums im restlichen Song mit voller Kraft herausstechen und eine perfekte Balance zu den mächtigen Screams herstellen. Doch selbst hier gibt es eine Überraschung: Nach einem saftigen Breakdown wird nochmal die Akustikgitarre ausgepackt. Für einen kurzen Moment wird es still und Annisokay teilt einen fast verletzlichen Augenblick zum Ausklang des Songs. Ein wirklich beeindruckender Song, kraftvoll, emotional und wunderschön zusammengesetzt.
Wenn zwei Welten eins werden
Doch wie fügen sich die Tracks in das große Ganze ein? Die Antwort ist so simpel wie zufriedenstellend: absolut perfekt. Die Übergänge wirken so organisch, als wären die Songs bereits schon immer Teil des Gesamtwerks gewesen. Die neuen Tracks agieren hier fast wie ein Kompass, der vom etwas „ruhigeren“ Pt. I in die heftigere Welt von Pt. II begeleitet. Und auch wenn es vielleicht paradox klingt: Gerade, weil die neuen Lieder kaum auffallen, leisten sie ihren stärksten Beitrag. Sie sorgen dafür, dass beide Teile miteinander verschmelzen und beweisen, dass hier unfassbar viel Liebe zum Detail drinsteckt
Foto: Annisokay / Offizielles Pressebild
Abyss – The Final Chapter
Künstler: Annisokay
Erscheinungsdatum: 21.11.2025
Genre: Alternative, Metalcore, Post-Hardcore
Label: Arising Empire
Medium: Streaming, CD, Vinyl
- Into The Abyss
- Human
- Ultaviolet
- Throne of the Sunset
- Calamity
- Time
- Silent Anchor
- Splinters
- My Effigy
- Get Your Shit Together
- Never Enough
- Oblivion
- Into The Grey
- H.A.T.E ft. Any Given Day
- Inner Sanctum
More Reviews
