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Plant-Core: Diese Musiker sind vegan unterwegs

Vöner, anyone?

VON AM 22/01/2023

Das neue Jahr ist nun gut drei Wochen alt – na, wie läuft es mit den Vorsätzen? Jeden Januar werden Ziele gesetzt und Wünsche geäußert, mehr zu lesen, weniger zu scrollen, oder besser zu essen. Klassisch bei letzterem: Weniger Fleisch, vielleicht ja sogar ganz auf Pflanzen umsteigen? In Hinblick auf Klimakrise und Tierwohl finden Kampagnen wie der „Veganuary“ derzeit Jahr für Jahr mehr Zulauf. Und da Idole immer helfen, um sich inspirieren zu lassen, haben wir mal nachgeschaut, wer uns aus reiner Pflanzenpower heraus mit musikalischen Brettern versorgt.

Hardcore und vegan? Na klar!

Für das ungeschulte Ohr und Auge steht harte Musik mit Tier- und Umweltliebe vielleicht im Gegensatz. Aber wer schonmal genauer hingehört hat, wird wissen, dass auch härtere Genres durchaus introspektiv und mitfühlend sind – nicht umsonst gibt es Emo.

Oli Sykes (Bring Me the Horizon)

Wenn es darum geht, vegane Größen in der Szene aufzuzählen, gibt es keinen anderen möglichen Startpunkt als Bring Me The Horizon-Frontmann Oli Sykes. Er ist wohl die größte Nummer, die seit Jahren privat – und auch auf der Bühne – veganen Aktivismus lebt. Doch nicht nur das: In Olis Heimatstadt Sheffield hat er mittlerweile eine alte Industriehalle in eine komplett pflanzenbasierte „Barcade“, also einen Pub mit alten Arcadespielen, der gleichzeitig als Venue fungiert, eröffnet. Dazu findet sich in dem Gebäude auch ein Store und der Hauptsitz seiner Kleidungsmarke „Drop Dead“, die natürlich auch nicht nur auf Slow Fashion setzt, sondern seit Tag eins komplett vegan produziert ist.

Sam Carter (Architects)

In der Überschrift nur Sam Carter zu nennen, ist eigentlich irreführend. Denn jedes einzelne Bandmitglied der Architects geht pflanzenbasiert durch Leben. Schon 2012 macht sich die Band in einer peta2-Kampagne für Veganismus stark.

Auch im Interview mit MoreCore.de im Jahr 2021 kam Sam auf das Thema zu sprechen: „Wir müssen uns auch klar machen, dass unser Verbrauch an Fleisch und tierischen Produkten einen massiven Teil dazu beiträgt. Es ist nicht leicht, der ganzen Welt zu erklären, sich vegan zu ernähren und ich erwarte auch gar nicht, dass alle das tun sollen.”

Rou Reynolds (Enter Shikari)

Enter Shikari hatte noch nie Angst, in ihren Texten und ihrer Musik politisch zu werden. Der Song „Arguing With Thermometers“, ein verzweifelter Aufschrei zum Klimawandel, ist mittlerweile elf Jahre alt. Sänger Rou Reynolds ist laut mit seinem Veganismus: Er kooperierte mehrere Jahre mit der britischen Kampagne Veganuary, spielte zuletzt 2019 ein Acoustic-Set auf dem Vegan Camp Out Festival 2019, und auch ein Shikari Sound System DJ Set durfte die Besucher:innen erfreuen.

Auf tieferer Ebene beschäftigt sich Rou zudem in seinen veröffentlichten Büchern, wie „A Treatise on Possibility“, das 2021 erschien, mit tier- und klimafreundlichen Alternativen zu unserem Lebensstil. Und auch in der kürzlich erschienen Bandbiografie ist die Verantwortung beschrieben, die Bands wie Enter Shikari tragen – und deshalb fast ausschließlich auch auf Tour nur noch veganes Catering nutzen.

Travis Barker und Mark Hoppus (Blink-182)

Pop-Punk-Gigant Travis Barker, der als Produzent und Medienpersönlichkeit mittlerweile weit über Blink-182 hinweg zu erwähnen ist, ist der nächste im Text. Verschiedenen Berichten zufolge sei Barker schon seit dem zarten Alter von 13 Jahren vegetarisch gewesen – und verschrieb sich dem Veganismus nach einem Flugzeugabsturz 2008. Passt irgendwie. Damit ist er schon viel länger dabei, als die meisten in dieser Liste. Er verriet sogar, dass auch Matt Skiba, der kürzlich Blink-182 verließ, vegan lebt. Und auf dem veganen Onlineportal HappyCow findet sich sogar Mark Hoppus gelistet, was die Blink-182-Bande – wenn man die Rückkehr von Tom Delonge kurz ausblendet – komplett macht.

Josh Franceschi (You Me At Six)

Das, was wir aus früheren Jahren vom britischen Quintett You Me At Six kennen, war oft emotional und introspektiv. Das hatte sich zuletzt im Jahr 2020 geändert, als die Jungs den Track „Our House (The Mess We Made)“ als Charity-Song im Rahmen der australischen Buschbrände veröffentlichten. In diesem Zuge ging Frontmann Josh Franceschi, zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Jahre vegan, mit Kerrang! auf seine politischen Einstellungen und seinen Lebensstil ein.

Was danach für ihn wichtig ist: „Ich übernehme so viel Verantwortung, wie ich auf einem basic Level kann. Deine Ernährung kann deinen CO2-Fußabdruck beeinflussen“. Und auch wenn er wisse, dass das ständige Fliegen im Zuge von Tourneen dem entgegenstehe, sei seine Ernährung etwas, was er auf jeden Fall kontrollieren könne. Mit dem oben genannten Rou Reynolds auf einer Singleauskopplung der nächsten Platte, wird es spannend zu sehen, ob Aktivismus vielleicht doch bald noch einen Platz in You Me At Six‘ Diskografie findet.

Die nächste Generation

Komplett ist diese Liste nicht: Hinzufügen könnte man beispielsweise noch Rise Against-Sänger Tim McIlrath oder Davey Havok von AFI (A Fire Inside), die ihrer Plattform zu dem Thema öffentlichkeitswirksam nutzen. Und natürlich muss man nicht nur zu den ganz Großen schauen, um vegane Repräsentation zu finden.

Zum Beispiel ist die walisische Gruppe Holding Absence auf den einzelnen sozialen Medien der Mitglieder laut in Bezug auf ihren Lebensstil. Und auf unsere Nachfrage, wer Sänger Lucas Woodland denn im Genre noch so Veganes einfalle, nennt er spontan „Paul [Rousseau] from Silverstein, Em[ma] Booster from Dying Wish, Feisal [El-Khazragi] from Loathe!“. Eine tierisch, äh, pflanzlich bunte Mischung also.

Beitragsbild im Auftrag von MoreCore.de: Faye Strässle (acalltothedreamers)

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