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Interview

Twelve Foot Ninja im Interview: „Wir machen Whatever-the-fuck-we-want-Core“

Frontmann Kin Etik über den Twelve Food Ninja und das neue Album.

VON AM 18/10/2021

Seit 2008 mischen Twelve Foot Ninja die (Prog-)Metal-Szene auf. Pünktlich zum dritten Langspieler der Aussies klopfen wir bei Sänger Kin Etik an und fühlen ihm zu „Vengeance“ auf den Zahn.

Twelve Foot Ninja im Interview

Lisa | MC: Es ist schwierig, euch einem Genre zuzuordnen, aber ich sehe definitiv progressive Elemente. Wie würdest du euren Musikstil beschreiben? Was können wir von eurer Musik erwarten?

Unser Gitarrist Stevic MacKay hat es als „Whatever-the-fuck-we-want-core“ beschrieben und ich denke, das trifft es ziemlich gut. Ihr könnt das Unerwartete erwarten.

Lisa | MC: Weder der Albumtitel noch die Songtitel klingen zu versöhnlich. Was ist das Thema eures kommenden Albums „Vengeance“?

Es gibt eine Menge Themen auf diesem Album. Die Sterblichkeit ist als eins unserer üblichen Themen immer dabei, aber wir haben uns auch mit moderneren Themen beschäftigt, zum Beispiel mit den sozialen Medien und der Narzissmus-Kultur. Wir werfen einen Molotow-Cocktail auf die sozialen Medien und deren Narzissmus-Kultur, thematisieren den Kulturkrieg, die Suche nach dem Erbe mittels Technologie, Rache, Flucht vor der Verantwortung und den gesellschaftlichen Zusammenbruch. Stevic hat dieses Mal die Zügel bei den meisten Texten und Themen in die Hand genommen, es sind also hauptsächlich Themen, auf die er zu dieser Zeit fixiert war.

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Lisa | MC: Ihr scheint euch viel Mühe mit den Texten zu geben. Woher nehmt ihr eure Ideen für neues Material?

Bei diesem Album war ich hauptsächlich als Editor tätig, aber einige der Songs und Themen wurden von mir entwickelt. Die meisten Ideen stammen aus Dokumentarfilmen der letzten Jahre, vor allem, weil ich mich für dieses Medium interessiere. Aber in der Vergangenheit konnten die Ideen von überall herkommen: Film, Literatur, Spiele, Gespräche, wo auch immer ich Inspiration gefunden habe.

Lisa | MC: Wie habt ihr „Vengeance“ geschrieben und produziert?

Unser Gitarrist Stevic hat das Album produziert, wie er es bei all unseren Veröffentlichungen getan hat. Wir sind eine Band, die speziell für das Schreiben in der Isolation geschaffen wurde, also wurde es größtenteils per E-Mail-Korrespondenz geschrieben, so wie wir es schon seit langem praktizieren. Stevic und Ro haben zunächst an einigen Songideen gemeinsam geschrieben und andere Songs wurden von Stevic, Ro oder mir individuell geschrieben.

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Lisa | MC: Mit der ersten Single, „Long Way Home“, habt ihr die Fans in einem Videospiel überrascht. Erzähl uns bitte ein bisschen mehr darüber.

Letztes Jahr hat Stevic während des Lockdowns sechs Monate lang an einer Videospielidee gearbeitet. Er dachte, es wäre eine interessante Art und Weise, ein Musikvideo zu präsentieren. Er rief eine Kickstarter-Kampagne ins Leben und schaffte es, das Spiel zu finanzieren und soweit ich weiß, ist es ein noch laufendes Projekt.

Lisa | MC: Neben dieser Single habt ihr auch „Over and Out“ mit Tatiana Shmayluk samt eines Videoclips veröffentlicht. Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, musste ich wirklich lachen und bin immer noch begeistert von dem Goblin. Was war die Idee hinter dem Video und was ist die Botschaft dieses Songs?

Der Hauptteil des Videos wurde 2019 in Finnland gedreht, als wir dort einen Auftritt beim Nummirock Festival hatten. Gefilmt wurde es von einer lokalen Produktionsfirma, Silent Paprika Films, die einen tollen Job gemacht hat. Dann schrieb Stevic ein Intro und ein Outro, die kürzlich in Australien und der Ukraine gedreht wurden, was dem Song einen klassischen Twelve Foot Ninja-Stil verleiht.

Der Song basiert auf dem französischen Konzept von „L’appel du vide“. Die Übersetzung ist „der Ruf der Leere“, ein Phänomen, bei dem eine Person, die, sagen wir mal, am Rande einer Klippe steht, sich gezwungen fühlt zu springen, auch wenn sie nicht suizidgefährdet ist. Indem sie nicht springt, entscheidet sich die Person für das Leben. Es ist also eigentlich eine lebensbejahende Erfahrung.

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Lisa | MC: Ihr bringt nicht „nur“ ein Album raus, vielmehr ist es eine Multimedia-Veröffentlichung. Woher stammt diese Idee? Und wie habt ihr das alles möglich gemacht?

Ja, „Project Vengeance“ ist mehr als ein Album. Es ist eine Sammlung von Geschichten, die das Ergebnis von mehreren Jahren kreativer Arbeit ist – nicht nur von der Band, sondern auch von anderen Kreativen im Twelve Foot Ninja-Universum. Die Hauptidee hinter dem Projekt ist es, ein tieferes, intensiveres Erlebnis für unsere Fans zu schaffen. Neben dem Album gibt es ein High-Fantasy-Buch namens „The Wyvern And The Wolf“ über die Ursprünge der Figur des Twelve Foot Ninjas. Es gibt ein Jump’n’Run-Spiel für unsere erste Single und eine Graphic Novel namens „Vengeance“, die wie ein Story-Portal fungiert, das alle Teile miteinander verbindet.

Wir haben das Projekt „Vengeance“ [dt: „Rache“] genannt, weil sich dieses Thema durch einen Großteil unserer Geschichten zieht. Es ist der Titeltrack des Albums und ein übergreifendes Thema des Buches. Man könnte sagen, dass Rache die Meta-Motivation von Kiyoshi ist, also der Person hinter der Figur des Twelve Foot Ninjas.

Wir alle machen Erfahrungen, die uns formen. Manche sind brutal. Tragische Erfahrungen können uns ruinieren, aber sie können auch die motivierendsten Erfahrungen sein, die uns dazu bringen, Großes im Leben zu erreichen. „The Wyvern And The Wolf“ ist eine unglaublich gut geschriebene Geschichte, die von der Entstehung der Rache in Kiyoshi, dem Twelve Foot Ninja, erzählt. Wir veröffentlichen es gleichzeitig mit dem Album. Viele Fans haben das Buch bereits vorbestellt – und es wird sie umhauen.

Lisa | MC: Kannst du bitte noch einmal kurz erklären, was es mit der namensgebenden Figur, dem Twelve Foot Ninja, auf sich hat?

Der Name unserer Band Twelve Foot Ninja ist auch eine Figur in der Geschichte, die sich ursprünglich Stevic ausgedacht hat. Seit unserer Debüt-EP „New Dawn“ haben wir Bilder dieser Figur in unser Artwork aufgenommen. Die Figur hinter der Maske von Twelve Foot Ninja ist Kiyoshi – ein Samurai-Junge, der in den ehrenhaften Bushido ausgebildet, später aber in einen Ninja-Clan aufgenommen wird und die dunkle Kunst des Ninjutsu erlernt. Der Roman „The Wyvern and the Wolf“ erzählt hingegen die Geschichte von Kiyoshi, wie er aufwächst und sich zum Twelve Foot Ninja entwickelt.

Lisa | MC: Ihr habt eine Tour mit mehreren Stopps in Deutschland für März angekündigt. Welchen eurer neuen Songs willst du unbedingt live spielen?

Ich freu mich wahrscheinlich am meisten darauf, „Culture War“ zu spielen.

Lisa | MC: Gibt es noch etwas, was du hinzufügen willst?

Wir freuen uns darauf, nächstes Jahr wieder zu euch zu kommen und für unsere großartige deutsche Familie zu spielen! Wir sehen uns alle dort!

Foto: Twelve Foot Ninja / Offizielles Pressebild

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