The Amity Affliction Misery

Kritik: The Amity Affliction – „Misery“

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Ein Stilwechsel ist stets ein schwieriges Unterfangen. Ist es der Anspruch, sich musikalisch weiterzuentwickeln, läuft man schnell Gefahr, dass einem die eigenen Fans auf das Dach steigen. Liebe Freunde von The Amity Affliction: Seid jetzt ganz stark.


The Amity Affliction „glänzen“ leider nur mit Stangenware

“Misery“ ist das mittlerweile sechste Werk der Australier und sicherlich ein wegweisendes. Die Debüt-Single “Ivy (Doomsday)”, gleichzeitig auch der Opener von “Misery“ macht schnell klar, welche Band hier als Referenz herhalten muss: Bring Me The Horizon. Ruhigere Strophen, ein paar Synthies, großer hymnenhafter Refrain mit rauer Stimme. Das funktioniert tatsächlich sehr gut.

Doch leider geht es ab hier ziemlich bergab – und das hat verschiedene Gründe.

Waren The Amity Affliction bislang dafür bekannt, dass sie sich textlich regelmäßig mit Themen wie Angst und Depressionen auseinandersetzen, so tun sie es auch auf der neuen Platte, verpacken diese Inhalte aber auf höchst fragwürdige Art und Weise. So fragt man sich bei “Feels Like I’m Dying”, ob man hier nicht doch den Remix des eigentlichen Post-Hardcore-Songs hört, wenn der Refrain plötzlich durch ein Sample gebrochen wird.

Und der Eindruck durchzieht das gesamte Album: “Misery” hat einen furchtbaren Elektro-Part im Refrain und einen noch schlimmeren Asking Alexandria-Gedächtnis-Moment gegen Ende. “Burn Alive” startet „cheesy“ mit Glockenspiel-Klängen und “D.I.E.” ist ein schlechter Scherz. “We’re all gonna D.I.E. D.I.E M.Y. D.A.R.L.I.N.G Tell me what comes next when I D.I.E.” – der “Happy Song” von BMTH lässt grüßen.

Ständig hat man das Gefühl, dass The Amity Affliction einfach zu viel wollen. Hier mal ein Sample, dort mal eine Eurodance-Einlage und wenn nichts mehr hilft, dann doch noch ein Solo (“Set Me Free”). In Kombination klingt das Ganze leider viel zu oft falsch platziert und diverse Parts wie Fremdkörper in einem Sound, der noch nicht endgültig gefunden wurde; wenngleich die Produktion immerhin mehr als ordentlich ist. Einzig “Holier Than Heaven” und “Kick Rocks” werden neben “Ivy (Doomsday)” die alten Fans versöhnlich stimmen.

Fazit:

Das war nichts. Auch wenn mich die Die-Hard-Fans mit Heugabeln jagen werden, „Misery“ ist bis auf ganz wenige Momente ein Album zum Vergessen. Ein peinlicher Moment reiht sich an den nächsten, sodass man sich hier und da leider fragt, ob das Album nicht ganze zehn Jahre zu spät erscheint. Freunde der neuen Bring Me The Horizon oder I See Stars sollten sich aber einfach mal herantrauen.

Wertung: 3/10

Band: The Amity Affliction
Album: Misery
Veröffentlichung: 24.08.2018

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