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Rammstein: YouTuberin teilt Erfahrung aus der „Row Zero“; Band trennt sich von „Casting-Direktorin“

Man fordert außerdem ein Sicherheitskonzept auf Konzerten der Band.

VON AM 06/06/2023

Vor gut einer Woche wurden Vorwürfe gegen Rammstein laut, nach denen eine Besucherin des Konzerts in Vilnius bei einer After-Show-Party der Band laut eigenen Aussagen unter Drogen gesetzt worden und am nächsten Tag mit Verletzungen aufgewacht sei, an deren Entstehung sie sich nicht erinnern könne.

Triggerwarnung: Der nachfolgende Beitrag enthält Erwähnungen der häuslichen und sexuellen Gewalt sowie physischen und psychischen Missbrauchs, die auf die Lesenden erschütternd oder verstörend wirken können. Bitte sei dir dieser Sache bewusst und nimm von diesem Artikel gegebenenfalls Abstand, um Reaktionen der Panik, der Angst oder Retraumatisierungen zu verhindern. Nähere Informationen dazu sowie Hilfsangebote werden auf der Seite des Weißen Rings (https://weisser-ring.de) bereitgestellt.

Immer mehr Vorwürfe gegen Rammstein und Till Lindemann

Nach und nach wurden Stimmen laut, wonach auf Pre- und After-Show-Partys der Berliner Band rund um Frontmann Till Lindemann immer wieder Frauen entweder vorab über Social Media angeschrieben oder während der Konzerte von einer „Casting-Direktorin“ angesprochen und für diese Partys „rekrutiert“ worden seien. Sie haben sich den Ausführungen zufolge das Konzert dann aus der sogenannten „Row Zero“ anschauen und anschließend oder vorab an Partys teilnehmen dürfen. Im Zentrum der Vorwürfe steht Till Lindemann selbst.

Viele der Frauen teilten – zum Großteil anonym – ihre geschilderten Erfahrungen von den entsprechenden Events, darunter auch die bekannte YouTuberin Kayla Shyx. In einem ausführlichen Video schildert sie, dass sie von der „Casting-Direktorin“ auf eine solche Party eingeladen und gebeten worden sei, sich nach einem entsprechenden „Dresscode“ zu kleiden. Besagte „Casting-Direktorin“ sei nett und zutraulich gewesen und habe kein schlechtes Gefühl vermittelt, sondern sei lediglich auf die Aussage, dass Kayla Shyx nicht der größte Fan der Band sei, etwas unwirsch geworden.

Man habe sie demnach mit anderen Frauen in einen Raum gebracht, in dem ihnen Alkohol und Essen angeboten worden sei und wo sie nach ihren Aussagen auf Lindemann warten sollten, damit dieser – nach Angaben von Shyx„sich eine aussuchen“ könne. Sie habe dann gemeinsam mit einer Freundin die Szenerie wieder verlassen, weil ihr alles sehr falsch vorgekommen sei und die anderen Frauen mitunter benebelt auf sie gewirkt hätten.

Die Geschichte habe sie bislang nicht veröffentlicht, weil ihr unter anderem ihr ehemaliges Management davon abgeraten habe. Nach dem Lautwerden der Anschuldigungen gegen die Band habe sie sich nun dazu entschieden, ihre Erfahrung öffentlich zu machen, um andere Frauen zu warnen.

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Das Statement der Band

Rammstein selbst veröffentlichten vor wenigen Tagen ein neues Statement, in dem sie beteuerten, die Anschuldigungen ernst zu nehmen. Ebenfalls baten sie darum, nicht vorverurteilt zu werden.

„Durch die Veröffentlichungen der letzten Tage sind in der Öffentlichkeit und vor allem bei unseren Fans, Irritationen und Fragen entstanden. Die Vorwürfe haben uns alle sehr getroffen und wir nehmen sie außerordentlich ernst. Unseren Fans sagen wir: Es ist uns wichtig, dass Ihr euch bei unseren Shows wohl und sicher fühlt – vor und hinter der Bühne.

Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit und bitten euch: beteiligt euch nicht an öffentlichen Vorverurteilungen jeglicher Art denen gegenüber, die Anschuldigungen erhoben haben. Sie haben ein Recht auf ihre Sicht der Dinge. Wir, die Band, haben aber auch ein Recht – nämlich ebenfalls nicht vorverurteilt zu werden.“

So geht es weiter

Inzwischen berichten Quellen, dass sich Rammstein von der „Casting-Direktorin“ getrennt hätten und dass die Band seit kurzem angeblich mit einer Agentur zusammenarbeite, die sich auf Krisenkommunikation spezialisiert hat (via Rolling Stone). Ihr Instagram-Profil wurde auf privat gesetzt. Die Band wolle nach Angaben von Spiegel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa die Vorwürfe nun auch selbst prüfen lassen.

Aus der Politik werden Sicherheitskonzepte bei Konzerten, insbesondere für Frauen, gefordert, die bei den anstehenden Shows in München nun erstmals umgesetzt werden sollen (via Tagesschau). Auch eine „Row Zero“ soll es nicht geben (via Süddeutsche).

Bild: YouTube / „Rammstein – Armee der Tristen/Zick Zack/Links 2-3-4 (The Linc) Philadelphia,Pa 8.31.22“

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