Rammstein

Rammstein-Gitarrist Richard Kruspe urteilt: „Rock ist tot“

Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass die Rock- und Metal-Szene für gewisse Künstler bereits ihren Zenit überschritten hat. Wir sehen das anders, aber hey, auf uns hört ja keiner.

Nachdem Oli Sykes von Bring Me The Horizon zuletzt dem modernen Rock die nicht ganz positiven Eigenschaften „weich“, „miserabel“ und „langweilig“ attestierte, erklärt jetzt auch noch Rammstein-Gitarrist Richard Kruspe den Rock für „tot“.


Richard Kruspe von Rammstein zeichnet düsteres Bild des modernen Rock

In einem vor einigen Monaten geführten, aber erst jetzt veröffentlichten Interview mit den Kollegen von Revolver heißt es hier nämlich wie folgt:

„… Rock ist tot. Es ist traurig, das weiß ich auch. Aber manchmal muss man einfach mit der Realität Frieden schließen können. Jedes Mal, wenn mir neue Sachen anhöre, sind die definitiv nicht Rock.“

Angesprochen darauf, dass Bands wie Metallica, Rammstein und Slipknot gerade in Bezug auf Touren immer noch prächtig machen, entgegnete Kruspe:

„Es wird immer diese alten Dinosaurier geben, die eine ganz bestimmte Performance an sich haben, die auch überleben wird. Ich rede über die neue Rock-Generation. Was momentan passiert, ist, dass diese Kids einfach nicht dieses bestimmte Gefühl haben, wenn sie ihre Instrumente spielen, um ihren Eltern damit auf die Nerven zu gehen.

Gitarren sind nicht mehr so nervig, wie es einmal waren, gerade in Deutschland. Sie nutzen dazu ihre Stimme; und diese Lyrics gibt es im Grunde genommen im Hip-Hop. Sie fangen an, gegen alles zu rebellieren und Hip-Hop ist der Soundtrack dafür. Es dreht sich im Moment einfach alles um Hip-Hop. Das ist schwierig für mich, weil Hip-Hop immer die Art von Musik war, mit der ich nichts anfangen konnte.

Wenn ich auf einem Festival war und eine Hip-Hop-Gruppe habe spielen sehen, hat mich das gelangweilt. Das ist ein Vorteil, den Rock immer noch gegenüber dem Hip-Hop hat. Es gibt eine visuelle und akustische Verbindung zwischen Band und Publikum.“

Auch wenn der eine oder andere bereits die Flinte ins Korn schmeißt, werden wir hier mit dieser Seite jeden Tag dafür kämpfen, dass genau dies nicht eintreten wird.

Überdies gibt es auch gegenteilige Meinungen: Caleb Shomo von Beartooth findet zwar ebenfalls, dass Rock/Metal einen herben Schaden erlitten hat, jedoch irgendwann wieder ein Revival erleben wird. Architects-Frontmann Sam Carter lässt derweil wissen, dass „Metal der neue Pop“ ist; was in diesem Kontext bedeutet, dass genau die handgemachte, schrammelige Schiene aktuell einen Aufschwung erlebt. Auch Winston McCall von Parkway Drive prognostizierte in unserem damaligen Interview eine starke und präsente Rückkehr des Rock. Es gibt also doch noch Hoffnung.

Offizielle Website der Band
Alle aktuellen News von MoreCore.de

Kommentare