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Marilyn Manson: Klage wegen Missbrauch wird neu untersucht

Kalifornisches Gesetz ermöglicht Wiederaufnahme des abgewiesenen Verfahrens.

VON AM 30/01/2026

Ein Gericht in Los Angeles hat entschieden, dass eine frühere Zivilklage gegen Marilyn Manson erneut verhandelt werden darf. Das berichtet unter anderem das US-Branchenmagazin Deadline. Konkret geht es um die Klage seiner ehemaligen Assistentin Ashley Walters, die im Dezember 2025 noch wegen Verjährung abgewiesen worden war. Grundlage der neuen Entscheidung ist ein neues kalifornisches Gesetz.

Gesetzesänderung ermöglicht Neuverhandlung

Wie mehrere Medien berichten, bezieht sich die Wiederaufnahme auf ein kalifornisches Gesetz, das am 1. Januar in Kraft trat. Dieses schafft ein befristetes Zeitfenster bis Ende 2027, in dem zivilrechtliche Klagen wegen behaupteter sexueller Übergriffe neu eingereicht oder wiederaufgenommen werden können – auch dann, wenn sie zuvor an Verjährungsfristen gescheitert waren.

Für den 27. März ist eine Verfahrenskonferenz angesetzt. Dort soll geklärt werden, wie das Verfahren weitergeführt wird.

Hintergrund der Klage von Ashley Walters

Ashley Walters hatte im Mai 2021 Zivilklage gegen Brian Hugh Warner, so der bürgerliche Name des Musikers, eingereicht. Sie wirft ihm unter anderem sexuelle Belästigung, Missbrauch, sexuelle Nötigung, absichtliche Zufügung emotionalen Stresses sowie unrechtmäßige Kündigung vor. Die behaupteten Ereignisse sollen sich während ihrer Anstellung als Assistentin von August 2010 bis Juli 2011 ereignet haben.

Das Verfahren wurde zunächst im Mai 2022 wegen Verjährungsbedenken abgewiesen, Walters ging erfolgreich in Berufung. Am 16. Dezember 2025 wurde die Klage erneut abgelehnt. Dabei wies Richter Cochran unter anderem das Argument zurück, Walters habe aufgrund traumabedingter Verdrängung Anspruch auf eine Verlängerung der Fristen. Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes entschied derselbe Richter nun jedoch, dass der Anspruch wiederauflebt.

Manson weist Vorwürfe zurück

Mansons Anwalt Howard King erklärte gegenüber Entertainment Weekly: „Ashley Walters wurde das Recht eingeräumt, eine eng gefasste Klage wegen sexueller Nötigung gemäß dem neuen Gesetz zu erheben. Diese Klage wird jedoch dem nächsten Antrag auf summarisches Urteil (beschleunigte gerichtliche Entscheidung, die bei klaren Sachverhalten ohne umfassende Beweisaufnahme ergeht, wobei Tatsachen oft nur glaubhaft gemacht werden müssen) nicht standhalten.“

Er fuhr fort: „Es ist unbestreitbar, dass Herr Warner nie eine sexuelle Nötigung begangen hat. Dies ist zweifellos der Grund, warum die Staatsanwaltschaft Frau Walters’ Antrag auf strafrechtliche Anklage gegen Herrn Warner abgelehnt hat.“ Der Musiker weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Mindestens 15 Frauen erhoben Vorwürfe

Die Vorwürfe gegen Manson beschränken sich nicht auf die Klage von Walters. Neben ihr begannen mehrere Frauen 2021 öffentlich Vorwürfe gegen Manson zu erheben. Seine Ex-Verlobte Evan Rachel Wood veröffentlichte auf Instagram eine Erklärung, in der sie Manson jahrelangen Missbrauch vorwarf, der begonnen habe, als sie Teenager war. Manson bestritt die Vorwürfe durchgehend und verklagte seinerseits Wood wegen Verleumdung – diese Klage zog er im November 2024 zurück.

Schauspielerin Esmé Bianco („Game of Thrones“) reichte 2021 eine Zivilklage wegen Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs ein. Dieses Verfahren wurde 2023 außergerichtlich beigelegt. Andere Klagen wurden im Laufe der Jahre zurückgezogen oder aus formalen Gründen eingestellt.

Karriere trotz anhaltender Vorwürfe

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2021 trennten sich Mansons damaliges Label Loma Vista Recordings und seine Agentur CAA von ihm. Mehrere Auftritte wurden abgesagt, der Musiker zog sich zeitweise aus der Öffentlichkeit zurück.

Im August 2024 kehrte Manson als Support-Act von den umstrittenen Bands Five Finger Death Punch und Slaughter To Prevail auf die Bühne zurück und veröffentlichte im Herbst ein neues Album über Nuclear Blast. Während einige Veranstalter:innen Manson weiterhin buchen, reagierten andere auf die anhaltenden zivilrechtlichen Verfahren. Eine angekündigte Show in Brighton wurde nach Protesten und Kritik aus der britischen Politik mit Bezug auf die Vorwürfe abgesagt, die übrigen Konzerte fanden statt. Für 2026 sind weitere Konzerte und Festivalauftritte angekündigt.

Brian Warner, seit Anfang der 1990er Jahren unter dem Künstlernamen Marilyn Manson aktiv, war in den 1990er Jahren mit Alben wie „Antichrist Superstar“ (1996) und „Mechanical Animals“ (1998) kommerziell erfolgreich.

Foto: Marilyn Manson / Offizielles Pressebild

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