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Live bei: Good Charlotte, Sleeping With Sirens, Boston Manor und The Dose in Köln

„Are we allowed to play some new songs?“ Joel Madden konnte einem fast leid tun, als er versuchte einen Übergang ...

VON AM 12/02/2019

„Are we allowed to play some new songs?“ Joel Madden konnte einem fast leid tun, als er versuchte einen Übergang zwischen dem älteren und gefeierten Material zur neuen Platte “Generation RX” zu finden. Dabei hatten es Good Charlotte an diesem Abend im Palladium in Köln mit einem recht dankbaren Publikum zu tun. Nicht ganz unschuldig daran waren allerdings sicherlich die drei Supports The Dose, Boston Manor und Sleeping With Sirens, die zuvor für mal mehr und mal weniger Begeisterung sorgten.

Allen voran Sleeping With Sirens konnten mit ihrer ganzen Erfahrung und Souveränität punkten. Besonders Fronter Kellin Quinn mit seiner gewaltigen Stimmkraft wusste zu überzeugen, was er hier und da durch Acapella-Einlagen unterstrich. Dies hätte man beinahe als überheblich bezeichnen können, doch die Gesamtleistung gab ihm und seinen Kollegen absolut Recht.

Als Good Charlotte dann nach 21 Uhr die Bühne betraten, war auch das Palladium endlich gut gefüllt. Nach “Generation Rx”, dem Intro zur gleichnamigen neuen Platte und “Self Help” folgte schnell “The Anthem”. Gingen die Jungs etwa auf Nummer sicher, indem sie vorne weg einen ihrer Smash Hits ins Rennen warfen? Jein.

Good Charlotte gehören sicherlich zu den Bands, die mit ihrem eigenen Erfolg aus der Vergangenheit zu kämpfen haben. Schoss man sich anfangs mit Alben wie “The Young and the Hopeless” und “The Chronicles of Life and Death” in den Pop-Punk-Olymp, so wurde man später immer wieder an diesen Platten gemessen. Ähnlich geht es Bands wie Blink-182 oder Sum 41, die nach wie vor eine große Strahlkraft besitzen, allerdings vor allem von den Hits vergangener Tage zehren und weniger vom Material aus der Gegenwart.

Im Falle von Good Charlotte war es daher sehr interessant zu beobachten, wie textsicher das Publikum an diesem Abend war. Immerhin schmissen die Jungs Songs aus jedem ihrer Alben ins Rennen, wobei der Fokus ganz klar auf “The Young and the Hopeless” und “Generation Rx” lag. Doch auch die Fans der ersten Stunde wurden gefüttert und bekamen mit “WaldorfWorldwide” einen echten Klassiker serviert, der auch 19 Jahre nach Veröffentlichung wunderbar funktionierte.

War der Sound insgesamt stark verbesserungswürdig und sehr bassig, zu Lasten der Gitarren, so geizte man auf der Bühne nicht mit Pyrotechnik und Bühnenfontänen, auf die man hier und da auch hätte verzichten können. Zudem wirkte die Band insgesamt relativ steif und irgendwie eingerostet, was sich im Laufe der Show besserte. Doch gerade stimmlich hatte Joel Madden recht leichtes Spiel, da ihm das Publikum viele Parts dankbar abnahm. Gerade Songs wie “The Anthem”, “Girls & Boys” oder “The River” funktionierten praktisch von alleine. Spielchen wie “Welchen Song wollt ihr jetzt hören?” kamen gut an und wurden nicht wie zum Beispiel bei Pennywise unangenehm ins Extreme gezogen. Dass die Setlist auf der gesamten Tour aber ohnehin deckungsgleich war, konnte man aber verzeihen.

Dennoch blieben Joel und sein Bruder Benjamin, die Jungs an den Mikros, sehr demütig und bedankten sich mehrfach für die jahrelange Unterstützung. Dass Deutschland und gerade Köln zu ihren Lieblingsorten gehören, versteht sich natürlich von selbst. Trotzdem zeigten sich Good Charlotte sympathisch und spielfreudig. Wie viel Aufwind die Tour den Jungs für die Zukunft bringen wird, bleibt abzuwarten. Fans der alten Tage durften allerdings voll auf ihre Kosten gekommen sein.

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