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Kritik: AS IT IS – „okay.“

Ich hatte es schon fast vergessen, dass es dieses Jahr soweit ist, aber als es im Postfach klingelte, erinnerte ich ...

VON AM 19/01/2017

Ich hatte es schon fast vergessen, dass es dieses Jahr soweit ist, aber als es im Postfach klingelte, erinnerte ich mich wieder: AS IT IS kommen im Februar endlich nochmal nach Deutschland und mit im Gepäck haben sie ein neues Album! Von manchen belächelt, von anderen geliebt. Sie sind wohl eine der meist unterschätzten Pop-Punk-Bands, die momentan auf dem Markt kursieren. Nicht zuletzt wegen Frontmann, YouTuber und Mädchenschwarm Patty Walters werden sie gerne als Girlie-Band abgestempelt. Zugegeben, ja, der Junge ist alles andere als hässlich. Aber es gibt ja auch immer noch vier andere Musiker in dieser Band, die alle zusammen auf jeden Fall was drauf haben!
Die jungen Engländer haben schon einiges in den letzten Jahren mitgenommen. Sie waren Support für AGAINST THE CURRENT in UK und SUM41 in den Staaten, wo sie ebenfalls bereits die Vans Warped Tour gewuppt haben. Es wird also Zeit, dass sie auch hier in Deutschland erfolgreich durchstarten.

Ihr bereits zweites Studioalbum kommt am 20.01.2017 in die Läden. Es trägt den Namen „okay.“ und ist elf Tracks lang. Verglichen mit dem Vorläufer „Never Happy Ever After“ ist es aber mehr als nur ‚okay‘, ich finde es gut. Nicht überragend, just good. Es ist durch und durch ein Pop-Punk-Album, was die Jungs auch schlichtweg können. Eingängige Gitarrenriffs, ehrliche Lyrics, die zum Mitgröhlen und Tanzen einladen und das ständige Highschool-Feeling gibt es gratis oben drauf.

Widmet man sich den Instrumenten, so kann ich mich nur wiederholen, dass es eindeutig Pop-Punk-„Kram“ ist. Das soll gar nicht abwertend klingen. Ich liebe diese Art von Genre, nur finde ich es oft auch wirklich sehr vorhersehbar, eben weil es so easy gestrickt ist, was Schlagzeug und Gitarre angeht. Gerade bei den Songs „Patchwork Love“ und „Curtains Closed“, die auch noch direkt hintereinander in der Tracklist folgen, dachte ich anfangs, dass es sich hier um die gleiche Gitareenspur handelt – hätte man etwas geschickter lösen können. Dafür aber überrascht mich „Austen“. Für AS IT IS– Verhältnisse herrschen hier schon fast düstere Töne. Zumindest mit diesem Song, denke ich, gewinnt die Band selbst bei den größten Kritikern etwas an Ernsthaftigkeit. Gerne mehr davon! Die einzige und wirklich schöne Ballade ist „Still Remembering“. Ein Lied, was noch klischeehafter und voller Herzschmerz nicht sein könnte. Mit diesem Track findet „okay.“ dann auch zum ruhigen Ausklang.

Gesanglich fährt Backing Vocalist Benjamin Biss einen Gang zurück. Das was er singt hat er zumindest gut geübt. Bei ihm hatte ich anfangs oft das Gefühl, er muss sich förmlich die Zeilen aus der Lunge pressen, wodurch für mich die alten Lieder fast schon einen unprofessionellen Touch bekommen haben. Durch den Vortritt für Patty werden die Songs klarer. Da bin ich gespannt wie sich das live auf der Tour in Deutschland verhält. Man merkt, dass AS IT IS sich so allmählich entwickeln. Die Texte wirken persönlich, aufrichtig und erwachsener als auf der vorherigen Platte.

 

Fazit: Das Ding hat noch ein paar Fehlerchen, aber hey, die Jungs sind noch jung, werden stetig dazulernen und sind, was ich doch stark hoffe, noch nicht am Ende ihrer Kreativität angelangt. Sie sind auf einem guten Weg auf der Pop-Punk-Avenue (falls es die gibt) und ich bin mir sicher, dass man auch in Zukunft noch einiges von ihnen hören wird. Mein persönlicher Favorit ist der Eröffnungstrack „Pretty Little Distance“. Er erinnert mich an die früheren SIMPLE PLAN und FALL OUT BOY, die ich „in meiner Jugend“ bis zum Abwinken gehört habe. Er versetzt mich total in diese Zeit zurück und macht Bock, ins Album einzusteigen (hach ja… damals).

Bewertung: 7/10

Band: AS IT IS
Titel: okay.
Genre: Pop-Punk
Songs: 11
Release: 20.01.2017

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