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KORA WINTER: „Wir sind die einzige deutschsprachige Band, die man sich aktuell anhören muss“

Fronter Hakan Halaç war bei uns im Podcast zu Gast!

VON AM 06/12/2023

„Also spätestens nach dem Release muss ich wirklich sagen, dass wir ein Label sind.“ Hakan Halaç ist nicht nur Frontmann von KORA WINTER, sondern auch das Gesicht hinter dem Rap-Soloprojekt HAXAN. Dazu ist er unter anderem beim eigenen Label aufewigwinter und in diversen Podcasts involviert. Mit „Gott Segne, Gott Bewahre“ haben KORA WINTER kürzlich ihr neues Album veröffentlicht und damit ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. „Die Inhalte formen auch den Sound“, erklärt er in der neuen Folge vom Kerngeschäft Podcast. Damit beschreibt er den sehr rohen, düsteren Sound, den KORA WINTER inne haben und der irgendwo zwischen FJØRT, Der Weg einer Freiheit und UnityTX liegt.

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„Es geht um Lebensrealität als Migrant zweiter Generation. Es geht um Bildungsgleichheit, Chancengleichheit“, beschreibt Halaç und stellt damit auch seine Aussage klar, dass KORA WINTER die einzige deutschsprachige Band in Deutschland sei, die man sich aktuell anhören müsse. „Wir sind das Produkt unseres Umfelds und so klingen wir.“

KORA WINTER: Kein „DIY till I die“

In der Tat ist Halaç eine Person mit klarer Meinung und weiß damit auch anzuecken. Im April 2021 veröffentlichte er den Song „Jan Josef Liefers, halt dein gottverdammtes Maul“ als Antwort auf die #allesdichtmachen Kampagne während der Pandemie, ging damit viral und wurde sogar in einem Interview der Berliner Zeitung mit dem Schauspieler erwähnt. „Gott Segne, Gott Bewahre“ ist nun das nächste Kapitel und es scheint, als ob sich die harte DIY-Arbeit tatsächlich auszahlt: „Das Album hat Leute erreicht, von denen ich niemals gedacht hätte, dass sie das wirklich mal hören oder gut finden würden.“ Damit spielt er auf das gute Feedback einiger großen Magazine, die eher im traditionellen Metal angesiedelt sind, an.„Wir haben keine fetten Marketingbudgets ausgegeben und Anzeigen in Magazinen geschaltet. Die wirst du von uns nicht finden. Wir sind da einfach drin, weil die Leute das wirklich gut finden – und das ist ein riesen Ritterschlag!“

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Den DIY-Spirit, den sie auch bei ihrem Label aufewigwinter verfolgen, hat das Kollektiv auch schon immer angetrieben. Es sei das Ergebnis aus dem Gedanken, dass wenn es niemand anderes machen wollen würde, dann macht man es eben selbst. „Ich wollte einfach probieren, wie weit man das treiben kann und mal sehen, wie sich das so gestaltet.“ Er würde diesen DIY-Ansatz aber grundsätzlich nicht jedem empfehlen. Bei vielen Bands mache es sogar Sinn, früh mit einem Label zusammenzuarbeiten. Bei ihnen hätte es aber zunächst nicht gepasst, weil sie mit KORA WINTER Zeit gebraucht hätten, um sich selber zu finden. Deswegen hatte man entschieden, ein eigenes Label zu gründen. Auf ewig wolle man diesen Ansatz aber nicht verfolgen. Wenn es einen Punkt gäbe, wo es Sinn machen würde, mit einem anderen Label zusammenzuarbeiten, wäre man offen dafür. „Gerade, weil ich mich schützen will vor zu viel Arbeit und Burnouts. Da sollte man nicht so Ego getrieben sein von wegen ‚DIY till I die'“. 

Zwischen den Stühlen: Deutschpunk oder doch Metalcore?

„Für mich ist das Understanding von Hardcore und Metal: Sei du selbst. Erzähl deine Story. Verkörpere dich selber.“ Bei KORA WINTER spiegelt sich dies in allen Bereichen ihres Outputs wider. Sei es in den Texten oder auch den Musikvideos, die teilweise sehr artsy sind. „Es ist nicht unser Anspruch kunstvoller zu sein als andere. Es ist unser Anspruch, so sehr WIR zu sein wie möglich.“ Dass es nun eine sehr künstlerische Richtung genommen hat, sei für ihn völlig okay. Es sei aber nicht der Gedanke damit nur Akademiker:innen anzusprechen, sondern eine Einladung an alle – auch, wenn „Gott Segne, Gott Bewahre“ kein einfaches Album ist, sondern durchaus die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer:innen benötigt und verdient.

Songs wie „Der missratene Sohn“, „Mann gegen Wand“ und „Alle gegen Alle“ schäumen zwar vor Wut, sind aber eben auch kein reines Breakdown-Gewitter. Einer der Gründe, wieso eine klare Genrezuteilung eher schwierig ausfällt und es noch immer nicht so einfach sei, den Platz innerhalb der Szene in Berlin zu finden. Ist man nun eine Deutschpunk-Band oder doch eher dem Metalcore zugehörig? „Aber das ist ja nicht nur in Berlin unser Problem, sondern überall. Eigentlich ist es sogar unser Vorteil“, erklärt Halaç.

 

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Kerngeschäft Podcast: Alpha Wolf, HEALTH und Casper im Fokus

In der neusten Folge vom Kerngeschäft Podcast geht es, wie immer, auch um aktuelle Releases. Diesmal dreht sich alles um Alpha Wolf („Bring Back The Noise“), HEALTH („Demigods“) und das neue Album von Casper („nur liebe, immer.“). Außerdem erfahrt ihr noch viel mehr über HAXAN und KORA WINTER, die aufreibende Label-Arbeit, die Berliner Core-Szene und wie es ist, wenn man alleine mit einem Laptop auf der Bühne steht.

Über diesen Link gelangt ihr direkt zum Podcast. Natürlich gibt’s das Ganze auch über den eingebetteten Player zu hören. Wir wünschen euch viel Spaß beim Zuhören! Eure Gedanken und Feedback zur Folge könnt ihr wie gewohnt auf unserer Instagram Seite abgeben. Die regelmäßig aktualisierte Spotify-Playlist zum Podcast findet ihr hier:

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Foto: Melomaniac Photo / Offizielles Pressebild

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