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Interview

JUNO17 im Interview: „Keine Instafilter, kein doppelter Boden.“

Über das neue Album "Wahrheit" und musikalische Vielfalt.

VON AM 21/11/2021

Anfang November veröffentlichten JUNO17 ihr Debütalbum „Wahrheit“ (wir berichteten), wir konnten uns in dem Zuge mit Sänger Philipp über deren Gründung, musikalische Vielfalt und die anstehende Live-Tour unterhalten.

JUNO17-Sänger Philipp im Interview

MC | Sarah-Jane: Wie hat sich JUNO17 kennengelernt und seit wann besteht ihr als Band?

Die Anfänge von JUNO17 gehen bis ins Jahr 2009 zurück. Unsere erste Single haben wir im September 2016 veröffentlicht. In der aktuellen Besetzung spielen wir seit etwas mehr als zwei Jahren zusammen.

MC | Sarah-Jane: Ihr habt nun euer erstes Album „Wahrheit“  veröffentlicht. Um welche „Wahrheit“ handelt es sich hierbei genau?

Wir haben uns vorgenommen, diese Platte aus dem Bauch und nicht aus dem Kopf zu machen. Kein Konzept, keine stilistischen oder stimmungstechnischen Grenzen. Einfach raus mit den Emotionen, die in diesem Moment da sind. Keine Angst Schwächen zu zeigen, oder unser Innerstes nach Außen zu kehren. Unsere ganz persönliche Wahrheit eben.

„Keine Instafilter, kein doppelter Boden.“

MC | Sarah-Jane: Musikalisch bietet ihr viel Varietät. Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Was können wir von eurer Musik erwarten?

Nach vielen Jahren und einigen Bauchlandungen mit verschiedensten Leuten im Business, haben wir entschieden, so viel wie möglich selbst zu machen und uns nur noch auf uns zu verlassen. Unsere Musik ist entgegen der VÖ aus den Jahren 2016/17 erwachsener geworden. Die Platte reißt mit, motiviert, macht nachdenklich und kommt manchmal demütig daher. Keine Instafilter, kein doppelter Boden.

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MC | Sarah-Jane: Niemals aufgeben, das vermittelt ihr in „Ab Heute“. Gibt es Momente in denen du aufgeben möchtest?

Es gab in den letzten Jahren etliche Momente, in denen einige rationalere Geister sich von Ihrer Vernunft hätten besiegen und zu einem sichereren Lebensweg hätten zwingen lassen. Krankhafter Weise motivieren mich die meisten dieser Momente erst recht. Das geht aber auch nur, weil meine Familie und mein Umfeld JUNO17 so weit mittragen, dass auch die Täler gemeinsam ein Erlebnis sind.

Der alltägliche Fight, den viele von uns kämpfen.

Ein weiser Produzent hat mir mal gesagt: „Du hast es Dir erst verdient, wenn Du es Dir verdient hast.“ Nach diesem Motto lebe ich solange, bis ich nicht mehr dran glaube. Dieser Punkt ist noch lange nicht in Sicht. Dieser alltägliche Fight ist der, den viele von uns kämpfen. Wir sollten öfter darüber reden, wie oft wir alle jeden Tag, jede Stunde Zweifel und Zweifler besiegen und besiegen müssen. Das macht uns aus. Wirklich gewinnen kannst Du nur, wenn du gekämpft hast. (Philipp)

MC | Sarah-Jane: Ungewöhnlich für eine deutsche Band – in Russland seid ihr sehr bekannt! Was verbirgt sich hinter der Story?

Naja, es gibt durchaus einige größere Acts, die in Russland Aushängeschilder für deutsche Musik sind. Rammstein, Thomas Anders und etliche Vertreter der härteren Gangart mit deutschen Reisepässen, spielen regelmäßig große Tourneen in Russland. Wir hatten das Glück, im Jahr 2015 einen russischen Konzertpromoter in Ulm zu treffen. Nach unserer ersten Russlandreise und drei Konzerte später war klar, dass wir eine ganz besonders emotionale Verbindung zu diesem Land haben.

Unsere Interpretation hat Menschen im ganzen Land beeindruckt.

Danach haben wir uns den Allerwertesten abgespielt, haben tolle Leute kennengelernt und uns dank vieler Freunde und einer großartigen Managerin in Moskau eine größere Fanbase erspielt. Zudem hatten wir die Ehre, im Rahmen von Feierlichkeiten zu 75 Jahren Kriegsende, in einer großen russischen Musikshow aufzutreten. Unsere Interpretation eines russischen Anti-Kriegsliedes hat Menschen im ganzen Land beeindruckt und emotional mitgenommen. Die nächsten Russland-Dates stehen schon. Sobald die Entwicklung um Corona es zulässt, sitzen wir wieder im Flugzeug.

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MC | Sarah-Jane: Ihr habt sogar ein eigenes Label. Wie kam es dazu?

Nach den teilweise unschönen Erfahrungen mit Menschen aus der „Musikindustrie“ in den letzten Jahren kämpfen wir immer um maximale Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Keinen Bock mehr auf stilistische und zermürbende pseudokonzeptionelle Diskussionen über Schubladen und fesche notwendige Modeaccesoires.

Vielleicht ändert sich das eines Tages, wenn sich ein Label findet, das unsere musikalische Idee versteht und uns nicht erzählt, zu wem wir uns verwandeln müssen. Bis dahin stemmen wir das alles gern mit unserem großartigen Team.

 

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MC | Sarah-Jane: Ich habe gehört, dass ihr an einer Tour für das kommende Jahr arbeitet. Welchen eurer Songs willst du unbedingt live spielen und warum?

Das stimmt, die Dates sind auch mittlerweile gesetzt.Natürlich werden wir alle Songs der neuen Platte, den ein oder anderen aufpolierten Klassiker und einige Songs aus unserem russischsprachigen Repertoire spielen, um den Leuten einen mitreißenden, druckvollen Kurztrip in unsere Welt zu bescheren.

Live auf Tour

Wer JUNO17 live sehen möchte, sollte sich folgende Shows im Kalender vermerken. Wir werden definitiv am Start sein!

04.12. Simmern – Album Releaseparty im Nachtrausch
06.01. Marburg – KFZ
07.01. Hamburg – Astra Stuben
08.01. Essen – Cafe Nova
18.02. Saarbrücken – Studio 30
26.02. St. Petersburg – Vremja N
12.03. Berlin – Jugendzentrum Die Klinke
18.03. Köln – Tsunami Club
19.03. Lübeck – Riders Cafe

Alle wichtigen Informationen zur Band findet ihr hier!

Foto: Marlon D. Reich / Offizielles Pressebild

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